So wurde aus einer 30.000-Euro-Ruine in Spanien eine Traum-Finca
Finca-Renovierung zweier Auswanderer in Bildern
Eine eigene Finca in Spanien – davon träumen viele. Sharon und Andy aus Großbritannien haben sich diesen Traum 2019 erfüllt und an der sonnigen Costa Cálida im Südosten des Landes ein baufälliges Landhaus aus den 1870er-Jahren gekauft. Für das historische Gemäuer zahlte das Paar gerade einmal 30.000 Euro.
Ihr Ziel: ein schuldenfreies, unabhängiges Leben in Spanien. Doch der Weg dahin war und ist im wahrsten Sinne steinig. Denn die beiden kämpfen nicht nur mit den Herausforderungen eines 150 Jahre alten Hauses, sondern auch mit brütender Hitze, Sandstürmen und monatelangen Dürreperioden. Hat sich der Aufwand gelohnt?
Hier erfahren Sie, wie das Auswanderer-Paar mit Schweiß, Ausdauer und Improvisationstalent ein altes Bauernhaus wieder zum Leben erweckt hat.
Adaptiert von Alina Halbe
Wie alles begann
Kennengelernt haben sich Andy und Sharon auf einem Campingplatz in Spanien. Dort starteten sie dann auch gleich ihr erstes gemeinsames Projekt: ein Unternehmen, das Lagerplätze für Wohnwagen und Boote anbot. Trotz gleich zweier herber Rückschläge – einer verheerenden Überschwemmung im Jahr 2019 und der Pandemie 2020 – erwirtschafteten sie genug, um 30.000 Euro für den Kauf einer Finca (Bild) zurückzulegen.
Ihre Renovierungsarbeiten an diesem traditionellen spanischen Bauernhaus hielten sie von Anfang an auf Video fest, um andere zu inspirieren, die selbst ein altes Gemäuer restaurieren möchten. Und der Plan ging auf: Heute verfolgen Tausende wöchentlich auf ihrem YouTube-Kanal Finca Life, wie sie ihrem Traumhaus Schritt für Schritt näherkommen.
Finca vor dem Verfall
Bei ihren Fans sind Sharon und Andy nicht nur für ihre unermüdliche Arbeit und ihre entspannte Art bekannt, sondern auch für ihre typischen Sprüche wie „Let’s crack on with it“ (zu Deutsch: Packen wir’s an!) und „Another good job well done“ (zu Deutsch: Wieder was gut geschafft!). Die kommen so gut an, dass das Paar inzwischen sogar Merchandise-Artikel mit diesen Slogans verkauft.
Und eine gute Portion Optimismus war auch wirklich vonnöten, denn ihre Finca war bei der Übernahme kaum mehr als eine Ruine ohne fließendes Wasser oder Strom. Trotzdem erkannten sie sofort das Potenzial des alten Hauses aus dem 19. Jahrhundert, das idyllisch in den Mandelhainen des Altiplano-Bezirks in der Region Murcia liegt.
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Vorher: Alter Heuboden
Als Sharon und Andy die Finca kauften, lag sie schon seit Jahren verlassen – kein einziger Raum war mehr bewohnbar. Zum Glück gab es aber einen rund 46 Quadratmeter großen separaten Heuboden-Bau, dem sich die beiden dann zuerst widmeten. So hatten sie wenigstens einen Platz zum Kochen, Waschen und Schlafen, während sie sich nach und nach um den Rest des Hauses kümmerten.
Die ehemalige Bodega, eine Art Lager- und Kellergewölbe, verwandelten sie außerdem in eine geräumige Werkstatt, in der sie heute alles selbst bauen und reparieren – von maßgefertigten Schränken bis hin zu Teilen für den Grill.
Nachher: Schickes Apartment
Trotz seiner überschaubaren Größe dauerte die Renovierung des Heubodens mehrere Monate – aber die Mühe hat sich gelohnt: Sharon und Andy verwandelten nicht nur das Äußere des Gebäudes, sondern richteten auch ein gemütliches Schlafzimmer ein, installierten eine kleine Küche und ein Badezimmer. Dazu kamen eine Holzdecke, holzvertäfelte Wände, ein massiver Dielenboden aus Kiefer und ein Kaminofen.
