So sehr haben sich die Wohnungspreise in zehn Jahren weltweit verändert
Immobilien 2015 und heute: 20 Metropolen im Vergleich
Die letzten zehn Jahre waren eine turbulente Zeit für städtische Immobilienmärkte auf der ganzen Welt. In vielen Metropolen haben die Preise für Wohnimmobilien eine wahre Berg- und Talfahrt hingelegt, ausgelöst durch Faktoren wie die Auswirkungen der Coronapandemie, volatile Zinssätze, Gentrifizierung, den Siegeszug des Homeoffice und landesspezifische Entwicklungen.
Heute ist das globale Bild auffallend uneinheitlich – mit Immobilien-Booms an einigen Orten und Einbrüchen an anderen. Erfahren Sie hier, wie sich die Quadratmeterpreise für Immobilien in Berlin und 19 weiteren Großstädten seit 2015 verändert haben.
Die Auswertung basiert auf Angaben der Datenbank Numbeo für den typischen Quadratmeterpreis einer Wohnung im Stadtzentrum.
Adaptiert von Barbara Geier
Tokio: minus 36,7 %
Angetrieben durch historisch niedrige Zinsen und eine starke Nachfrage, stiegen die Immobilienpreise in Japan 2015 sprunghaft an. Eigentumswohnungen waren damals so teuer wie seit zehn Jahren nicht.
In Tokio entwickelte sich eine eigene Mini-Immobilienblase: Die Nachfrage überstieg in der japanischen Hauptstadt das Angebot, was die Preise auf Rekordniveau steigen ließ. Schon 2016 zerplatzte diese Blase, was bei manchen Käufern zu einer negativen Eigenkapitalquote führte. Die Immobilienpreise haben in Tokio erst im letzten Jahr wieder angezogen – vor dem Hintergrund wachsender Touristenzahlen und ausländischer Käufer, die in den Markt drängen.
Zuletzt ist der Markt wieder eingebrochen, da die Zinsen nach oben gingen. Der typische Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Zentrum Tokios ist damit im Vergleich zwischen 2015 und 2025 um mehr als ein Drittel gesunken.
London: minus 18 %
2015 erzielten Immobilien im Zentrum Londons Rekordpreise. Der Markt boomte – und dann kam der Brexit.
Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU nach dem Referendum im Jahr 2016 ging die Zahl ausländischer Käufer zurück, was dazu beigetragen hat, dass laut Numbeo-Daten die Preise für Wohnungen in der britischen Hauptstadt um 18 Prozent gefallen sind.
Seitdem die Labour-Regierung reiche Ausländer zudem stärker besteuert, haben viele dem Land den Rücken zugekehrt. Anfang 2025 sank die Nachfrage nach britischen Immobilien seitens ausländischer Investoren auf ein Allzeittief. Nicht zuletzt belasten die hohen Zinsen und Lebenshaltungskosten einheimische Käufer, die entweder nicht in der Lage oder nicht bereit sind, die Immobilienpreise zu zahlen.
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New York: minus 13,4 Prozent
Auch der Immobilienmarkt im Zentrum von New York boomte 2015, da Faktoren wie extrem niedrige Zinsen und ein Zustrom wohlhabender ausländischer Käufer die Preise in die Höhe trieben. Der Boom entpuppte sich jedoch als Mini-Blase und endete bereits 2016 jäh. Käufer waren nicht mehr bereit, die überhöhten Preise zu zahlen, und der Markt brach ein, wobei der Luxussektor den Anfang machte.
Seitdem ist die Situation nicht viel besser geworden. Dafür haben beispielsweise die Coronapandemie gesorgt, die viele Einwohner zur Abwanderung bewegte, und deutlich höhere Zinsen. Im Vergleich zu 2015 sind die Wohnungspreise im Zentrum New Yorks damit um 13,4 Prozent gesunken.
Hongkong: minus 8,6 Prozent
2015 stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Hongkong sprunghaft an. Bis 2021 hatten sie Rekordhöhen erhöht. Seitdem geht es jedoch bergab. Der Einbruch des chinesischen Immobilienmarktes hat Hongkong hart getroffen. Angesichts der schleppenden Konjunktur und deutlich teurerer Hypotheken haben die Preise eine Talfahrt angetreten.
