Wohin in Deutschland, damit der monatliche Blick auf die Gehaltsabrechnung für Glücksgefühle sorgt? Der aktuelle Gehaltsreport der Stellenbörse Stepstone schlüsselt die deutsche Verdienstsituation nach Bundesland und Brutto-Mediangehalt pro Jahr auf – und die Unterschiede sind erheblich.
Ob Ost oder West, Stadt oder Land – die Verdienstmöglichkeiten variieren stark und werden von einer Reihe von Faktoren beeinflusst. Die regionale Branchenstruktur spielt eine Rolle, genau wie Tarifverträge, die attraktive Löhne sichern können. Auch die Lebenshaltungskosten müssen beim Gehaltsvergleich berücksichtigt werden, denn was nutzt ein noch so ordentliches Bruttogehalt, wenn ein Großteil des Netto von hohen Mieten und Alltagskosten aufgefressen wird.
Ob Bayern oder Bremen, Sachsen oder Saarland: Hier erfahren Sie, was deutsche Angestellte im Mittel verdienen (vom niedrigsten bis zum höchsten Jahresgehalt).
Hinwies zur Einordnung: Das von Stepstone ermittelte deutschlandweite Brutto-Mediangehalt beträgt 45.800 Euro. Die Analyse nutzt den Median anstatt das Durchschnittsgehalt, da dieses durch extrem hohe oder niedrige Löhne verzerrt werden kann. Das Mediangehalt liegt genau in der Mitte und jeweils 50 Prozent der Arbeitnehmenden verdienen entweder mehr oder weniger.
Mit einem Mediangehalt von 39.500 Euro – knapp 14 Prozent unter dem deutschlandweiten Gehaltsmittel – belegt Mecklenburg-Vorpommern den letzten Platz im bundesweiten Stepstone-Vergleich. In dem Bundesland mit der geringsten Bevölkerungsdichte dominieren die Branchen Tourismus, wozu die Hotellerie und Gastronomie gehören, und Landwirtschaft – Sektoren, in denen im Durchschnitt niedrige Löhne gezahlt werden.
Positiv auf die Gehälter wirkt sich eine maritime Wirtschaft aus, die sich im Aufschwung befindet. In Städten wie Rostock, Schwerin und Greifswald finden Fachkräfte im Schiffbau (Bild) und den dazugehörigen technischen Berufen Jobs, die solide bezahlt werden. Ähnlich sieht es im Bereich Offshore-Windenergie aus, der in der Küstenregion Mecklenburg-Vorpommern wächst. Nicht zu vergessen: Im Vergleich zu westdeutschen Großstädten belasten die Lebenshaltungskosten das Nettoeinkommen weniger.
Auch Sachsen-Anhalt weist mit einem Brutto-Mediangehalt von 39.750 Euro ein vergleichsweise niedriges Lohnniveau auf. Vor allem in den ländlichen Regionen können die landwirtschaftlichen Betriebe und kleinen Unternehmen mit der großen Wirtschaft in anderen Bundesländern bei der Vergütung der Mitarbeitenden nicht mithalten.
Doch es gibt wirtschaftliche Aufbruchsstimmung: In Städten wie Magdeburg und Halle entwickeln sich neue Schwerpunkte in den Bereichen Logistik und Maschinenbau. Auch die erneuerbaren Energien wie Solarenergie (Bild) bringen neue Chancen. Sachsen-Anhalt ist zudem das Kernland der ostdeutschen Chemiebranche, mit der größten Dichte an Mitarbeitenden in diesem Sektor.
Wie in Mecklenburg-Vorpommern wiegen die niedrigen Lebenshaltungskosten das im Bundesvergleich bescheidenere Einkommen zumindest in Teilen auf.
In Sachsen-Anhalts südlichem Nachbarn Thüringen wird ein Brutto-Mediangehalt von 40.250 Euro gezahlt. Maßgeblich für die Wirtschaft in dem kleinen Bundesland ist die breit aufgestellte Industrie, in der rund ein Viertel der Bruttowertschöpfung erarbeitet wird.
Interessante Perspektiven gibt es vor allem in und um Jena, Erfurt und Weimar, wo sich die IT- und Forschungsbranche gut entwickelt. Auch innovative Traditionsunternehmen wie Zeiss oder Jenoptik (Bild) bieten gute Möglichkeiten für Fachkräfte.