Nachdem das Paar dieses gemütliche Apartment fertiggestellt hatten, ging es an die Renovierung des Haupthauses …
Vorher: Küche im K.o.-Zustand
Das abenteuerlustige Duo hatte sich einiges vorgenommen: Dieses Foto der alten Küche, das kurz nach dem Kauf der Finca aufgenommen wurde, veranschaulicht den schlechten Zustand des Hauses sehr gut.
Doch inmitten dieser Überreste entdeckten Sharon und Andy eine echte Überraschung: Hinter der Wand links vom alten Brotbackofen verbarg sich eine riesige Höhle, die die ursprünglichen Besitzer vermutlich als Vorratskeller genutzt hatten.
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Küchenrenovierung von Grund auf
Während draußen Sandstürme tobten, rückte Andy den Wänden mit einem schweren Schlagbohrer zu Leibe und klopfte den Putz ab. Wie er vermutet hatte, kam darunter das ursprüngliche Mauerwerk zum Vorschein – sowie der Eingang zu der geheimnisvollen Höhle.
Ohne den Putz kam zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder Luft an die feuchten, bröckelnden Wände.
Die Küche nimmt Gestalt an
Wochenlang arbeiteten sich die beiden durch die dicken Steinwände, füllten Fugen, verputzten mit Kalkmörtel und trugen anschließend einen traditionellen Kalkanstrich auf.
Andy legte den Boden mit alten Marmorplatten aus, die er zuvor eigenhändig aufgearbeitet hatte. Auch die imposante Küchenzeile samt Herd stammt aus seiner Werkstatt – gebaut aus wiederverwendeten Materialien.
Nachher: Küche mit Wohlfühlcharakter
Die fertige Küche ist hell und einladend, hat sich dabei aber ihren traditionellen Charme bewahrt. Die Küchenmöbel und der Tisch aus wiederverwertetem Holz verleihen ihr eine warme, gemütliche Atmosphäre.
Auch wenn der Raum nicht groß genug für eine ganze Einbauküche ist, eignet er sich perfekt als Frühstückszimmer und Kochbereich.
Andy und Sharon haben auch den alten Stall, in dem früher Vieh gehalten wurde, in einen praktischen Hauswirtschaftsraum verwandelt. Wie das gelang, schauen wir uns als Nächstes an …
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Vorher: Baufälliger Stall
Die Vergangenheit hatte in diesem Raum ihre Spuren hinterlassen: An einer Wand befanden sich sogar noch die originalen, in Stein gehauenen Futtertröge.
Da der Stall direkt an die alte Küche grenzt, bot er sich perfekt als Hauswirtschaftsraum an. Die Wände mussten zwar dringend saniert werden, doch den schönen Kopfsteinpflasterboden wollten die Renovierer unbedingt erhalten.
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Nachher: Praktischer Hauswirtschaftsraum
Das Paar entfernte den gesamten alten Putz, um das ursprüngliche Mauerwerk freizulegen. In einigen Bereichen brachten sie neuen Putz sowie Kalkfarbe auf, während sie andere Stellen unverputzt ließen. Damit auch das ordentlich aussieht, musste jeder einzelne Stein sorgfältig von Hand mit einer Drahtbürste gereinigt und anschließend verfugt werden.
Trotz der extremen Hitze, die ihre Arbeit immer wieder ausbremste, verwandelten sie den Raum in diesen praktischen Hauswirtschaftsbereich. Die alten Futtertröge ließen sie dabei nicht nur stehen, sondern funktionierten sie zu Vorratsbehältern für die Lebensmittel um, die sie rund um die Finca anbauen – doch dazu später mehr …
Vorher: Wohnzimmer im Chaos
Das Wohnzimmer wollten Sharon und Andy als gemütliches Herzstück des Hauses vor dem Winter fertiggestellt haben – doch bei Baubeginn wirkte der Raum alles andere als einladend.
Der Türrahmen war so niedrig, dass die beiden sich ständig den Kopf stießen. Also stand als Erstes an, den Boden abzugraben, um mehr Deckenhöhe zu schaffen. Leider fanden ihre sechs geretteten Katzen an dem dabei entstandenen Schutthaufen Gefallen – und zweckentfremdeten ihn als Katzenklo.
