Wo hat Frida Kahlo ihre farbenfrohen Bilder gemalt? Wo hat sich Elvis Presley entspannt? Und wie sah es eigentlich in Sigmund Freuds berühmtem Behandlungszimmer aus? Antworten darauf findet man in den Wohnhäusern dieser weltbekannten Persönlichkeiten. Denn ihre Anwesen sind bis heute originalgetreu erhalten geblieben – und nehmen Besucherinnen und Besucher mit auf eine faszinierende Zeitreise in die Vergangenheit.
Werfen Sie hier mit uns einen Blick in sieben private Rückzugsorte von Menschen, die Geschichte geschrieben haben …
Adaptiert von Alina Halbe
Die Stadt Liverpool ist für zwei Dinge weltberühmt: Fußball und die Beatles. Die britische Band gilt bis heute als eine der einflussreichsten der Musikgeschichte. Alle vier Mitglieder wurden hier geboren und sind in der Stadt aufgewachsen – und ihr Vermächtnis zieht Jahr für Jahr unzählige Fans an.
In der ganzen Stadt erinnern zahlreiche Denkmäler und Orte an die Band, darunter auch das Haus, in dem die Musiklegende John Lennon aufgewachsen ist.
Die ersten fünf Lebensjahre von John Lennon waren alles andere als ruhig und behütet: Abwesende Eltern, ein Sorgerechtsstreit und sogar ein geplanter Umzug nach Neuseeland prägten seine frühe Kindheit.
Schließlich zog er in der Menlove Avenue in das Haus mit der Nummer 251, wo er bei seinem Onkel und seiner Tante – George und Mimi Smith – in dem Liverpooler Vorort Woolton aufwuchs.
Lennon lebte bis Mitte des Jahres 1963 in dem Haus. Zu dem Zeitpunkt war er 22 Jahre alt und das Debütalbum der Beatles mit Hits wie „Love Me Do“ und „Twist and Shout“ war bereits erschienen.
Das Haus ist für Beatles-Fans ein bedeutender Ort, denn der Frontmann der Band wuchs nicht nur dort auf, sondern schrieb auch seine ersten Songs wie „Please Please Me“ und „I’ll Get You“ unter dem Dach von Onkel und Tante.
In der Nähe des Hauses kam es auch zu einer großen Tragödie, die den jungen Musiker zutiefst erschütterte und sein späteres Schaffen prägte: Nur rund 30 Meter entfernt wurde Lennons Mutter Julia 1958 nach einem Besuch bei ihrem Sohn von einem Auto erfasst und tödlich verletzt.
In seinem Song „Julia“ verarbeitete Lennon den Verlust der geliebten Mutter.
Am 7. Dezember 2000 erhielt Lennons ehemaliges Zuhause eine der begehrten blauen Gedenktafeln der Organisation English Heritage, die im Land historische Bauwerke und Denkmäler schützt und verwaltet. Die Auszeichnung erfolgte einen Tag vor dem 20. Todestag John Lennons.
Zwei Jahre später kaufte seine Witwe Yoko Ono das Haus, um es vor Investoren zu bewahren. Sie übergab es dem National Trust, einer gemeinnützigen Organisation, die sich in Großbritannien für den Erhalt historisch bedeutender Gebäude einsetzt. Der National Trust ließ die Innenräume originalgetreu im Stil der damaligen Zeit restaurieren.
Seit 2003 kann das Gebäude besichtigt werden und wurde zu einem wichtigen Anziehungspunkt für Touristen in Liverpool. Seit Februar 2012 steht es – genau wie Paul McCartneys Elternhaus – unter Denkmalschutz.
Frida Kahlo gehört bis heute zu den bekanntesten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts – und ihr ehemaliges Zuhause ist ebenso farbenfroh und außergewöhnlich wie sie selbst.
Die mexikanische Malerin wurde 1907 in der Casa Azul (zu Deutsch: „Blaues Haus“) in Mexiko-Stadt geboren, wuchs dort auf und lebte später viele Jahre gemeinsam mit ihrem Ehemann Diego Rivera in dem Gebäude. Im Juli 1954 starb sie in einem Zimmer im Obergeschoss ihres Elternhauses.
Mit nur sechs Jahren erkrankte Kahlo an Kinderlähmung und musste neun Monate lang das Bett hüten. Ihr Vater soll sie ermutigt haben, durch Sport wieder zu Kräften zu kommen – sogar Ringen gehörte zu ihren Aktivitäten, was für ein Mädchen damals höchst ungewöhnlich war.
