Diese einstigen Militärstützpunkte sind heute vergessen
Hier wurden Verteidigungsgelände stillgelegt
Forward Operating Base Shank, Logar, Afghanistan
Diese 2008 vom US-Militär errichtete Einsatzbasis im Osten Afghanistans wurde von den Koalitionstruppen als strategischer Stützpunkt auch für die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte und der Polizei genutzt. Der Bau und die Erweiterung der Anlage kosteten Millionen von Euro.
Forward Operating Base Shank, Logar, Afghanistan
Die Basis verschlang das Geld der Steuerzahler, als wenn es kein Morgen gäbe. Das US-Militär gab umgerechnet allein 6 Millionen Euro für Sicherheitszäune und 12 Millionen Euro für eine 2,25 Kilometer lange Landebahn aus.
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Forward Operating Base Shank, Logar, Afghanistan
Angesichts des ganzen Geldes, das in die Basis gesteckt wurde, fehlte es sicherlich nicht an Annehmlichkeiten. Im FOB Shank gab es so gut wie alles, von einem Einkaufszentrum mit 50 Geschäften bis hin zu drei Restaurants und nicht nur einem oder zwei, sondern gleich vier Schönheitssalons.
Forward Operating Base Shank, Logar, Afghanistan
2014 kam es zu großen Veränderungen, als die Mehrheit der US-Truppen aus Afghanistan abgezogen wurde. Die Basis wurde an die afghanische Polizei übergeben, ist jedoch seitdem weitgehend ungenutzt und praktisch dem Verfall überlassen.
Forward Operating Base Shank, Logar, Afghanistan
Der verlassene Stützpunkt wird inzwischen auch „Zombieland“ genannt und von US-Soldaten mit der Fernsehserie „The Walking Dead“ verglichen. Die afghanischen Sicherheitskräfte wiederum bezeichnen die heruntergekommenen Gebäude als „Häuser für Dämonen“. Rudel wilder Hunde, die das Gelände durchstreifen, tragen zu der postapokalyptischen Stimmung bei.
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Forward Operating Base Shank, Logar, Afghanistan
Obwohl noch einige amerikanische Soldaten im Camp Dahlke am südlichen Rand der verlassenen Basis stationiert sind, steht FOB Shank selbst leer und wird nicht mehr gewartet.
Festung Kowno, Kaunas, Litauen
Die gigantische Festung Kowno im Süden Litauens wurde in einem Zeitraum von 33 Jahren von 1882 bis 1915 erbaut, um das russische Kaiserreich, das das Gebiet zu der Zeit kontrollierte, vor einer deutschen Invasion zu schützen. Nach seiner Fertigstellung war der Militärstützpunkt die größte Verteidigungsanlage des Landes.
Festung Kowno, Kaunas, Litauen
Insgesamt wurden auf dem Gelände neun Forts und neun Schießanlagen gebaut. Fort IX, das größte der Bauwerke, kostete damals schätzungsweise 7,6 Millionen US-Dollar, was einem heutigen Wert von umgerechnet rund 232 Millionen Euro entspricht.
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Festung Kowno, Kaunas, Litauen
Die Festung Kowno hatte ihren ersten schweren Einsatz im Ersten Weltkrieg, als sie von deutschen Truppen belagert wurde. Trotz des unerbittlichen Bombardements hielt die Anlage elf Tage stand; ein Beweis ihrer soliden Mauern.
Festung Kowno, Kaunas, Litauen
Die Geschichte der Festung nahm im Zweiten Weltkrieg eine dunklere Wendung, als Kowno von Nazi-Truppen besetzt wurde. Hinter den Mauern wurden bis zu 50.000 Menschen hingerichtet, darunter 30.000 Holocaust-Opfer.
Festung Kowno, Kaunas, Litauen
Nach dem Krieg wurde die Festung bis Ende der 1950er-Jahre von den sowjetischen Luftlandetruppen genutzt. 1958 entstand darin ein Museum, das an die in Kowno begangenen Verbrechen und die Geschichte des Ortes erinnert.
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Festung Kowno, Kaunas, Litauen
1984 wurde auf dem Gelände ein beeindruckendes Denkmal von 30 Metern Höhe enthüllt. Fort IX, das 2007 teilweise renoviert wurde und jährlich normalerweise Hunderttausende Besucher verzeichnet, beherbergt eine Ausstellung. Der Rest der Anlage ist eine Ruine.