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Decke mit Wasserschaden
Aufgrund eines Konstruktionsfehlers im Dach hatte es 85 Jahre lang durchgeregnet. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen: Die Decke wurde stark rissig und überall bildeten sich unschöne Wasserflecken.
Andy machte sich zuerst daran, einen Teil des Daches abzutragen und neu einzudecken, um weitere Lecks zu verhindern. Anschließend verputzte er die Decke und den Kamin mit Kalkmörtel, bevor er die alten Balken sorgfältig reinigte und aufarbeitete. Die Arbeit dauerte einen ganzen Tag und war für Andy – wie er selbst sagt – eine „echte Tortur“. Warum? Er stand dabei größtenteils auf der Leiter, hatte den Kopf im Nacken und die Arme ständig erhoben.
Arbeit ohne Ende
Das Paar nutzte einige der Steine, die sie vom Abtragen des alten Fußbodens übrig hatten, um die ehemalige Tür zum Wohnzimmer teilweise zuzumauern und daraus ein Fenster zu machen. Fans ihres YouTube-Kanals wissen längst: Mauern zu bauen, ist auf der Finca eine scheinbar „nie enden wollende Aufgabe“.
Auf dem Foto „überwachen“ zwei der Katzen des Paars die Bauarbeiten. Sie gehören zu den vielen geretteten Tieren, die auf der Finca ein neues Zuhause gefunden haben.
Von außen alles top
Das Wohnzimmer ist der wohl älteste Teil der Finca. Vermutlich diente der Trakt einst als Hirtenhütte und wurde sogar noch vor dem Rest des Bauernhauses errichtet.
Für Sharon und Andy ist es nach wie vor spannend, die Geschichte ihres Zuhauses Stück für Stück freizulegen – und mit jeder Schicht einen weiteren Teil der letzten 150 Jahre abzutragen und immer neue Details zu entdecken.
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Die Hausherrin beim Steinbodenverlegen
Nachdem die ehemalige Tür zugemauert war, konnte der Innenausbau endlich starten. Andy restaurierte einen alten Holzofen und setzte ihn unter den ursprünglichen Kamin – daneben schuf er einen Lagerplatz für Holz, der dank des Gewölbes fast wie ein kleines Kunstwerk wirkt.
Anschließend goss Sharon einen Boden aus Kalkbeton, auf dem sie sorgfältig Tonziegel verlegte. Versiegelt wurde das Ganze mit einer schützenden Mischung aus Leinöl und Terpentin – ein rustikales Finish, das perfekt zum Charme des Hauses passt.
Nachher: Einladendes Wohnzimmer
Nach neun langen Monaten war das gemütliche Wohnzimmer endlich fertig. Der Holzofen, der mit altem Mandelholz aus dem eigenen Garten befeuert wird, spendet genug Wärme, um nicht nur dieses Zimmer, sondern auch die Küche und den ehemaligen Stall mollig warmzuhalten – perfekt für kalte Wintertage.
Doch nicht nur im Inneren der Finca, sondern auch draußen warteten einige Herausforderungen auf die britischen Hausrenovierer …
Vorher: Liebloser Innenhof, Teil I
Kurz nach dem Kauf des Hauses bot der Innenhof ein eher trauriges Bild: Die Mauern waren zum Teil eingestürzt, der Boden uneben und übersät mit Schutt, dazwischen wucherte kniehohes Gras und Unkraut.
Zunächst räumte das Paar das Gelände gründlich auf, dann legten sie den ursprünglichen Eingang wieder frei, den die Vorbesitzer zugemauert hatten. Die Tür dafür baute Andy kurzerhand selbst – aus altem Holz, das sie überall auf dem Grundstück gefunden hatten.
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Nachher: Ort zum Entspannen
Nachdem sie die Mauern stabilisiert und 15 Zentimeter dicke Steine auf dem Boden verlegt hatten, war ihr charmanter Outdoor-Bereich endlich fertig.
Für den nötigen Schatten sorgt ein selbstgebauter Sonnenschutz aus Segeltuch und alten Bahnschwellen, von denen jede rund 59 Kilogramm schwer ist. Die Sitzecke ist nun der perfekte Ort, um sich von der harten Renovierungsarbeit zu erholen.