1922 schrieb sie sich an der National Preparatory School in Mexiko-Stadt ein, wo sie dem berühmten Wandmaler Diego Rivera begegnete – dem Mann, den sie nach eigenen Worten eines Tages heiraten wollte. Im selben Jahr ging Kahlo mit ihrem Jugendfreund Gómez Arias auf Reisen und erlitt bei einem tragischen Busunglück schwere Verletzungen an Becken und Wirbelsäule, die ihr weiteres Leben entscheidend prägen sollten.
Kahlos Haus liegt im traditionsreichen Stadtviertel Coyoacán, einem der ältesten Viertel von Mexiko-Stadt. 1958 wurde das Gebäude mitsamt seiner Einrichtung in ein Museum umgewandelt. Viele persönliche Gegenstände der Malerin sind bis heute genau dort zu finden, wo sie von der Malerin vor Jahrzehnten zurückgelassen wurden.
Zu den Ausstellungsstücken gehören ihre Farben, Pinsel und Staffeleien ebenso wie präkolumbianische Halsketten, traditionelle Volkskleider und der Rollstuhl, der in vielen ihrer Selbstporträts zu sehen ist.
Auch wenn Kahlo im Laufe ihres Lebens in verschiedenen Häusern in Mexiko gewohnt hat, kehrte sie immer wieder in die Casa Azul zurück. Das Haus ist weitgehend im Zustand der 1950er-Jahre erhalten geblieben und spiegelt mit seinen leuchtenden Farben und den vielen ungewöhnlichen Fundstücken in jedem Raum ihre faszinierende Persönlichkeit wider.
In dem rund 800 Quadratmeter großen Haus befinden sich einige von Kahlos wichtigsten Werken – darunter „Viva la vida“ (zu Deutsch: „Es lebe das Leben“) und „Retrato de mi padre Wilhelm Kahlo“ (zu Deutsch: „Porträt meines Vaters Wilhelm Kahlo“).
Gefällt Ihnen dieser Artikel? Dann klicken Sie oben auf Daumen hoch und folgen Sie uns für weitere loveMONEY-Themen
Doch der Garten der Casa Azul ist wohl der wichtigste Ort des Anwesens. Hier verbrachte die Malerin einen Großteil ihrer Zeit – die Farben, Pflanzen und Tiere des Gartens beflügelten ihre Fantasie und inspirierten zahlreiche ihrer eindrucksvollsten Werke.
Der Garten ist bis heute nahezu unverändert erhalten und macht das Blaue Haus zu einem lebendigen Erinnerungsort an eine der bedeutendsten Künstlerinnen Lateinamerikas.
Wie aus einem Märchen wirkt Claude Monets Rückzugsort in der Normandie im Norden Frankreichs. Der französische Impressionist entdeckte das idyllische Dorf Giverny zufällig bei einer Zugfahrt und mietete 1883 ein weitläufiges Landhaus mit großem Grundstück.
Sein Traum war es, das Anwesen eines Tages zu kaufen und die heute weltberühmten Gärten nach seinen Vorstellungen zu gestalten.
Sein Traum sollte in Erfüllung gehen: Bis 1890 hatte der berühmte Impressionist durch den Verkauf und die Ausstellung seiner Werke in ganz Europa genug Geld verdient, um das Haus zu kaufen, das ihm als Mieter so sehr ans Herz gewachsen war.
Nachdem er Paris im Jahr 1878 hinter sich gelassen hatte, wurde das Anwesen in Giverny zum Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens – und blieb es auch bis zu seinem Tod im Jahr 1926.
Monet selbst dirigierte und überwachte die Renovierungsarbeiten an dem Haus, das heute – restauriert und liebevoll gepflegt – von Kunstfans aus aller Welt besichtigt werden kann. Die zartrosa Fassade und die leuchtenden Innenräume in unterschiedlichen Grün-, Gelb- und Blautönen orientieren sich an seiner eigenen Farbpalette.
Zum Glück konnte Monet nicht nur das Gebäude selbst erwerben, sondern auch das umliegende Land – und damit den Grundstein für seine großen gärtnerischen Pläne legen.
Als Eigentümer konnte Monet endlich die zauberhaften Gärten gestalten, die er sich so lange erträumt hatte. Im Laufe der Jahre entstanden dort viele seiner berühmtesten Gemälde.
Zwar hängen die Originalwerke heute größtenteils im Musée Marmottan Monet und im Musée de l'Orangerie in Paris, doch in Giverny hat man die Quelle seiner Inspiration vor Augen: die japanische Brücke, die Seerosen auf dem Teich und die üppigen Rankbögen, die sich malerisch durch den Garten winden.
Das Haus erstreckt sich über zwei Etagen und Monet-Fans können einen Blick in die Räume werfen, in denen der Maler las, sich ausruhte, aß und arbeitete.