Savanna Army Depot, Savanna, USA
Das Savanna Army Depot erstreckt sich über eine Fläche von 5.260 Hektar am Ufer des Mississippi unweit der US-Stadt Savanna in Illinois. Die Anlage wurde 1917 als Testgelände für Militärartillerie gebaut.
Savanna Army Depot, Savanna, USA
Der Bau kostete insgesamt rund 585.000 US-Dollar, was einem heutigen Wert von umgerechnet rund 11,7 Millionen Euro entspricht. In den 1920er-Jahren wurden in der Anlage Waffen hergestellt, gelagert, umgebaut und getestet. Auch chemische Waffen wie Senfgas gehörten dazu.
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Savanna Army Depot, Savanna, USA
Im Zweiten Weltkrieg wurde Savanna zum größten Munitionslager der USA. Das Depot beschäftigte in der Hochphase Tausende Mitarbeiter. Die Zahl ging zurück, als das Depot weniger genutzt wurde, sodass Anfang der 1990er-Jahre nur noch 500 darauf beschäftigt waren.
Savanna Army Depot, Savanna, USA
Das Ende des Kalten Krieges bedeutete das Aus des Areals. Die Schließung des Depots wurde 1995 entschieden, im Jahr 2000 erfolgte dann die Stilllegung. Auf dem Gelände sind allerdings noch immer Giftstoffe und nicht explodierte Munition verteilt, die zum Teil äußerst gefährlich sind. Eindringlinge aufgepasst!
Savanna Army Depot, Savanna, USA
Die Säuberungsaktion, die seit Jahren andauert, hat die US-Behörden bisher mindestens umgerechnet 200 Millionen Euro gekostet. Die endgültige Rechnung könnte sich auf 350 Millionen Euro belaufen, was die anfänglichen Kosten der Anlage völlig übersteigt.
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Savanna Army Depot, Savanna, USA
Die gute Nachricht ist, dass die Anlage, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, nun ein Paradies für wild lebende Tiere ist. Da sich der Mensch von dem Gelände zurückgezogen hat, wurde dieses zu einem idealen Lebensraum für 47 Pflanzen- und Tierarten. Darunter sind bedrohte Arten wie die Dosenschildkröte, die sonst nur noch selten in Illinois anzutreffen sind.
Raketenbasis Plokštinė, Plokščiai, Litauen
Diese streng geheime Raketenbasis in der Nähe des Plateliai-Sees im heutigen Litauen wurde von 1960 bis 1962 von 10.000 Arbeitern errichtet. Die größtenteils unterirdische Anlage war alles andere als wirtschaftlich.
Raketenbasis Plokštinė, Plokščiai, Litauen
Tatsächlich entsprachen die Gesamtkosten denen des Baus einer Kleinstadt, das heißt Milliarden aus heutiger Sicht. Die Sicherheitsvorkehrungen waren außerordentlich strikt, sodass die Anlage von einem elektrischen Zaun umgeben war – dieser konnte mit 1.700 Volt einen tödlichen Stromstoß auslösen.
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Raketenbasis Plokštinė, Plokščiai, Litauen
Die Anlage bestand aus mehreren tiefen Schächten, einer Reihe von Raketensilos und einem Labyrinth aus Tunneln. Sie war groß genug, um Hunderte von Menschen aufzunehmen, und konnte bis zu 15 Tage lang völlig autonom bleiben.
Raketenbasis Plokštinė, Plokščiai, Litauen
Die Silos enthielten zahlreiche R-12-Dvina-Raketen, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet waren. Zum Glück ließen die Spannungen zwischen Ost und West nach der Kubakrise nach, sodass die Waffen weder im Ernstfall noch zu Testzwecken eingesetzt wurden.
Raketenbasis Plokštinė, Plokščiai, Litauen
Am Ende war die unglaublich teure Basis nur zwölf Jahre in Betrieb. Die Instandhaltung des Geländes wurde jedoch fortgesetzt, bis es Anfang der 1990er-Jahre nach dem Ende des Kommunismus und dem Zerfall der UdSSR aufgegeben wurde.
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Raketenbasis Plokštinė, Plokščiai, Litauen
Der Zustand der Anlage verschlechterte sich schnell und Unbefugte machten sich auf dem Gelände breit. 2012 wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt und Plokštinė beherbergt heute ein Museum, das dem Kalten Krieg gewidmet ist.