Vorher: Liebloser Innenhof, Teil II
Das Paar, das von einem Youtube-Fan als „das ultimative Dreamteam“ bezeichnet wird, hat aus dem Innenhof aber noch mehr herausgeholt und eine ungenutzte Ecke in eine Outdoor-Küche für den Grillmeister Andy verwandelt.
Doch bis er hier das erste Mal den Grill anschmeißen konnte, gab es viel zu tun: Wie man auf dem Foto sieht, war der alte Lagerraum links baufällig und marode. Außerdem musste der Boden begradigt, der wuchernde Baum in Schach gehalten und ein Dach gebaut werden, das an heißen Tagen Schatten spendet.
Nachher: 1A-Outdoor-Küche
Der lärmende Generator wurde aus dem Innenhof in eine schallgedämmte Box um die Ecke verlegt. Damit schufen die beiden Platz für ein Leben, das hier hauptsächlich unter freiem Himmel stattfindet: Jetzt gibt es dort einen Grill, einen Smoker, maßgefertigte Ablageflächen zum Zubereiten von Speisen und sogar einen eigenen Pizzaofen.
Doch wer ein solches Anwesen kauft, hat natürlich nicht nur mit dem Haus selbst zu tun – auch das umliegende Grundstück braucht Pflege und Aufmerksamkeit …
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Vor- und Nachteile des autarken Lebens
Ein Leben „off-grid“, also ohne Anschluss an die öffentliche Strom- und Wasserversorgung, gibt Hausbesitzern eine gewisse Unabhängigkeit. In Sharons und Andys Fall wurde das besonders deutlich im April 2025, als es in Spanien einen landesweiten Stromausfall gab. Auf ihrer Finca blieb alles hell erleuchtet, da die Solarpaneele im Garten weiterhin zuverlässig Strom lieferten.
Doch das autarke Leben hat auch seine Schattenseiten: Als im Mai 2024 in der Region extreme Dürre herrschte, versiegten die Brunnen auf dem Grundstück komplett. Plötzlich hatten Sharon und Andy kaum noch Wasser – weder für sich selbst noch für ihre Tiere oder den Gemüsegarten.
Täglich neue Herausforderungen
Weil wochenlang kein Regen in Sicht war, schafften sich Sharon und Andy einen 20.000-Liter-Wassertank an. Er gibt ihnen nun etwas mehr Sicherheit in Zeiten, in denen das Wetter immer unberechenbarer wird.
Im Winter hatten sie dagegen ein ganz anderes Problem: An trüben Tagen lieferten die Solarpaneele nicht genug Strom. Ihre Lösung: Zusätzliche Module, die die Leistung um satte 33 Prozent steigern konnten. Außerdem investierten sie in einen Generator mit Startautomatik, der zuverlässig einspringt, wenn die Sonne sich rar macht.
Upcycling und Selbstversorgung
Das Leben auf der Finca hält immer wieder Überraschungen bereit – vom streikenden Generator bis hin zu brennenden Solarpaneelen. Doch Sharon und Andy verfolgen weiter ihren Traum vom autarken Leben:
Neben ihren Hühnern, die das Paar täglich mit frischen Eiern versorgen, gibt es auch einen Garten, in dem Obst und Gemüse wächst – der Rosenkohl sogar in einer alten, ausrangierten Badewanne. Sharon legt zudem Oliven und Kapern ein und pflanzt von Spargel und Paprika bis hin zu Kräutern alles selbst an.
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Eigene Landwirtschaft
Neben Oliven und Mandeln liefert der Hain auf dem Grundstück auch Brennholz, mit dem die Finca im Winter gemütlich warm bleibt. Außerdem lässt sich das Holz zu Mulch verarbeiten, der den Boden mit wichtigen Nährstoffen versorgt.
Das Grundstück selbst umfasst rund 2.000 Quadratmeter, doch laut Grundbuch gehören angeblich noch weitere 2,4 Hektar Land direkt hinter dem Haus dazu. Das ist allerdings bis heute umstritten.
Aktuell versuchen die Anwälte des Paares, in der Sache Licht ins Dunkel zu bringen. Das ist übrigens ein typisches Beispiel für eine der vielen Hürden, die einem beim Kauf eines größeren Landhauses in ländlicher Gegend erwarten können.
