So innovativ ist Deutschland im Vergleich zum Rest der Welt
Die 20 fortschrittlichsten Nationen der Welt
Langsames Wachstum, hohe Inflation und die anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie haben den Erfindergeist in den letzten Jahren gebremst. Dennoch machen einige zukunftsorientierte Nationen weiterhin große Fortschritte – sie führen in allen Bereichen, von der künstlichen Intelligenz (KI) bis hin zur Infrastruktur.
Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) hat in ihrem aktuellen „Global Innovation Index“ (GII) ermittelt, welche Länder am innovativsten sind. Sehen Sie hier die Top 20 und finden Sie heraus, welche Nation sich die Innovationskrone schnappt. Hätten Sie erraten, welchen Platz Deutschland im Ranking belegt?
(Alle Preise sind in Euro umgerechnete US-Dollar-Beträge.)
Adaptiert von Jasmin Moore
20. Island
Indexwert: 50,7
Island wird von der EU als „starker Innovator“ eingestuft und landet somit aus gutem Grund auf Platz 20 im WIPO-Index. Obwohl die Finanzierung sich teilweise schwierig gestaltet, hat kein anderes Land mehr Risikokapitalempfänger im Verhältnis zum BIP. Auch bei Spielfilmen und Top-Level-Domains pro Kopf steht Island an der Spitze.
Darüber hinaus wird Island für seine nachhaltige Unternehmenskultur gelobt. Zu den nennenswertesten isländischen Start-ups gehören die Greentech-Firmen IceWind und Laki Power sowie die Fintech-Firma Indo und das E-Mobilitätsunternehmen Hopp.
19. Norwegen
Indexwert: 50,7
Norwegen mag zwar schlechter abschneiden als seine Nachbarn Finnland, Schweden und Dänemark, dennoch ist die Innovationskraft der nordeuropäischen Nation beachtlich. Im GII-Ranking überzeugt das Land mit seinen Institutionen und seiner ausgezeichneten Infrastruktur, weiterer Pluspunkt sind die gut ausgebildeten Arbeitskräfte im Land. Ähnlich wie Island ist Norwegen für seine nachhaltige Technologieindustrie bekannt. Es schwächelt im Index jedoch aufgrund seiner hohen Zölle und verhältnismäßig wenigen Technologieexporten.
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18. Österreich
Indexwert: 53,2
Österreich wurde 2023 im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas zum „Innovation Champion“ ausgezeichnet. Die österreichische Regierung arbeitet unter anderem an der Verbesserung der digitalen Infrastruktur und der Optimierung des regulatorischen Rahmens. Ganz oben auf der Tagesordnung stehen digitaler Humanismus und ethische KI.
Obwohl die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) bereits beträchtlich sind, gibt es ausbaufähige Bereiche – so etwa die relativ geringen Investitionen von Risikokapitalgebern. Zu den führenden österreichischen Start-ups zählen die digitale Lernplattform GoStudent und die in Wien ansässige Krypto-Börse Bitpanda.
17. Hongkong
Indexwert: 53,3
Hongkong wird seit langem für seine Innovationsfähigkeit gelobt. Die chinesische Sonderverwaltungszone gilt als hervorragender Standort für Unternehmensgründungen. Im GII-Ranking konnte Hongkong mit seinen unkomplizierten Finanzierungsformen, dem Export kreativer Güter und dem globalen Wert seiner Marken punkten.
Weniger gut schneidet die Metropole in den Bereichen Technologieexporte und Bildungsausgaben ab. Zu den innovativsten Unternehmen gehören sowohl alteingesessene Unternehmen wie HSBC Hong Kong als auch Newcomer wie das Fintech-Unternehmen WeLab Bank und der Logistikkonzern Lalamove.
