Obwohl sich die starke Inflation der letzten Jahre vielerorts inzwischen abgekühlt hat, steigen die alltäglichen Kosten für die Menschen weiter – und in den teuersten Ländern der Welt haben die Preise astronomische Höhen erreicht.
Anhand des Lebenshaltungskosten-Index der Online-Datenbank Numbeo haben wir die 25 Länder ermittelt, in denen das tägliche Leben besonders viel kostet.
Wie schneidet Deutschland im weltweiten Vergleich in Sachen Lebenshaltungskosten ab? Die Antwort finden Sie in unserem Ranking.
Adaptiert von Barbara Geier
Der Index wurde Mitte 2025 zuletzt aktualisiert und erfasst die Preise für lebensnotwendige Güter und Versorgungsleistungen wie Lebensmittel, Wasser, Strom und Gas sowie Mieten in 143 Ländern. Dafür werden sowohl nutzergenerierte Daten als auch offizielle Quellen herangezogen.
Die Indexwerte sind Prozentsätze, die in Relation zu den Lebenshaltungskosten in New York gesetzt werden. Die Stadt hat einen Indexwert von 100, das heißt in Nationen mit einem Wert unter 100 ist das Leben günstiger als in der US-Metropole, während Länder mit einem Wert über 100 teurer sind.
Da sich die gesammelten Daten auf die jeweils größten Städte in den einzelnen Ländern beziehen, liegen die zugrundeliegenden Preise und Kosten über dem tatsächlichen landesweiten Durchschnitt, der günstigere kleinere Städte und ländliche Gebiete berücksichtigen würde.
Und so sieht der Countdown der 25 Länder mit den höchsten Lebenshaltungskosten vom günstigsten bis zum teuersten aus …
Macau ist neben Hongkong eine der chinesischen Sonderverwaltungszonen, die Numbeo in den Index einbezieht. Im Gegensatz zum Festland sind die Preise dort extrem hoch. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten liegen nur 66 Prozent unter denen in New York, in Festlandchina sind das 78,8 Prozent.
Die Immobilienpreise sind in Macau in den letzten Jahren gefallen, aber die Mieten gingen im Allgemeinen zusammen mit den Kosten für Lebensmittel, Essengehen und andere Ausgaben nach oben. Daher pendeln laut dem US-Nachrichtensender CNN immer mehr Angestellte der Casinos und Luxusgeschäfte in Macau aus Zhuhai, der günstigeren benachbarten Stadt auf dem chinesischen Festland.
In Neuseeland lebt es sich um 55,1 Prozent günstiger als in New York. Die steigenden Lebenshaltungskosten nach der Pandemie haben das Land besonders hart getroffen. Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage hat jeder Vierte in Neuseeland finanzielle Probleme – das entspricht einem Anstieg von sechs Prozentpunkten im Vergleich zu 2022.
Die Preise und Kosten haben in fast allen Bereichen angezogen, darunter für Mieten, Strom, Wasser, Gas und Lebensmittel. Dazu kommt eine steigende Arbeitslosigkeit, die individuelle Haushaltsbudgets belastet. Die Situation ist inzwischen so ernst, dass Rekordzahlen neuseeländischer Bürgerinnen und Bürger auf der Suche nach besseren Chancen ihre Heimat verlassen.
Schweden hat zwar denselben Indexwert für die Lebenshaltungskosten wie Neuseeland, allerdings sind die durchschnittlichen Nettomonatsgehälter in dem skandinavischen Land 8,5 Prozent höher. Die Bevölkerung profitiert außerdem von einem gut ausgebauten Sozialstaat, sodass der durch die steigenden Lebenshaltungskosten ausgelöste Druck geringer ist.
Die Auswirkungen der Inflation nach der Pandemie machen sich in Schweden aber dennoch bemerkbar, insbesondere bei den Lebensmittelpreisen. Anfang 2025 boykottierten die Menschen Supermärkte im ganzen Land, um gegen steigende Lebensmittelpreise und mutmaßliche Preisabsprachen großer Einzelhandelsketten zu protestieren.
Etwas teurer lebt es sich laut Numbeo im benachbarten Finnland. Die Kaufkraft fiel nach der Pandemie so stark wie seit einer Generation nicht mehr, da die Löhne nicht mit den steigenden Preisen und Zinsen Schritt halten konnten.
Die öffentliche Unzufriedenheit über die Sparpolitik der Regierung führte bei den Kommunalwahlen Anfang 2025 zu einer deutlichen Verschiebung der Wählerstimmen zugunsten von linken oder Mitte‑links-Parteien. Vor allem die rechtspopulistische Finnische Partei als zentrales Mitglied der Regierungskoalition und Unterstützer der Sparmaßnahmen wird dafür verantwortlich gemacht. Die Kürzungen führten zu Einschnitten bei den öffentlichen Dienstleistungen und haben die Geringverdiener am härtesten getroffen.