Zufluchtsort für Vierbeiner
Im Bauernhaus sind längst nicht mehr nur Sharon und Andy zu Hause. Die beiden nehmen Straßenkatzen auf und bis zu sechs der Tiere teilen sich gleichzeitig mit ihnen die Finca.
2021 entdeckte das Paar mitten in der Nacht einen völlig entkräfteten Esel, der orientierungslos über die Straße trottete. Sie tauften ihn Xote und begannen, ihn langsam wieder aufzupäppeln – quasi parallel zum Umbau ihrer Finca. Ein paar Monate später zog noch eine Ziege ein. Praktisch: Gemeinsam sorgen die beiden Stallkumpel dafür, dass im Garten immer genug Dünger vorhanden ist.
Das Finca-Paradies wächst
Trotz sengender Hitze von bis zu 42 Grad, Sandstürmen und so manchem kleinen Desaster verwandelt sich die Finca langsam in ein echtes Paradies – dank harter Arbeit und der unermüdlichen Energie des Paares. „Wir stellen uns einfach gerne neuen Herausforderungen“, so Andy.
Doch was hat dieser Traum vom schuldenfreien Eigenheim die beiden eigentlich bisher gekostet?
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Achtung, versteckte Kosten!
Ein Haus in Spanien für nur 30.000 Euro? Klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Und Sharon und Andy mussten bald feststellen, dass einiges an versteckten Kosten auf sie zukam:
Neben dem Kaufpreis fielen 8.500 Euro für Steuern, Gebühren und Lizenzen an. Außerdem beauftragten sie einen Architekten mit den Umbauplänen – das kostete weitere 4.300 Euro. Obendrauf kam noch eine Sondersteuer von 4.600 Euro, ganz zu schweigen von der jährlichen Grundsteuer, die regelmäßig fällig wird.
„Man sollte unbedingt ein finanzielles Polster haben“, warnt Sharon. „Ohne unser Erspartes hätten wir schnell ziemlich alt ausgesehen.“
Immobilienkauf in Spanien
Wer mit dem Gedanken spielt, eine Immobilie in Spanien zu kaufen, sollte sich im Vorfeld über einige Dinge im Klaren sein.
Wichtig ist vor allem, frühzeitig zu klären, ob das Wunschprojekt überhaupt realisierbar ist – denn beim Kauf wird in der Regel eine Anzahlung von 10 bis 20 Prozent fällig, die nicht zurückerstattet wird, falls der Vertrag platzen sollte.
Ebenso entscheidend: Lassen Sie von einem unabhängigen Anwalt prüfen, ob die Angaben beim Vermessungsamt und beim Grundbuchamt übereinstimmen – das kann viel Zeit, Geld und nervenaufreibende Bürokratie ersparen. Auch an gültige Baugenehmigungen und sogenannte Bewohnbarkeitsbescheinigungen (cédula de habitabilidad) sollte unbedingt gedacht werden.
Vor dem Verfall gerettet
Diese Luftaufnahme der Finca aus dem Frühjahr 2025 zeigt, wie viel Arbeit Sharon und Andy bereits in ihr Zuhause gesteckt haben. Deutlich wird das vor allem im Vergleich zu den umliegenden Gebäuden, von denen viele inzwischen verfallen sind.
Ihre Geschichte ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was mit historischen Häusern passiert, wenn sich niemand mehr um sie kümmert – und wie viel Herzblut und Ausdauer nötig sind, um ihnen neues Leben einzuhauchen.
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Und was kommt jetzt?
Obwohl das Paar über die Monetarisierung ihrer Finca nachdenkt, beispielsweise über die Vermietung des Apartments im alten Heuboden oder Tischler- und Schweiß-Kurse, möchten Andy und Sharon im Moment erstmal weiter an ihrem Zuhause werkeln. „Wir haben es nicht eilig“, so der Hausherr. „Wichtiger ist, dass am Ende alles perfekt wird.“
Und trotz all der geleisteten Arbeit steht noch einiges an: Das Hauptschlafzimmer, das Büro, der Wohn-Essbereich, ein weiterer Innenhof und die Hausfassade warten noch auf ihre Verwandlung. Die Frage „Und was kommt jetzt?“ ist also leicht zu beantworten: Die Finca-Renovierung geht weiter ...
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