Fort Ord, Marina, USA
Das Fort Ord im kalifornischen Monterey County wurde 1940 als Festung ausgewiesen und 1994 stillgelegt. Das Gebiet, das die Anlage umfasst, ist ungefähr so groß wie San Francisco und hat Milliarden von Euro gekostet.
Fort Ord, Marina, USA
Die Anlage stammt von 1917, als sie als Truppenübungsplatz diente. Der Ausbau zu einem Fort kostete 15 Millionen US-Dollar, was einem heutigen Betrag von umgerechnet 274 Millionen Euro entspricht.
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Fort Ord, Marina, USA
Die 7. Infanteriedivision der US-Armee war für einen Großteil ihres Bestehens in Fort Ord stationiert. Im Zweiten Weltkrieg wurden deutsche Kriegsgefangene auf dem Stützpunkt inhaftiert und mit dem Bau von Mauern und Bunkern beauftragt.
Fort Ord, Marina, USA
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Fort als Ausbildungsbasis, die während des Vietnamkrieges führend in den USA war. Vielen Soldaten gefiel das Klima und die Lage am Meer von Fort Ord und sie bewarben sich um die Stationierung dort. Auch die Ausstattung war erstklassig.
Fort Ord, Marina, USA
In den 1960er-Jahren gab es auf dem riesigen Stützpunkt ein Krankenhaus, sechs Schulen, mehrere Geschäfte (darunter einen Friseur und einen Secondhandladen), zwei Kinos und eine Bowlingbahn. Weitere Sportanlagen waren ein 18-Loch-Golfplatz und ein olympisches Schwimmbecken (im Bild).
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Fort Ord, Marina, USA
Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde Fort Ord nicht mehr gebraucht und die Anlage 1994 geschlossen. Stilllegung und Sanierung kosteten schätzungsweise rund 330 Millionen Euro. Zwar sind noch viele der militärischen Gebäude erhalten, ein Großteil des Areals wurde aber an private Bauunternehmer verkauft. Ein anderer Teil des Geländes ist seit 2012 ein Nationaldenkmal.
U-Boot-Bunker Olavsvern, Tromsø, Norwegen
Dieser verdeckte Marinestützpunkt wurde in der Nähe von Tromsø Ende der 1960er-Jahre von der norwegischen Marine in einen Berg gemeißelt. Die Errichtung kostete ein absolutes Vermögen: 494 Millionen US-Dollar kamen dafür zusammen, was inflationsbereinigt heute umgerechnet etwa 3,8 Milliarden Euro entspricht.
U-Boot-Bunker Olavsvern, Tromsø, Norwegen
Für die Basis, die mit der fortschrittlichsten Technologie ausgestattet war, wurden keine Kosten gescheut. Die Bunkeranlage bestand aus zahlreichen Tunneln, unterirdischen Räumen und auch oberirdischen Gebäude mit einer Gesamtfläche von etwa 14.000 Quadratmetern.
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U-Boot-Bunker Olavsvern, Tromsø, Norwegen
Die Anlage, die an „James Bond“-Filme erinnert, wurde von der NATO als U-Boot-Bunker genutzt, die in der norwegischen und der Barentssee eingesetzt wurden. Über raffinierte Kanäle gelangten die U-Boote hinein und wieder heraus.
U-Boot-Bunker Olavsvern, Tromsø, Norwegen
Olavsvern verlor seine strategische Bedeutung nach dem Ende des Kommunismus. Der Stützpunkt wurde 2002 stillgelegt, 2009 von der norwegischen Regierung geschlossen und stand schließlich zu einem Niedrigpreis zum Verkauf.
U-Boot-Bunker Olavsvern, Tromsø, Norwegen
2011 wurde die Anlage an ein Konsortium norwegischer Ölunternehmen für umgerechnet nur 5 Millionen Euro verkauft, was einem Bruchteil der Baukosten entspricht. Die ehemalige Militärbasis sollte als Wartungsstandort für die Ölindustrie genutzt werden.
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U-Boot-Bunker Olavsvern, Tromsø, Norwegen
Stattdessen wurde Olavsvern jedoch an Tochtergesellschaften von Gazprom vermietet, dem russischen Energieriesen, der enge Beziehungen zum Kreml unterhält. Diese betreiben Forschungsschiffe von der Basis aus, was bei der norwegischen Regierung und der NATO ziemlich schlecht ankommt.