Daneben macht sich vor allem die Automobil- und Maschinenbauindustrie in Thüringen bemerkbar. Doch die von diesen Unternehmen gezahlten Löhne reichen nicht an die Top-Gehälter heran, die vergleichbare Arbeitgeber in westdeutschen Bundesländern überweisen. Die Betriebsgrößen sind relativ klein und es fehlen Großunternehmen und Konzernzentralen. Als Pluspunkt bleibt in Thüringen, dass Miete und Co. niedrig sind.
Sachsen kommt auf ein Mediangehalt von 40.750 Euro – und damit bleibt auch dieses ostdeutsche Bundesland deutlich unter dem bundesweiten Mittelwert von 45.800 Euro.
Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die Wirtschaft in dem Freistaat seit der Wende große Schritte nach vorne gemacht hat. So hat sich die Landeshauptstadt Dresden zu einem bedeutenden Zentrum für Mikroelektronik mit prominenten Unternehmen entwickelt. Laut der sächsischen Landesregierung ist die Region um Dresden – das „Silicon Saxony“ – der größte Standort für die Halbleiterindustrie in ganz Europa.
In Leipzig florieren die Logistik und der Dienstleistungssektor und neben großen Namen wie Amazon und DHL bereichern Start-ups den Arbeitgebermarkt. Automobilhersteller wie Volkswagen, BMW und Porsche (Bild) haben in Sachsen Produktionsstätten errichtet. Das Gehaltsniveau vergleichbarer westdeutscher Städte und Regionen wird nichtsdestotrotz (noch) nicht erreicht.
Mit einem Brutto-Mediangehalt von 41.000 Euro schneidet Brandenburg auf Position zwölf im Gehaltsranking von allen fünf ostdeutschen Bundesländern am besten ab.
Die brandenburgische Gehaltssituation ist im Zusammenspiel mit Berlin zu sehen, das im Zentrum des Bundeslands liegt. Viele pendeln in die Hauptstadt, wo die Gehälter höher sind – und profitieren von den niedrigeren Lebenshaltungskosten in Brandenburg. In der Region selbst verdienen die Menschen vor allem in vielen ländlichen Gegenden unterdurchschnittlich. Die Wirtschaft und damit das Lohnniveau ist von kleinen und mittelständischen Industrieunternehmen geprägt.
Die prominente Ansiedlung der 2020 in Grünheide eröffneten Tesla-Gigafactory (Bild) bringt allerdings neue – hochqualifizierte – Arbeitsplätze. Auch mittelständische Unternehmen, die sich zunehmend nahe Berlin ansiedeln, steigern die Nachfrage nach Fachkräften in der Elektrotechnik, IT und Produktion.
In Deutschlands nördlichstem Bundesland nehmen Angestellte im Jahr ein Mediangehalt von 43.750 Euro mit nach Hause, womit sie unter dem bundesweiten Medianwert liegen. Wichtiger Arbeitgeber ist die maritime Wirtschaft (Bild), die zwölf Prozent zum BIP von Schleswig-Holstein beiträgt und in etwa 2.100 Unternehmen rund 40.000 Menschen beschäftigt. Noch bedeutender ist in dem beliebten Urlaubsziel zwischen Nord- und Ostsee aber der Tourismus (Bild), der fast 170.000 Menschen beschäftigt – und in dieser Branche wird traditionell mit am wenigsten gezahlt, was den schleswig-holsteinischen Medianwert nach unten zieht.
Das könnte sich in Zukunft allerdings ändern, denn zu den Wachstumsbranchen in einem von Deutschlands kleinsten Bundesländern gehören erneuerbare Energien – insbesondere Windkraft – und Life Sciences wie Medizintechnik und Biotechnologie, wo qualifizierte Fachkräfte entsprechende Gehälter erwarten können. Weiterer Lichtblick: Abgesehen von den Touristenhochburgen an der Küste sind die Mieten sehr bezahlbar.
Mit einem Gehaltsmittel von 44.500 Euro liegen Angestellte im Saarland knapp unter dem Bundesschnitt. Das Herzstück der regionalen Wirtschaft ist die Industrie, deren Anteil von 26 Prozent an der Bruttowertschöpfung des Bundeslandes deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt. Wichtigste Säulen sind die Bereiche Automobilzulieferung (Bild), Stahl und Maschinenbau.