In Belgien sind die Lebenshaltungskosten nach der Pandemie stark und mehr als in vielen anderen Ländern gestiegen. Das hat die ärmsten Bevölkerungsschichten des Landes am stärksten getroffen. 2024 waren 11,4 Prozent der Bevölkerung in einer Situation, die als „materiell und sozial benachteiligt“ beschrieben wird. 2022 waren das noch 9,4 Prozent.
Vor dem Hintergrund stagnierender Löhne und geplanter Renten- und Arbeitsgesetzreformen der Regierung riefen die Gewerkschaften zu einem Generalstreik auf, der Mitte Oktober 2025 weite Teile des Landes lahm legte. Die Demonstrierenden forderten angesichts der anhaltend steigenden Lebenshaltungskosten fairere Löhne und einen stärkeren Arbeitnehmerschutz.
In Frankreich hat die Frustration der Wähler über die steigenden Lebenshaltungskosten seit der Pandemie inzwischen zu einer politisch instabilen Lage geführt. Die Menschen unterstützen zunehmend populistische Parteien sowohl der extremen Linken als auch der extremen Rechten. Deren Versprechen: Sparmaßnahmen sollen aufgehoben und die Einkommen der Haushalte geschützt werden.
Die Regierungen von Präsident Emmanuel Macron, die sich in immer kürzeren Abständen die Klinke in die Hand geben, haben zwar Subventionen bereitgestellt und Energiepreisobergrenzen eingeführt. Die gleichzeitig vorgeschlagenen Ausgabenkürzungen und Rentenreformen treffen aber auf heftigen Widerstand. Das Ergebnis ist ein extrem polarisiertes Parlament und eine zunehmend volatile politische Situation in Frankreich.
Auf Basis der vorherigen Index-Daten von Anfang 2025 stand Deutschland auf Platz 20 der Länder mit den höchsten Lebenshaltungskosten. Mit einem Indexwert von 47,6 ist es nun um eine Position nach oben gerutscht.
Die russische Invasion der Ukraine und die allgemeine Inflation nach der Pandemie lassen die Lebenshaltungskosten nun schon seit Jahren steigen. Seit 2022 haben die Preise für Lebensmittel und Energie erheblich angezogen. Besonders stark machen sich im Mieterland Deutschland die höheren Wohnkosten bemerkbar.
Trotz Mietpreisbindungen sind die Preise in den größten deutschen Städten seit 2015 um 50 Prozent gestiegen, in Berlin sogar um bis zu 80 Prozent.
Kanada befindet sich in einer „Bezahlbarkeitskrise“, die sich im Zuge der Pandemie noch verschärft hat. Die harten Trump-Zölle tun ihr Übriges.
Die Wohnkosten sind stark gestiegen. So sind Immobilien in den Großstädten im Verlauf des letzten Jahrzehnts 50 Prozent teurer geworden und Mieten verzeichnen ähnliche Zuwächse. Auch die sonstigen Lebenshaltungskosten von Lebensmitteln bis hin zur Kinderbetreuung sind in die Höhe geschnellt. Inzwischen hat fast die Hälfte der Bevölkerung Schwierigkeiten, ihre täglichen Ausgaben zu bestreiten.
Premierminister Mark Carney hat ein Maßnahmenpaket angekündigt, um die Situation für die Menschen zu verbessern. Ob das ausreicht, bleibt aber abzuwarten.
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Nach der Pandemie erlebten die Vereinigten Arabischen Emiraten einen Boom, der einen starken Anstieg der Lebenshaltungskosten – insbesondere im Bereich Wohnen – mit sich brachte. Laut der Zeitung „Khaleej Times“ haben die Mieten in den zentralen Emiraten wie Dubai in den letzten Jahren um hohe ein- bis zweistellige Prozentsätze angezogen.
Die Regierung geht dagegen mit Initiativen wie dem „Smart Rental Index 2025“ an, der den Mietmarkt transparenter und fairer machen soll. Die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum und das gleichzeitig moderate Lohnwachstum belasten die Menschen finanziell nichtsdestotrotz stark. Arbeitgeber haben daher ihre Wohnzuschüsse angehoben, Bezahlbarkeit bleibt aber ein großes Problem.