16. Estland
Indexwert: 53,4
Estland genießt einen wohlverdienten Ruf als Ideenschmiede für technologischen Fortschritt. Trotz seiner bescheidenen Größe hat das Land in den letzten Jahren eine unverhältnismäßig hohe Anzahl an bahnbrechenden Technologieunternehmen hervorgebracht, etwa der Instant-Messaging-Dienst Skype und die E-Geld-Institution Wise.
Die Förderungsmaßnahmen der estnischen Regierung und die digitale Infrastruktur machen das Land äußerst attraktiv für ausländische Investoren. Der einzige Stolperstein im baltischen Staat ist die Bildung: Im WIPO-Index werden die Kategorien Hochschulbildung und universitäre Forschung und Entwicklung eher niedrig bewertet.
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15. Kanada
Indexwert: 53,8
Kanada punktet vor allem im Bereich Humankapital und Forschung, wozu auch die Bildung zählt. Seine Achillesferse ist die mangelnde Infrastruktur. Da ein Großteil des riesigen Landes nur dünn besiedelt ist, ist dies jedoch wenig überraschend. Risikokapitalgeber sind in Kanada zahlreich vertreten und Kredite für Unternehmen verhältnismäßig leicht zu bekommen. Dies spiegelt sich auch in der großen Menge weltweit erfolgreicher kanadischer Start-ups wider, wozu die Commerce-Plattform Shopify, die Accounting-Software Wave und der Instant-Messaging-Dienst Kik Interactive gehören.
14. Israel
Indexwert: 54,3
Der Krieg mit der Hamas hat auch auf die Innovationsfähigkeit Israels Auswirkungen. Dies betrifft vor allem die Finanzierung von Start-ups. Im Verhältnis zum BIP gibt Israel mehr für F&E aus als jedes andere Land der Welt. Die Finanzierung gestaltet sich unkompliziert und die Investitionen von Risikokapitalgebern sind solide. Im Jahr 2022 verzeichnete Israel die meisten Einhörner (Start-up-Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde Euro) im Verhältnis zu seinem BIP. Die Institutionen des Landes schneiden jedoch eher schlecht ab.
13. Japan
Indexwert: 54,6
In den letzten Jahrzehnten hat Japan mit Laptops, LED-Lampen, Hybridfahrzeugen und unzähligen anderen Erfindungen unsere Lebensweise verändert. Aufgrund der stagnierenden Wirtschaft musste das Land in den letzten Jahren jedoch einige Plätze im Ranking einbüßen.
Trotz einiger verbesserungswürdiger Bereiche wie etwa die Infrastruktur und die ausländischen Investitionen hat Japan viel zu bieten: Seine Regierung und Banken fördern vor allem Start-ups. Die F&E-Ausgaben sind hoch, und das Land verzeichnete im Jahr 2022 ganze 289.530 Patentanmeldungen. Nur die USA und China meldeten mehr Patente an.
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12. China
Indexwert: 55,3
Der Fortschritt in China wird von Korruptionsvorwürfen überschattet und das Land wird vor allem des Diebstahls von geistigem Eigentum bezichtigt. Die starke Einmischung der chinesischen Regierung in Unternehmen kann das Innovationspotenzial zusätzlich behindern, dennoch schneidet das Land im GII-Ranking gut ab.
Der Export von kreativen Gütern floriert und China konnte im Jahr 2022 die weltweit höchste Anzahl an Markenanmeldungen verzeichnen. Chinesische Start-ups wie das Videoportal TikTok, die Unternehmensplattform Alibaba und der Online-Händler Shein sind weltweit bekannt, und in Bereichen wie erneuerbare Energien, Elektroautos und künstlicher Intelligenz ist das Land marktführend.
11. Frankreich
Indexwert: 56
Frankreich ist in den letzten Jahren in der Rangliste aufgestiegen. Das ist unter anderem auf Präsident Macron zurückzuführen, der das Land zu einer Start-up-Nation machen will. Für dieses Vorhaben investiert die französische Regierung rund 30 Milliarden Euro. Frankreich schneidet vor allem in den Bereichen kreative Leistungen und Marktkompetenz sehr gut ab. Steigerungsfähig sind trotz Macrons Finanzspritze die Institutionen.