Die Gehälter, die Industrieunternehmen im Saarland ihren Mitarbeitenden zahlen, sind zwar durchaus branchenüblich, werden in den Nachbarbundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen aber oftmals übertroffen. Dafür sind in der „Genuss Region Saarland“, wie die Gegend touristisch vermarktet wird, die Lebenshaltungskosten niedriger – und nicht wenige pendeln den kurzen Weg nach Luxemburg, wo hohe Gehälter warten.
Für die Autobauhochburg Niedersachsen hat Stepstone ein Mediangehalt von 44.750 Euro ermittelt. Deutschlands flächenmäßig zweitgrößtes Bundesland ist aber auch das Agrarland Nummer eins der Republik, was zum Teil erklären könnte, warum der Medianwert nicht höher ist. Laut Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums verdienen etwa 135.000 Menschen ihren Lebensunterhalt in diesem Sektor, in dem der Anteil an Beschäftigtenverhältnissen im Niedriglohnbereich überdurchschnittlich hoch ist.
Höhere Gehälter gibt es für Fachkräfte bei international agierenden Unternehmen wie Volkswagen (Bild), Continental, Bosch oder Sennheiser, die ihren Sitz in Niedersachsen haben. Ein Wachstumsbereich sind die erneuerbaren Energien. Hier hat die Politik die Losung vorgegeben, Niedersachsen „zum Tor für saubere und bezahlbare Energie für ganz Deutschland zu machen“ – was zukunftsfähige Arbeitsplätze mit gutem Gehaltspotenzial in die Region bringen sollte.
Rheinland-Pfalz ist das letzte Land auf unserer Liste, in dem das Brutto-Mediangehalt unter dem bundesweiten Wert von 45.800 Euro liegt. Die Wirtschaft ist mit mehreren Schlüsselbranchen breit aufgestellt. Die chemische Industrie – Stichwort: BASF – ist der mit Abstand größte Sektor im verarbeitenden Gewerbe und wichtig für den Gehaltsdurchschnitt in der Region. Für Fachkräfte gehört dieser Bereich zu den lukrativsten in Deutschland.
Neben anderen Industriebranchen wie Pharma, Automobil und Maschinenbau und dem Fokus auf Medien in der Landeshauptstadt Mainz spielen in Rheinland-Pfalz auch die Landwirtschaft – vor allem der Weinbau (Bild) – und der Tourismus eine bedeutende Rolle und damit Sparten mit niedrigerem Lohnniveau. Ausgleichend wirken in diesem ländlich und kleinstädtisch geprägten Bundesland auch die geringeren Lebenshaltungskosten.
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Rein zahlenmäßig schlägt das Herz der deutschen Wirtschaft am stärksten in Nordrhein-Westfalen, in dem die Menschen im Mittel 1.450 Euro mehr pro Jahr verdienen als bundesweit:
Mit einem Bruttoinlandsprodukt von fast 872 Milliarden Euro im Jahr 2024 ist NRW das wirtschaftlich stärkste Bundesland. Laut einer 2025 vom Marktforschungsarm des Instituts der Deutschen Wirtschaft veröffentlichten Studie sind Erwerbstätige dort sogar neun Prozent produktiver als der EU-Durchschnitt, während das BIP pro Kopf 20 Prozent über dem EU-Schnitt liegt. Die Industrie im Land ist vielseitig. Am Finanzstandort Düsseldorf halten vor allem gut bezahlte Jobs bei Banken und Versicherungen die Gehälter in einem attraktiven Bereich. In Köln (Bild) clustert sich die Medien- und Werbewelt.
Gleichzeitig variieren sowohl Gehälter als auch Lebenshaltungskosten zwischen urbanen Zentren und strukturschwachen Regionen stark, was den Schnitt nach unten zieht und das Bundesland im Mittelfeld des Gehaltsrankings hält. Vor allem in der einstigen Stahl- und Kohlehochburg Ruhrgebiet ist das Lohnniveau vergleichsweise niedrig.
In Deutschlands kleinstem Bundesland liegt das Mediangehalt für Angestellte bei ordentlichen 47.750 Euro. Der Stadtstaat punktet nicht nur mit seiner Schlüsselindustrie Fahrzeugbau, sondern auch im Bereich Transport und Logistik: In Bremen und Bremerhaven gibt es gleich acht Häfen, an denen im großen Stil Waren umgeschlagen werden – mit großen Unternehmen, die gute Gehälter zahlen.