Wie der Nachbar Deutschland und viele andere Länder weltweit hat auch Österreich mit steigenden Preisen zu kämpfen. So sind die Mieten zwischen 2021 und 2023 um bis zu 25 Prozent nach oben gegangen. Der dadurch ausgelöste Druck auf die Haushaltskasse kann aber dank des soliden österreichischen Mieterschutzes und des gut ausgebauten Sozialstaates einigermaßen abgefangen werden.
Zudem hat die Koalitionsregierung im März die Mieten im geregelten Bereich für das Jahr 2025 gedeckelt. In den nächsten zwei Jahren wird es nur kleine Erhöhungen geben. Im September wurde zudem zum ersten Mal in der 2. Republik von Regierungsseite aus in den freien Mietmarkt eingegriffen: 2026 dürfen Vermieter bei einer Inflation von über drei Prozent die Miete nur um die Hälfte der darüberliegenden Inflation erhöhen. Zum Maßnahmenpaket gehört auch, dass seit dem 1. November 2025 eine Mindestbefristung für Mietverträge von fünf Jahren statt drei Jahren gilt.
Bezahlbare öffentliche Verkehrsmittel, Zuschüsse für die Kinderbetreuung und das öffentliche Gesundheitsversorgungssystem entlasten die Haushalte zusätzlich. Indikatoren deuten an, dass sich die Situation einkommensschwacher Haushalte in Österreich stabilisiert hat – ein Beleg dafür, dass der Sozialstaat die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin absichert.
In Australien hat die Inflation zwar inzwischen den von der Zentralbank des Landes vorgegebenen Zielwert erreicht. Das macht das Leben für die Menschen aber nicht erschwinglicher:
Die Lebenshaltungskosten liegen mittlerweile weit über dem Niveau vor der Pandemie. Vor allem der Wohnraum ist erheblich teurer geworden – mit Mieten, die in den Großstädten seit 2021 um 40 Prozent gestiegen sind.
Da das Lohnwachstum stagniert, können sich die Realeinkommen nicht erholen. Für die Bevölkerung wird es also immer schwieriger, mit den Preisanstiegen Schritt zu halten. Laut dem Australian Council of Social Service lebt mittlerweile etwa jeder Siebte in Australien unterhalb der Armutsgrenze. Supermarktketten wie Woolworths stellen daher fest, dass angesichts der knappen Budgets zunehmend zu günstigeren Eigenmarkenprodukten gegriffen wird.
In Großbritannien bereiten die hohen Lebenshaltungskosten den Menschen inzwischen seit vier Jahren anhaltend Probleme und der Preisdruck bleibt im Vergleich zur Eurozone vergleichsweise hoch.
Von Mieten über Energiekosten bis hin zu Lebensmitteln – alles wird immer teurer, was die Kaufkraft der Haushalte trotz nachlassender Inflation und leicht steigender Löhne schmälert. Laut der Zeitung „The Guardian“ sind einst erschwingliche „Alltagsluxusgüter“ wie ein Kaffee vom Coffeeshop um die Ecke oder eine Mahlzeit bei Ketten wie Pizza Express für viele mittlerweile unerschwinglich geworden. Wenig überraschend stagnieren die Konsumausgaben. Viele Haushalte haben nach wie vor mehr als genug damit zu tun, den Inflationsschock der letzten Jahre zu verdauen.
Im Pazifikraum sind die Lebenshaltungskosten in Papua-Neuguinea mit am höchsten. Dahinter steht nicht nur eine schwache Währung, sondern auch die Tatsache, dass die meisten Güter importiert werden müssen und die Infrastruktur schlecht ist. Ein typischer Warenkorb mit Supermarktartikeln kann doppelt so viel kosten wie in Australien. Fast alles andere ist ebenfalls extrem teuer.
Im Juni 2025 schaffte die Regierung zur Entlastung der Haushalte die Mehrwertsteuer auf 13 lebenswichtige Güter wie Reis, Öl und Seife ab. In einem Land, in dem viele Menschen enorme Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen, bleiben die Lebenshaltungskosten dennoch weiterhin extrem hoch.
Die Lebenshaltungskosten sind in Israel im Jahr 2025 inzwischen so hoch, dass sie laut einem in der „Jerusalem Post“ veröffentlichten Kommentar einen kritischen Punkt erreicht haben. Die Preise für Wohnraum, Lebensmittel, Strom und viele andere Grundbedürfnisse sind explodiert, wovon die ärmsten Bevölkerungsschichten am stärksten betroffen sind. Aber auch Haushalte der Mittelschicht spüren die Auswirkungen deutlich. Laut einer aktuellen Umfrage müssen 88 Prozent ihre Ausgaben für Dinge des täglichen Bedarfs einschränken.