Auch viele der privaten Wohnbereiche der Familie sind heute zugänglich – ebenso wie das separate Atelier, wo viele seiner berühmten Gartenbilder entstanden.
Mit ihrer legendären Rolle der Dorothy in dem amerikanischen Musical-Fantasyfilm „Der Zauberer von Oz“ wurde Judy Garland 1939 über Nacht zum Weltstar.
Ihr berühmter Satz „Zuhause ist es doch am schönsten“ stammt aus der Schlussszene des Films und passt perfekt zu dem Ort, an dem sie ihre Kindheit verbrachte. Das hübsche weiße Holzhaus in Grand Rapids im US-Bundesstaat Minnesota stammt aus dem Jahr 1892. Garlands Eltern erwarben es 1919.
Garland war das Nesthäkchen und wurde buchstäblich direkt ins Rampenlicht hineingeboren: Ihre Eltern waren Teil der damaligen Varietészene und betrieben ein Kino. Schon mit zwei Jahren stand sie bei einer Weihnachtsshow ihres Vaters auf der Bühne. Von da an nahm ihre Karriere Fahrt auf – sie spielte Hauptrollen in Musicals, Fernsehshows und Filmen und wurde zu einem der größten Namen Hollywoods.
Das Haus in Grand Rapids war das erste gemeinsame Familienheim, in dem Garland von ihrer Geburt im Jahr 1922 bis 1926 lebte.
Ein Besuch des Hauses fühlt sich an wie eine Zeitreise. Das Gebäude war 1915, vier Jahre vor dem Einzug der Familie Garland, von den Vorbesitzern umgebaut worden.
Heute gehört es zum Judy Garland Museum und wurde zwischen 1995 und 1996 sorgfältig restauriert, um den Zustand, in dem es sich Mitte der 1920er-Jahre befand, originalgetreu nachzubilden. Mithilfe alter Fotografien konnte das Haus wieder genauso eingerichtet werden, wie es damals ausgesehen hat.
Beim Rundgang gibt es gerahmte Familienporträts, Kleidung aus längst vergangenen Zeiten und liebevoll bewahrte Erinnerungsstücke aus Garlands Kindheit zu sehen, die allesamt originalgetreu im Haus arrangiert wurden.
Dieses in zarten Grün- und Lilatönen gestaltete Schlafzimmer könnte das Zimmer gewesen sein, in dem die Künstlerin als Baby gemeinsam mit ihren Eltern schlief. Frances Ethel Gumm, so ihr bürgerlicher Name, hatte zwei ältere Schwestern, mit denen sie schon früh gemeinsam auftrat.
Seit das Elternhaus der Schauspielerin 1975 in eines der ersten Museen dieser Art in den USA verwandelt wurde, pilgern Fans an diesen für sie besonderen Ort.
Zu den Exponaten gehört auch ein Probekleid aus „Der Zauberer von Oz“ – es stammt aus der weltweit größten Sammlung an Erinnerungsstücken rund um Judy Garland, die hier im Museum zu sehen ist.
In dem hier links zu sehenden weißen Haus lebte einst eine echte Rocklegende: Jimi Hendrix bewohnte 1968 und 1969 gemeinsam mit seiner Freundin Kathy Etchingham die oberen Etagen der Brook Street 23 im feinen Londoner Stadtteil Mayfair.
Er bezeichnete die Wohnung als sein „erstes richtiges Zuhause“ und richtete sie persönlich ein – mit Vorhängen und Kissen aus dem Londoner Einrichtungshaus John Lewis sowie Fundstücken vom berühmten Straßenmarkt auf der Portobello Road.
Hendrix wurde 1942 in Seattle im US-Bundesstaat Washington als Johnny Allen Hendrix geboren. Er begann schon im Alter von 15 Jahren Gitarre zu spielen und stand zunächst als Background-Musiker für Größen wie Little Richard und The Isley Brothers auf der Bühne.
Seinen Durchbruch erlebte er jedoch erst nach seinem Umzug nach London Ende 1966. Als Chas Chandler, Bassist der Band The Animals, sein Management übernahm, stellte sich der Erfolg schnell ein: Innerhalb weniger Monate hatte Hendrix mit seiner neu gegründeten Band Jimi Hendrix Experience drei Top-Ten-Hits in den britischen Charts.
Auf dem Foto ist er gemeinsam mit Freundin Kathy in der Londoner Wohnung zu sehen.