Flugzeugkaverne Željava, Željava, Kroatien
Die Flugzeugkaverne Željava wurde Ende der 40er- bis Anfang der 60er-Jahre vom jugoslawischen Militär an einem geheimen Ort an der heutigen Grenze zwischen Bosnien und Kroatien errichtet. Als einer der größten Stützpunkte Europas diente die Anlage als Kommandozentrale und beherbergte ein Raketen-Frühwarnsystem.
Flugzeugkaverne Željava, Željava, Kroatien
Der unterirdische Teil des Stützpunkts, der über vier Eingänge im Berg zugänglich war, war groß genug für 1.000 stationierte Soldaten und diente zum Start von Kampfflugzeugen. Die Anlage war konzipiert, um selbst einem Atomangriff von 20 Kilotonnen Sprengkraft standzuhalten.
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Flugzeugkaverne Željava, Željava, Kroatien
Dieses Bild zeigt eine der vier atombombensicheren Türen, denen angeblich sogar eine Explosion wie in Nagasaki am Ende des Zweiten Weltkriegs nichts angehabt hätte. Jede der Türen wog 100 Tonnen.
Flugzeugkaverne Željava, Željava, Kroatien
Das Herzstück der Basis, das Kommandozentrum, ist hier abgebildet. Der Raum, der dem Sammeln und Kontrollieren von Informationen diente, befindet sich in der Mitte eines Tunnelnetzwerks, das sich über 3,5 Kilometer erstreckt.
Flugzeugkaverne Željava, Željava, Kroatien
Oberirdisch wurde die Basis mit insgesamt fünf extralangen Start- und Landebahnen ausgestattet, von denen hier eine zu sehen ist. Auf dem Gipfel des Berges, der durch Raketenabfangsysteme geschützt und rund um die Uhr bewacht war, wurden Überwachungsradare platziert.
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Flugzeugkaverne Željava, Željava, Kroatien
Der Bau der Basis kostete schätzungsweise rund 6 Milliarden Euro. Trotz dieser enormen Rechnung zerstörte die jugoslawische Volksarmee gegen Ende der Jugoslawienkriege 1991 einen Großteil des Komplexes. Gegnerischen Truppen sollte die Anlage nicht in die Hände fallen. Seitdem ist die ehemalige Flugzeugkaverne verlassen.
Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex, Nekoma, USA
Der Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex in Nekoma im US-Bundesstaat North Dakota war eine wirkliche Verschwendung von Steuergeldern. Die Raketenabwehrbasis wurde im April 1975 nach heutigem Geldwert für 6 Milliarden Euro fertiggestellt.
Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex, Nekoma, USA
Der futuristische Komplex, der unter und um eine auffällige Pyramidenstruktur herum gebaut wurde, war Start- und Kontrollstation für Kurz- und Langstreckenraketen.
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Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex, Nekoma, USA
Unglaublicherweise war die hochmoderne Multimilliarden-Dollar-Anlage allerdings nur 24 Stunden lang voll funktionsfähig. Im Oktober 1975 hielt der Kongress die Basis für ineffektiv, stellte die Mittel ein und stimmte für die Stilllegung des gesamten Komplexes – buchstäblich einen Tag nach dem Übergang von der anfänglichen zur vollen Betriebsfähigkeit.
Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex, Nekoma, USA
Die Basis wurde im Februar 1976 stillgelegt und von den Behörden so gut wie aufgegeben. 2012 stellte das US-Militär den Komplex zum Verkauf, um einen Teil der Kosten auszugleichen.
Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex, Nekoma, USA
Der Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex wurde von einer religiösen Gruppe namens „Spring Creek Hutterite Colony“ gekauft. Die Organisation zahlte umgerechnet rund 530.000 Euro dafür, eine ziemlich magere Summe, wenn man bedenkt, wie viel der Bau gekostet hat.
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Stanley R. Mickelsen Safeguard Complex, Nekoma, USA
Heute erinnert der Komplex, wie viele andere Stützpunkte in dieser Zusammenfassung, an die Kehrtwenden in der Verteidigungspolitik und die hohen Ausgaben für das Militär.