Ein wesentlicher Faktor ist der kostspielige Krieg Israels mit der Hamas. Die Wirtschaft des Landes hat Schaden genommen und der Staatshaushalt wurde belastet, was zu erheblichen Steuererhöhungen und anderen Sparmaßnahmen geführt hat.
Die Lebenshaltungskosten in Dänemark und Israel liegen fast gleichauf, dafür sind die Nettomonatsgehälter in dem skandinavischen Land im Durchschnitt aber um etwa 20 Prozent höher.
Die Kaufkraft der dänischen Haushalte wurden mit den ansteigenden Kosten nach der Pandemie zwar beeinträchtigt. Doch das starke Sozialsystem des Landes hat sich als solider Puffer erwiesen. Im August 2025 stellte die Koalitionsregierung zudem einen Haushaltsentwurf für das nächste Jahr vor, der den Menschen einiges an Erleichterung verspricht: Neben umfassenden Steuersenkungen, darunter niedrigere Stromsteuern, werden die Abgaben auf Kaffee, Schokolade und Softdrinks sowie die Mehrwertsteuer auf Bücher abgeschafft. Auch die Kinderbetreuung wird günstiger.
In den USA belasten die Kosten für Wohnraum, Lebensmittel und andere Grundbedürfnisse die Haushalte weiterhin anhaltend stark und die Inflation bleibt hartnäckig hoch.
Viele haben Donald Trump wiedergewählt, weil sie genau davon die Nase voll hatten. Seine Regierung hat bisher jedoch kaum spürbare Entlastungen gebracht.
Ökonomen verweisen vor allem auf die Zollpolitik als einen inflationären Faktor. Laut dem Forschungsinstitut Yale Budget Lab, das die Auswirkungen die Haushaltspläne der US-Regierung auf die Wirtschaft analysiert, werden die von Trump verhängten Zölle den amerikanischen Durchschnittshaushalt allein im Jahr 2025 2.400 US-Dollar (mehr als 2.000 Euro) kosten.
In den Niederlanden haben sich die hohen Lebenshaltungs- und Mietkosten festgesetzt.
Die Immobilienpreise liegen um mehr als das Zehnfache über dem Median-Jahresgehalt und die Mieten in den Großstädten sind in die Höhe geschossen. Dazu haben sich die Energiekosten seit 2020 fast verdoppelt, sodass sich mehr als eine halbe Million Haushalte Heizung, Strom und Warmwasser nicht mehr leisten können oder einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens dafür aufbringen müssen.
Die öffentliche Empörung über diese Situation manifestiert sich in einer wegweisenden Sammelklage, die im Oktober 2025 gegen zehn große niederländische Energieversorger wegen unfairer Preiserhöhungen eingereicht wurde.
Die gestiegenen Lebenshaltungskosten scheinen den berühmten norwegischen Wohlfahrtsstaat an seine Grenzen zu bringen. Laut einer Studie der Universität Oslomet hat für jeden einzelnen norwegischen Haushalt zwischen 2021 und 2023 die wirtschaftliche Unsicherheit zugenommen.
Die Preise für Energie, Wohnen und Lebensmittel sind trotz des robusten sozialen Netzes des Landes stark nach oben gegangen. Diese Krise war der ausschlaggebende Faktor für den Zusammenbruch der Koalitionsregierung Anfang 2025, die sich über steigende Strompreise und Norwegens Energiepolitik gegenüber der EU zerstritten hatte.
Seit der Pandemie sind die Lebenshaltungskosten in Irland in die Höhe geschossen. Laut einer Umfrage vom September 2025, die von Ipsos im Auftrag der Irish Human Rights and Equality Commission durchgeführt wurde, machen sich 84 Prozent der Bevölkerung über die steigenden Kosten Sorgen.
Die Zeitung „The Irish Times“ erstellte im September 2024 auf Basis der gestiegenen Ausgaben für Wohnen, Energie, Lebensmittel, Versicherungen und andere Grundbedarfsgüter eine Kalkulation, nach der sich für irische Haushalte im Vergleich zu 2021 Zusatzausgaben von rund 8.000 Euro ergeben können.
Der im Oktober für 2026 vorgestellte Haushalt bietet nur begrenzt Trost, denn die Erhöhung der Sozialleistungen sowie die Steuererleichterungen für Mieten und Energie sind nur moderat. Der Blick geht hier nach Amerika: Die Zölle der Trump-Regierung beeinträchtigen das Wirtschaftswachstum, sodass die irische Regierung bei den Sozialausgaben sparen muss.
Auch im wohlhabenden Großherzogtum Luxemburg wirken sich die gestiegenen Lebenshaltungskosten aus.