Auch das zweitgrößte Mercedes-Werk weltweit, Airbus (Bild) mit rund 4.500 Beschäftigten und der Raumfahrtkonzern Arianegroup sind wichtige Arbeitgeber für entsprechend entlohnte Fachkräfte. Im Vergleich der Hansestädte zieht das größere Hamburg bei den Gehältern aber an Bremen vorbei (dazu gleich mehr), dafür sind die Lebenshaltungskosten in der kleineren maritimen Metropole moderat.
Die deutsche Hauptstadt kokettiert schon seit Jahren mit dem „Arm, aber sexy“-Slogan. Aktuelle Wirtschaftsdaten zeichnen allerdings ein anderes Bild. Laut dem Wirtschaftsportal des Landes Berlin entwickelt sich das reale BIP in der Hauptstadt bereits seit über zehn Jahren stärker als die gesamtdeutsche Wirtschaft. 2024 steigerte die Spree-Metropole ihre Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent. Dazu passt das von Stepstone ermittelte Berliner Mediangehalt von Top-5-würdigen 48.250 Euro.
Berlin hat traditionell starke Standbeine in der Metall- und Elektroindustrie (Bild) sowie dem Maschinen- und Fahrzeugbau. Als weiterer Schlüsselsektor hat sich die Pharmabranche herauskristallisiert. Dieser lukrative Bereich, in dem hohe Löhne gezahlt werden, wird von der Politik aktiv gefördert. Und nicht zuletzt ist die deutsche Hauptstadt inzwischen einer der führenden Start-up-Standorte in Europa. Die Informations- und Kommunikationswirtschaft ist im Aufschwung und damit locken auch bei großen Digitalunternehmen, die in Berlin operieren, interessante Verdienstmöglichkeiten.
Mit einem Mediangehalt von 50.000 Euro gehören die Menschen in Bayern zu den Top-Verdienern Deutschlands. Die wirtschaftliche Stärke des flächenmäßig größten Bundeslandes verteilt sich auf viele Standbeine – und Industrien, die gute Gehälter bezahlen. Dazu gehören maßgeblich Branchen wie der Maschinenbau, die Informations- und Kommunikationstechnologie, Elektrotechnik und Elektronik, die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft und Medizintechnik.
Große Unternehmen wie BMW, Siemens, Infineon oder Allianz sorgen für hohe Einkommen, insbesondere in der Landeshauptstadt München. Anders als in vielen Bundesländern verteilen sich die attraktiven Arbeitgeber im Freistaat in der gesamten Region, einschließlich Städten wie Nürnberg und Ingolstadt und in ländlichen Gebieten wie dem Allgäu.
Zur Einordnung des Gehaltsniveaus gehört natürlich, dass Bayern auch die höchsten Lebenshaltungskosten hat und München in jedem Mietpreisranking deutscher Städte verlässlich an Position eins geführt wird.
In Hessen bildet die Mischung aus starkem Finanzsektor und leistungsfähiger Industrie eine ergiebige Grundlage für hohe Gehälter. Mit einem Mediangehalt von 50.250 Euro teilt sich die Region den zweiten Platz im Gehaltsranking mit einem (jetzt nicht mehr schwer zu erratenden) südlichen Nachbarn.
Neben den Banken, Versicherungen und Beratungsunternehmen, die am Börsenstandort Frankfurt (Bild) hohe Gehälter zahlen, profitieren hessische Fachkräfte in Schlüsselindustrien wie Chemie und Pharma, dem Maschinenbau oder der Luft- und Raumfahrtindustrie von tariflich gesicherten überdurchschnittlichen Löhnen. Neben Frankfurt sind der Raum Darmstadt und Wiesbaden Kernwirtschaftszentren mit interessanten Arbeitgebern. In Städten wie Frankfurt und Wiesbaden sind die Lebenshaltungskosten und insbesondere die Mieten allerdings hoch.
Die zweite Silbermedaille im Gehaltsranking kann sich Baden-Württemberg umhängen. Das Mediangehalt von 50.250 Euro – 4.450 Euro über dem deutschlandweiten Schnitt – unterstreicht die wirtschaftliche Stärke des südwestlichen Bundeslandes.
Vorzeigebranchen sind die Automobilindustrie (Bild), der Maschinenbau und die Elektrotechnik. Hier werden die größten Umsätze und hohe Löhne für Fachpersonal wie Ingenieure, Techniker und IT-Spezialisten erzielt.