Maunsell Forts, Themse-Mündung, England
In Anlehnung an die Marsstative in Herbert George Wells Science-Fiction-Klassiker „Der Krieg der Welten“ errichteten die britische Marine und das Militär während des Zweiten Weltkriegs an der Themse-Mündung mehrere befestigte Türme und Plattformen. Diese sollten London vor Luft- und Seeangriffen der Nazis schützen.
Mehr: Ruinen des Industriezeitalters, in denen die Zeit still steht
Maunsell Forts, Themse-Mündung, England
Die Anlage wurde nach ihrem Architekten Guy Maunsell benannt. Der Bau der vier Marine- und drei Militärfestungen kostete damals 724.000 Pfund, was inflationsbereinigt einem heutigen Wert von umgerechnet rund 45 Millionen Euro entspricht.
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Maunsell Forts, Themse-Mündung, England
Ausgestattet mit Suchscheinwerfern und Flakgeschützen waren die Maunsell Forts eine gewaltige Verteidigungsmaßnahme. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs hatten sie ein deutsches Schnellboot zerstört sowie 22 feindliche Flugzeuge und 30 V1-Bomben abgeschossen.
Maunsell Forts, Themse-Mündung, England
Die Festungen der Marine wurden kurz nach dem Krieg bereits aufgegeben. Heute sind nur noch zwei übrig: Knock John Fort, von dem Ende der 1960er-Jahre der Piratensender „Radio Essex“ ausgestrahlt wurde, und Fort Roughs, auch bekannt als die Mikronation Fürstentum Sealand (Principality of Sealand).
Maunsell Forts, Themse-Mündung, England
Fort Roughs stand ab 1967 unter dem Kommando des Piratensenders „Paddy Roy Bates“, der versuchte (jedoch kläglich scheiterte), dort einen unabhängigen Staat zu errichten. Zwei von drei Turmanlagen des Militärs stehen noch.
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Maunsell Forts, Themse-Mündung, England
Nore Fort wurde Ende der 1960er-Jahre abgebaut, doch Red Sands und Shivering Sands Forts stehen noch heute. Es kursieren zwar Pläne für die Sanierung der baufälligen Anlagen – darunter ein Projekt, Red Sands Fort für umgerechnet rund 127 Millionen Euro in ein Luxushotel zu verwandeln –, allerdings wurde noch keins auf den Weg gebracht.
Chanute Air Force Base, Rantoul, USA
Die Chanute Air Force Base im US-amerikanischen Illinois wurde im Ersten Weltkrieg als Fliegerschule gegründet, um Kadetten das Fliegen von Kampfflugzeugen beizubringen. Die Anlage wurde 1917 zu einem Preis von einer Million US-Dollar fertiggestellt, was einer heutigen Summe von etwa 20 Millionen Euro entspricht.
Chanute Air Force Base, Rantoul, USA
Ende der 1930er-Jahre wurden auf dem Gelände zwei riesige Hangars gebaut und während des Zweiten Weltkriegs wurde die Basis erweitert, um 15.000 Soldaten stationieren zu können. Zugleich entstand auch eine Schule für den Women’s Army Corps, dem weiblichen Hilfskorps der US-Armee.
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Chanute Air Force Base, Rantoul, USA
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Chanute eine äußerst wichtige Trainingsbasis. Piloten wurden auf den Kampf im Koreakrieg vorbereitet und in den 1960er-Jahren war der Stützpunkt das Trainingszentrum Nummer eins für die Interkontinentalrakete LGM-30 Minuteman.
Chanute Air Force Base, Rantoul, USA
Das Ende des Kalten Krieges allerdings bedeutete das Aus der Chanute Air Force Base. Das US-Militär erachtete die Anlage als überflüssig und ließ Anfang der 1990er-Jahre zahlreiche Stützpunkte stilllegen.
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Chanute Air Force Base, Rantoul, USA
Die Basis wurde im Dezember 1993 endgültig dicht gemacht. Danach entstanden auf Teilen des Geländes unter anderem Wohnungen, Motels, ein Fitnessstudio und Restaurants. Viele Militärgebäude stehen allerdings immer noch und sind heute verfallen.
Mehr: Wo die Spuren des Ersten Weltkriegs immer noch zu sehen sind
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Chanute Air Force Base, Rantoul, USA
Diese Bereiche des Geländes sind stark mit Giftstoffen verunreinigt und die Dekontaminierung dauert an. Bislang wurden dafür mindestens 189 Millionen Euro ausgegeben und es ist noch einiges zu tun.
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