Seit der Pandemie sind Wohnen, Energie und Lebensmittel stetig teurer geworden – mit Konsequenzen für die finanzielle Lage der luxemburgischen Privathaushalte. Laut aktuellen Daten haben die höheren Kosten die nationale Sparquote 2024 auf nur noch 12,4 Prozent gesenkt. Das ist der niedrigste Stand seit über einem Jahrzehnt und weniger als die Hälfte dessen, was die Menschen während der Pandemie auf die hohe Kante legen konnten.
Hongkong ist durchgängig einer der teuersten Orte der Welt, an denen man leben kann. Schuld an den extrem hohen Lebenshaltungskosten sind in erste Linie die exorbitanten Preise für Wohnraum.
Das Grundstücksangebot ist seit Jahrzehnten knapp, was gemeinsam mit spekulativen Investitionen die Immobilienpreise und Mieten in die Höhe treibt. Inzwischen leben mehr als 220.000 Haushalte gezwungenermaßen in winzigen „Schuhkarton“-Wohnungen, die auch als „Käfigwohnungen“ bekannt sind.
Die Regierung geht dagegen nun vor und hat diese Mini-Wohnräume ab März 2026 verboten. Zudem werden Mindeststandards für Sicherheit und Hygiene vorgeschrieben.
Die Bahamas mögen ein Tropenparadies sein. Finanziell betrachtet sind sie für Einheimische wie Besucher gleichermaßen eher das Gegenteil. Fast alles, von Lebensmitteln bis hin zu Kraftstoff, wird importiert. Die hohen Zölle treiben die Preise in die Höhe. Wenn die häufigen Hurrikane die Lieferketten unterbrechen, wird es noch teurer.
Eine besonders hohe finanzielle Belastung ergibt sich für die Menschen aus dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der für die Bahamas eine der größten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen darstellt.
In Island liegen die Preise etwa 70 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Die Inflation und die Kreditkosten sind fast so hoch wie nach dem Finanzcrash von 2008. Wohnraum ist besonders teuer: Laut der Nachrichtenseite „The Reykjavík Grapevine“ verschlingt die Miete etwa 60 Prozent eines Lehrergehalts.
Die von der Trump-Regierung verhängten Zölle auf isländische Güter könnten die Landeswährung weiter schwächen und die Preise in die Höhe treiben. Die 2024 gewählte Premierministerin Kristrún Frostadóttir ist mit dem Versprechen angetreten, im Land wieder Stabilität herzustellen – die Lebenshaltungskosten unter Kontrolle zu bringen, dürfte aber zu einer großen Herausforderung werden.
Singapur ist extrem teuer. Die Kosten für Wohnen, öffentlichen Nahverkehr und Gesundheitsversorgung zählen zu den höchsten weltweit. Das Thema Lebenshaltungskosten dominierte die Parlamentswahlen im Mai 2025, bei denen der Premierminister Lawrence Wong im Amt bestätigt wurde. Seine konservative Partei People's Action Party (PAP) hatte die Einführung von Lebensmittelgutscheinen, Rabatte für Strom, Gas und Wasser und Zuschüsse für die Kinderbetreuung versprochen.
Aus Sicht der Einwohner steigen die Preise nichtsdestotrotz weiterhin schneller als die Löhne. Für die Miete kann mehr als die Hälfte des Haushaltseinkommens draufgehen. Immer mehr Singapurer ziehen daher in das benachbarte Malaysia, wo bis zu 80 Prozent niedrigere Lebenshaltungskosten locken. Der Staat baut seine Hilfsprogramme weiter aus, aber die Alltagsausgaben bleiben im Fokus der politischen Diskussion.
Laut den aktuellen Numbeo-Daten hat das teuerste Land der Welt auch die höchsten Gehälter. Dennoch geraten Schweizer Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen zunehmend unter Druck. Die Krankenkassenbeiträge haben sich innerhalb von 20 Jahren mehr als verdoppelt. Die Mieten sind im Verlauf von 15 Jahren um etwa 20 Prozent gestiegen und Wohneigentum bleibt für viele unerreichbar. Kinderbetreuung kostet so viel, dass Zusatzeinkünfte direkt aufgefressen werden.
Das Lebenshaltungskosten-Thema ist inzwischen auch in der reichen Schweiz so erheblich, dass die Preisüberwachungsbehörde des Landes eine Rekordzahl an Beschwerden erhält. Die Organisation berief daher 2023 zum ersten Mal einen „Kaufkraftgipfel“ mit Schweizer Konsumentenschutzorganisationen ein, der 2024 wiederholt wurde.
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