Insgesamt ist der Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Zentrum von Hongkong im Vergleich zu 2015 um 8,6 Prozent gesunken. Im Vergleich zu 2021 werden die Immobilien sogar für 25 Prozent weniger angeboten.
Los Angeles: plus 4,3 Prozent
In Los Angeles haben sich die Preise für Wohnungen im Stadtzentrum in den letzten Jahren in Jojo-Manier bewegt: starker Anstieg im Jahr 2015, Fall im Jahr 2016, erneuter Anstieg in den Folgejahren. Ihren Höhepunkt erreichten sie 2021 während des pandemiebedingten Booms beim Kauf von Eigenheimen in den USA, der durch extrem niedrige Zinsen angeheizt wurde. In Los Angeles war der Bevölkerungsexodus auch viel geringer als in New York.
Auf einen weiteren Preisrückgang angesichts gestiegener Zinsen folgte dann aber Anfang 2025 wieder ein Anstieg. Dieser Trend ist zum Teil auf die Waldbrände in Los Angeles zurückzuführen, die den Wohnungsbestand verringert und die Nachfrage angekurbelt haben. Derzeit liegen die Preise fast zehn Prozent über dem Vorjahresniveau und sind 4,3 Prozent höher als 2015. Im Vergleich zum Höchststand des Jahres 2021 sind sie um elf Prozent gefallen.
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Wien: plus 5,3 Prozent
Auch die Immobilienpreise in Wien waren in den letzten zehn Jahren gehörig am Schwanken. In der Gesamtbetrachtung sind sie seit 2015 jedoch gestiegen und ein Quadratmeter einer zentral gelegenen Wohnung kostet jetzt 5,3 Prozent mehr. Im Vergleich zu 2024 sind die Preise zwar leicht gefallen, das sollte aber nur vorübergehend gelten und kein langfristiger Trend sein.
Die Immobilienpreise werden auch nach oben gedrückt, weil Wien in den letzten Jahren bevölkerungstechnisch gewachsen ist – einerseits, weil Menschen aus anderen Teilen Österreichs in die Hauptstadt ziehen, und andererseits, weil sich der Anteil der Bevölkerung aus dem Ausland erhöht.
Dublin: plus 14,3 Prozent
Dank Irlands vorteilhaftem Steuersystem ist Dublin ein Zentrum für multinationale Unternehmen und erlebt seit 2015 einen Boom. Das Wohnungsangebot hat allerdings mit dem Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten können.
Seit der Pandemie und dem damit verbundenen Anstieg der Zinssätze hat sich die Lage verschärft. Wohnraum ist in Dublin nun Mangelware. Infolgedessen sind die Preise in die Höhe geschossen: Der Quadratmeter für eine Wohnung im Stadtzentrum kostet im Vergleich zu vor zehn Jahren 14,3 Prozent mehr. In der Stadt insgesamt sind die Immobilienpreise allein seit 2024 um 12,3 Prozent gestiegen.
Paris: plus 14,8 Prozent
Anders als an der Themse sind die Preise für Top-Wohnimmobilien an der Seine seit 2015 gestiegen. Der Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Zentrum von Paris ging um fast 15 Prozent nach oben.
Seit 2023 sind die Preise allerdings gesunken, was vor allem auf die gestiegenen Zinssätze zurückzuführen ist. Angesichts fallender Zinsen und damit niedrigeren Hypothekenkosten scheint sich dieser Trend allerdings umzukehren.
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Mumbai: plus 20,3 Prozent
In den letzten zehn Jahren sind die Immobilienpreise in Mumbai parallel zur dynamischen indischen Wirtschaft gestiegen. Laut Numbeo sind Wohnungen im Zentrum der geschäftigen Finanz- und Handelshauptstadt des Landes seit 2015 um mehr als ein Fünftel teurer geworden.
Das größte Wachstum ist in den gehobenen Vororten von Mumbai zu verzeichnen. Im wohlhabenden Thane beispielsweise sind die Immobilienpreise innerhalb von nur drei Jahren um 46 Prozent gestiegen.
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Barcelona: plus 44,2 Prozent
Nicht alle sind glücklich darüber, dass Wohnungsimmobilien in Barcelona so an Wert gewonnen haben. Der Quadratmeter ist im Zentrum im Vergleich zu 2015 mehr als 44 Prozent teurer. Ein Problem vor allem für Erstkäufer, die sich das nicht leisten können.