Der mit guten Tarifverträgen ausgestattete Maschinen- und Anlagenbau tut sich im Ländle als Arbeitgeber besonders hervor, denn diese Betriebe stellen mit fast 317.000 Beschäftigten die meisten Industriearbeitsplätze im Land. Gut verdienen kann man in Baden-Württemberg übrigens nicht nur in den Wirtschaftszentren Stuttgart, Karlsruhe oder Mannheim: Deutschlands einziger Global Player in der Softwarebranche – SAP – ist im kleinen Walldorf südlich von Heidelberg groß geworden.
Mit der Wirtschaftsstärke gehen hohe Lebenshaltungskosten einher, wodurch die baden-württembergischen Gehälter zumindest in den Groß- und Universitätsstädten relativiert werden. So liegen die Lebenshaltungskosten in Stuttgart fast 15 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
Mit einem mittleren Jahreseinkommen von 52.000 Euro landet Hamburg auf dem Spitzenplatz im Gehaltsranking der Bundesländer. In dem Stadtstaat dreht sich wirtschaftlich vieles, aber nicht alles um den Hafen, der einer der bedeutendsten in Europa ist und gut bezahlte Arbeitsplätze für Fachkräfte in Logistik, Industrie und maritimer Wirtschaft schafft.
Daneben haben sich die Luftfahrt (Bild), erneuerbare Energien, Life Sciences sowie die Chemiebranche und Ernährungswirtschaft zu Schlüsselbranchen entwickelt. Nicht zu vergessen: Deutschlands zweitgrößte Stadt ist traditionell ein starker Medien- und Kreativstandort mit großen Verlagshäusern und führenden Werbeagenturen. Alles in allem ein Umfeld, in dem die Erwerbstätigen nicht nur das höchste Mediangehalt einfahren, sondern mit einem BIP von fast 119.000 Euro pro Kopf im Jahr 2024 auch am meisten erwirtschaften.
Wer sich nun karrieretechnisch in Richtung Norden orientieren möchte, muss die hohen Lebenshaltungskosten mit einkalkulieren. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2023 liegen diese elf Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Vor allem die Mieten belasten das Budget. Günstiger wohnt es sich im Umland – und das hohe Hamburger Mediangehalt ist dann immer noch in Reichweite.
Beim reinen Städtevergleich muss sich Hamburg dem Süden der Republik geschlagen geben. Deutschlands absolute Spitzenlöhne werden in München (Bild) gezahlt: Der Stepstone-Gehaltsreport hat für die bayerische Landeshauptstadt ein Mediangehalt von 58.000 Euro ermittelt. Knapp darunter liegt Frankfurt mit 57.250 Euro, gefolgt von Stuttgart mit 56.250 Euro.
Das Gehaltsmittel in München wird von dem starken Finanz- und IT-Sektor der Stadt gestützt sowie wie von einer Reihe dort ansässiger DAX-Unternehmen wie BMW und Siemens.
Die genannten deutschen Gehaltszahlen verbergen, welchen Unterschied das Geschlecht bei der Entlohnung ausmacht. Die gute Nachricht zu diesem Gender-Pay-Gap, der in Prozent ausdrückt, wie viel Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer: Er wird kleiner. Die schlechte: Die Lücke schließt sich nur sehr langsam – und wird aktuell vom Statistischen Bundesamt mit 16 Prozent beziffert.
Im Startjahr der Erhebungen 2006 lag dieser Wert bei 22,7 Prozent. Er erfasst den unbereinigten Gender-Pay-Gap beim Bruttostundenverdienst, unabhängig von Faktoren wie Berufserfahrung und Branche. Der Rückgang von zwei Prozentpunkten auf 16 Prozent im Jahresvergleich 2023/2024 ist – so die Statistiker – der stärkste seit Beginn der Berechnungen. Deutliche Unterschiede gibt es weiterhin zwischen Ost- und Westdeutschland: In den östlichen Bundesländern lag der Gehaltsunterschied 2024 bei fünf Prozent, in den westlichen bei 17 Prozent.
Beim bereinigten Gender-Pay-Gap, der nur gleichqualifizierte Frauen und Männer einander gegenübergestellt, hat sich 2024 im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert: Deutschlandweit werden weibliche Angestellte auch bei identischer Qualifikation im selben Beruf um sechs Prozent niedriger entlohnt.
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