10. Südkorea
Indexwert: 58,6
Innovation ist ein wichtiger Motor der südkoreanischen Wirtschaft: So produziert bis auf Taiwan kein anderes Land mehr Halbleiter als Südkorea. Einheimische Technologieunternehmen wie Samsung sind für einen Großteil der Erfindungen verantwortlich.
Südkorea hat weltweit die zweithöchsten F&E-Ausgaben im Verhältnis zum BIP. Investitionen gestalten sich in Südkorea allerdings eher schwierig. Dennoch schneidet das Land bei vielen Schlüsselindikatoren sehr gut ab, von der Zahl der Patente bis zu den Bildungsausgaben.
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9. Dänemark
Indexwert: 58,7
Laut dem Korruptionswahrnehmungsindex 2022 von Transparency International ist Dänemark das am wenigsten korrupte Land der Welt. Dieses vertrauensvolle Klima gilt als besonders innovationsfreundlich: Das Land erntet nicht nur für seine Institutionen, sondern auch für seine ausgezeichnete Infrastruktur, seine attraktiven Forschungssysteme und seinen geistigen Ressourcen viel Lob. Überdies ist Dänemark ein Paradies für aufstrebende Unternehmen und verzeichnet etwa 950 Start-ups allein im Bereich der Erlebnistechnologie (XTech).
8. Deutschland
Indexwert: 58,8
Deutschlands technischer Erfindungsreichtum hat das Land zu einer der fortschrittlichsten Industrienationen der Welt gemacht. Obwohl die Infrastruktur Verbesserungsbedarf hat, sind die F&E-Ausgaben in Deutschland hoch und die Bundesrepublik schneidet in den Bereichen Kreativität, Wissen und Technologie hervorragend ab.
Große multinationale Unternehmen wie der Automobilhersteller Volkswagen, das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen Bosch und der Chemiekonzern BASF sind bekannt für ihre bahnbrechenden Technologien. Aber auch Start-ups finden sich hier viele, so etwa in den Branchen künstliche Intelligenz, Finanztechnologie und erneuerbare Energien.
7. Niederlande
Indexwert: 60,4
Die niederländische Regierung fördert die Innovationsfähigkeit eifrig und unterstützt Unternehmensgründungen durch Steuergutschriften und Zuschüsse. Das Land bietet ein offenes und positives Umfeld und gehört heute zu den weltweit führenden Herstellern von Hightech-Produkten. So sind die Niederlande etwa Weltmarktführer in der Nanotechnologie: Der weltweit größte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie, ASML, ist hier ansässig.
Alteingesessene niederländische Unternehmen sind ebenso erfinderisch wie Start-ups. Das Amsterdamer Traditionsunternehmen Philips war einer der ersten Konzerne der Welt, der das Konzept einer robotergesteuerten „Lights-Out“-Fabrik umsetzte.
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6. Finnland
Indexwert: 61,2
Die ausgezeichnete Infrastruktur Finnlands begünstigt Innovationen. Überdies bietet die finnische Regierung umfassende Unterstützung für Forschungsprojekte und Start-ups. Bemerkenswert ist, dass Finnland als erstes Land das 5-G-Netz eingeführt hat und mehr digitale Start-ups pro Kopf verzeichnet als jedes andere Land.
Das nordeuropäische Land ist Spitzenreiter in den Bereichen Gesundheit und nachhaltige Technologien. In seiner Ruhmeshalle des Fortschritts befinden sich etwa Rovio Entertainment, Entwickler des Videospiels Angry Birds, der Essenslieferdienst Wolt und Yousician, eine App zum Erlernen von Musikinstrumenten.