Was steckt dahinter? Die explosionsartige Zunahme von Airbnbs und anderen Ferienwohnungen hat das ohnehin schon begrenzte Wohnungsangebot zusätzlich belastet – und angesichts der enorm gestiegenen Nachfrage haben die Preise entsprechend reagiert.
Die Wohnungskrise hat eine Reihe heftiger Anti-Tourismus-Proteste ausgelöst und Barcelona treibt nun den Wohnungsbau voran. Zudem gibt es Pläne, ab 2028 Kurzzeitvermietungen nach und nach abzuschaffen.
Auckland: plus 46,9 Prozent
Im neuseeländischen Auckland ist die Bevölkerung seit 2015 erheblich gewachsen und das Wohnungsangebot konnte mit diesem schnellen Nachfrageanstieg nicht Schritt halten. Der Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Stadtzentrum ist in den letzten zehn Jahren um fast 47 Prozent teurer geworden. Vor allem während der Pandemie gingen die Preise nach oben.
Sie stabilisieren sich jetzt aber, da die neuseeländische Wirtschaft an Fahrt verloren hat – und es ist nicht damit zu rechnen, dass die Immobilienpreise in den kommenden Jahren wieder auf den in der Pandemie erreichten Höchststand klettern.
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Bogotá: plus 54,8 Prozent
Der Immobilienmarkt in Bogotá boomt seit 2009. Der in den letzten zehn Jahren um knapp 55 Prozent gestiegene Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Zentrum der kolumbianischen Hauptstadt spricht Bände.
Früher galt die Stadt als Hochburg der Gewalt, heute hat sich die Sicherheitslage deutlich verbessert, was viele internationale Investoren und digitale Nomaden anlockt. Insbesondere in den prestigeträchtigsten Stadtvierteln hat dies zum Preisanstieg für Wohnimmobilien beigetragen.
Toronto: plus 57,7 Prozent
Die Immobilienpreise in Toronto gingen während der Pandemie sprunghaft nach oben. Die historisch niedrigen Zinssätze hatten einen Kaufrausch ausgelöst. Das Angebot blieb aber knapp.
Zur Abkühlung des Marktes erhöhte die kanadische Regierung daraufhin die Zinssätze und ausländische Käufern durften zwei Jahre lang keine Immobilien kaufen. Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Ausländische Investoren verschwanden und Einheimische, die sich die Preise nicht mehr leisten konnten, zogen innerhalb der Provinz Ontario in kleinere, erschwinglichere Städte.
Seit 2023 ist der Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Zentrum von Toronto um fast zehn Prozent gefallen. Über dem Niveau von 2015 liegt er aber dennoch weiterhin und das deutlich.
Sydney: plus 67,7 Prozent
Sydney erlebte während der Pandemie einen ähnlichen Eigenheim-Kaufboom, als die Zinssätze auf ein Rekordtief fielen. Und auch in der australischen Metropole führte ein Mangel an Angebot zu einem Preisanstieg. Seitdem haben höhere Zinssätze den Markt gedämpft.
Während sich die Situation in den Vororten nicht geändert hat, ist der Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Zentrum von Sydney seit 2023 um mehr als 15 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu 2015 ist der Wohnraum in der Stadt aber um 67,7 Prozent teurer geworden – und für viele Einwohner ist ein eigenes Apartment in der Stadt schlicht unerschwinglich.
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Dubai: plus 68 Prozent
Der Wohnimmobilienmarkt in Dubai geriet Ende der 2010er-Jahre ins Trudeln: Schrumpfende Öleinnahmen in Verbindung mit weniger Käufern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und den umliegenden Ländern des Nahen Ostens hatten die Nachfrage gedämpft und die Immobilienpreisen sanken.
Während der Pandemie veränderte sich die Lage aber dramatisch. In Dubai gab es keine Lockdowns und unterstützt von großzügigen Visabestimmungen zog die Stadt Scharen von zahlungskräftigen Käufern aus Ländern mit strengeren Pandemie-Vorschriften an. Der Krieg in der Ukraine führte daneben zu einem Zustrom von Russen, die den westlichen Sanktionen und der Wehrpflicht entkommen wollten. In logischer Konsequenz sind die Immobilienpreise in dem Emirat in die Höhe geschossen und Anzeichen für eine Verlangsamung dieses Trends gibt es kaum.
Kapstadt: plus 69,8 Prozent
Ein weiterer Fall von Berg- und Talfahrt: Kapstadt erlebte Ende der 2010er-Jahre eine kleine Immobilienblase. Nachdem die Preise in der südafrikanischen Metropole aber 2019 ihren Höhepunkt erreicht hatten, kühlte sich der überhitzte Markt 2020 drastisch ab und blieb bis 2022 gedämpft. Dann stiegen die Preise wieder an, bevor sie erneut fielen. Aktuell sind sie wieder im Aufwärtstrend.
Hinter dem Aufschwung stehen vor allem wachsende Zahlen ausländischer Käufer. Der Nachteil ist, dass die Einheimischen durch diese wohlhabenderen Investoren aus Übersee massenhaft aus dem Markt gedrängt werden.
Berlin: plus 91,5 Prozent
Arm, aber sexy – damit kommt man auf dem Berliner Immobilienmarkt inzwischen nicht mehr weit. Nach langen Jahren als Hochburg günstiger Wohnungen hat die Gentrifizierung inzwischen auch die deutsche Hauptstadt erfasst. Mit dem Ergebnis, dass die Immobilienpreise – sehr zum Ärger vieler langjähriger Einwohner – deutlich in die Höhe getrieben wurden.
Während Berliner Mieter durch die Mietpreisbremse geschützt sind, müssen Käufer für eine Wohnung im Stadtzentrum im Vergleich zu 2015 über 90 Prozent tiefer in die Tasche greifen.
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Lissabon: plus 124,1 Prozent
Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich Lissabon im Verhältnis zu den lokalen Gehältern zur Stadt mit den höchsten Wohnkosten in Europa entwickelt.
Immer mehr Touristen und digitale Nomaden haben die Immobilienpreise in schwindelerregende Höhen getrieben. Wohnungen, die ausschließlich an Urlauber vermietet werden, verkleinern das Angebot und Menschen aus aller Welt, die mobil arbeiten können, steigern die Nachfrage. Heruntergekommene Stadtteile mögen in gewissem Maße von der Gentrifizierung profitiert haben. Die Einheimischen laufen derweil Sturm gegen die steigenden Immobilienpreise.
Um die Probleme anzugehen, hat die Lissabonner Stadtverwaltung Ferienwohnungen eingeschränkt und in einigen Stadteilen sogar komplett verboten.
Mexiko-Stadt: plus 125,7 Prozent
In Mexiko-Stadt sieht es ähnlich aus. Pro Quadratmeter kostet eine Wohnung im Zentrum typischerweise heute 125,7 Prozent mehr als 2015. Auch hier scheint ein Tourismusboom in Verbindung mit dem Zustrom relativ wohlhabender digitaler Nomaden diesen Trend zu befeuern. Gentrifizierung, eine steigende Nachfrage nach Wohnraum und Preisanstiege sind die Folge.
Die Einheimischen können sich die Wohnungspreise kaum noch leisten, was zu Anti-Gentrifizierung-Protesten in der Stadt geführt hat, einige davon sogar gewalttätig. Touristen sowie Auswanderer werden zunehmend geradezu verteufelt. Als Reaktion darauf haben die Stadtverantwortlichen einen 14-Punkte-Plan entwickelt, um die Situation für die Einwohner zu verbessern.
Istanbul: plus 1.794 Prozent
Der Quadratmeterpreis für eine Wohnung im Zentrum von Istanbul ist seit 2015 um unglaubliche 1.794 Prozent gestiegen. Damit ist die türkische Großstadt ein klarer Ausreißer unter den Metropolen dieser Welt.
Die notorisch hohen Inflationsraten in der Türkei sind ein wichtiger Faktor für diesen extremen Anstieg, aber die Preise sind auch real in die Höhe geschossen – getrieben von höheren Baukosten, mehr Nachfrage aufgrund der Pandemie und einer Zunahme russischer Käufer. Eine Reihe von Erdbeben im ganzen Land hat viele Käufer in Istanbul zudem veranlasst, nach neueren, erdbebensichereren Wohnungen zu suchen, was die Nachfrage weiter ankurbelt.
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