5. Singapur
Indexwert: 61,5
Singapur ist 2023 in die Top 5 des GII-Rankings aufgestiegen. Der Stadtstaat verfügt über die innovationsfreundlichsten Institutionen der Welt. Außerdem gelten die Stabilität, Effizienz und Unterstützung der Regierung als durchweg verlässlich.
Die singapurische Regierung unterstützt die Entwicklung von Start-ups durch Programme wie Startup SG von Enterprise Singapore. Das Land ist bekannt für seinen technologischen Eifer und punktet im Ranking vor allem mit seiner herausragenden Infrastruktur, seinen hoch qualifizierten Fachkräften, der Hightech-Produktion und dem reichlich vorhandenen Risikokapital.
4. Vereinigtes Königreich
Indexwert: 62,4
Britische Erfindungen haben die Welt geprägt, und das Vereinigte Königreich gestaltet die Zukunft auch weiterhin mit. Der Inselstaat ist ein bedeutender Innovationsstandort mit zahlreichen weltweit anerkannten Universitäten und Forschungseinrichtungen – dazu zählen etwa die Universitäten Oxford und Cambridge sowie das Francis Crick Institute in London.
Das Vereinigte Königreich punktet mit großzügigen Steuererleichterungen für F&E-Ausgaben und kann mit soliden Ergebnissen bei den Indikatoren für kreative Leistungen aufwarten. Zu den Erfolgsgeschichten des Landes gehören der Essenslieferdienst Deliveroo und die Online-Banken Monzo und Revolut.
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3. USA
Indexwert: 63,5
Die USA gelten als wahrer Superstar der Innovation: Im WIPO-Index führen sie bei 15 von 80 Indikatoren an. Bekannt sind vor allem ihre renommierten Universitäten und Forschungseinrichtungen, wie etwa die Privatuniversität Harvard. Die Vereinigten Staaten sind weltweit führend bei den F&E-Ausgaben und verzeichnen mehr milliardenschwere Einhorn-Start-ups als jedes andere Land.
Amerikanische Tech-Titanen wie Apple, Amazon und Microsoft dominieren den globalen Sektor. Auch in den Kategorien künstliche Intelligenz und medizinische Forschung schneidet das Land sehr gut ab. Sein einziges Manko ist die Infrastruktur, die in einigen Bereichen Mängel aufweist.
2. Schweden
Indexwert: 64,2
Schwedens Infrastruktur wird als die zweitbeste der Welt eingestuft. Das Bildungssystem der skandinavischen Nation ist beispiellos und die erwerbstätige Bevölkerung zählt zu den am besten ausgebildeten und qualifizierten der Welt.
Einzig die unternehmenspolitischen Praktiken des Landes sind ausbaufähig. Schwedische Start-ups florieren dennoch und das Land hat in den letzten Jahren einige große Namen hervorgebracht, darunter etwa der Audio-Streaming-Dienst Spotify und der in Stockholm ansässige Zahlungsanbieter Klarna.
1. Schweiz
Indexwert: 67,6
Zum 13. Mal in Folge wurde die Schweiz zum Sieger des GII-Rankings gekürt. Die wohlhabende Nation ist gänzlich auf Innovation ausgerichtet: Ihre Regierungspolitik gilt als besonders unternehmerfreundlich und scheut nicht die F&E-Kosten. Die Eidgenossenschaft ist der unangefochtene Spitzenreiter in den Bereichen Wissen und Technologie und kreativen Leistungen – besonders gut schneidet sie in den Kategorien Patente und Einnahmen aus geistigem Eigentum ab.
Zu den schweizerischen Stärken zählen vor allem die Medizintechnik und die Pharmaindustrie, geführt von Unternehmen wie dem Neurotherapie-Start-up MindMaze, dem Data-Unternehmen SOPHiA GENETICS und dem Pharmaunternehmen Actelion, das inzwischen zu Johnson & Johnson gehört.
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