Dieses Foto zeigt Hendrix’ Schlafzimmer – ganz im Stil der 1960er-Jahre. Seine ehemalige Wohnung befindet sich direkt neben dem Haus mit der Nummer 25, in dem der 1685 in Halle geborene Komponist Georg Friedrich Händel 36 Jahre lang lebte. In Sachen Einrichtung hätten die beiden musikalischen Superstars verschiedener Epochen kaum gegensätzlicher sein können – und davon kann man sich in einem von Londons ungewöhnlichsten Museen persönlich überzeugen:
Ab 2000 übernahm der Handel House Trust sukzessive Teile sowohl des ehemaligen Händel- als auch Hendrix-Hauses, um Renovierungsarbeiten zu starten und die Nachbaranwesen in ein gemeinsames Museum zu verwandeln. Dabei wurde auch die Wohnung des Gitarristen in den Zustand von 1968/69 zurückversetzt. Seit 2016 können die historischen Wohnungen beider Musiklegenden gemeinsam besichtigt werden.
Händel war der erste Bewohner des Hauses an der Brook Street 25, als er im Jahr 1723 dort einzog. Das Stadthaus lag in unmittelbarer Nähe des St. James’s Palace, wo Händel häufig für den Hof auftrat.
Um den ursprünglichen Grundriss, die Einrichtung und die Gestaltung des Hauses zu rekonstruieren, wurden zeitgenössische Berichte, Briefe und vergleichbare Gebäude aus der Epoche ausgewertet.
Im größten Raum des Hauses hat Händel viele seiner berühmten Werke komponiert – darunter auch das Oratorium „Messiah“. Er ist mit Instrumenten aus der damaligen Zeit, etwa einem Cembalo, sowie mit Notenmanuskripten, Porträts und Kunstwerken aus Händels Sammlung ausgestattet.
Händels Schlafzimmer wurde so restauriert, dass es farblich dem Stil eines georgianischen Hauses des 18. Jahrhunderts entspricht. Die Wandfarben orientieren sich an sogenannten historischen Farbfächern – also an Farbtönen, die man durch die Untersuchung alter Farbschichten, Möbel und Dokumente ermittelt hat.
Die Möbel stammen entweder aus der Epoche selbst oder sind hochwertige Nachbildungen. Mitten im Raum steht ein Himmelbett mit kunstvollen Verzierungen und üppigen Vorhängen aus Leinen und Baumwolle, die auch der Isolierung dienten.
Händel lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1759 in diesem Londoner Haus.
Der Neurologe Sigmund Freud gilt als Begründer der Psychoanalyse und zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Den Großteil seines Lebens verbrachte und arbeitete er in Wien, bis er 1938 nach dem Anschluss Österreichs durch Nazi-Deutschland fliehen musste.
Er emigrierte nach London, wo er sich im Juni 1938 gemeinsam mit seiner Frau Martha und seiner Tochter Anna in einem eleganten Haus im Nordwesten der Stadt niederließ – und die letzten, weniger als eineinhalb Jahre seines Lebens verbrachte.
Der 1856 im damaligen Kaisertum Österreich geborene Freud schloss im Jahr 1881 sein Medizinstudium ab und entwickelte in den Folgejahren bahnbrechende – und bis heute kontrovers diskutierte – Theorien über das Unbewusste, darunter etwa die Traumdeutung und den Ödipuskomplex.
Mit seinen Schriften und Vorträgen wurde er zu einer Schlüsselfigur in der Erforschung psychischer Prozesse und prägte die moderne Psychologie entscheidend mit.
Die idyllisch gelegene Villa befindet sich an der Adresse Maresfield Gardens 20 in dem gehobenen und traditionell bei Künstlern, Schriftstellern und Intellektuellen beliebten Londoner Stadtteil Hampstead. Nachdem Freud im September 1939 verstorben war, blieb das Gebäude in Familienbesitz: Seine Tochter Anna Freud, die sich in der neuen Heimat als bedeutende Kinderpsychologin einen Namen machte, lebte dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1982.
Auf ihren Wunsch hin wurde das Haus nach ihrem Tod in das – heute sehr beliebte – Freud Museum umgewandelt, das dem Leben und Werk ihres Vaters gewidmet ist.
Obwohl Freud nur kurz in seiner Londoner Villa lebte, las und schrieb er in dieser Zeit intensiv. In seiner Bibliothek vollendete er sein letztes – und sehr umstrittenes – Werk „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“. Die Bibliothek mit ihren vielen ledergebundenen Antiquariatsbänden gehört zum Museum.
Neben den Büchern brachten die Freuds auch viele ihrer Wiener Möbel und persönlichen Gegenstände mit nach London, darunter Biedermeierkommoden, Tische und bemalte österreichische Landhausmöbel aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Besonders beeindruckend: Freuds umfangreiche Sammlung ägyptischer, griechischer, römischer und orientalischer Artefakte.
Freud führte auch in London seine psychoanalytische Arbeit fort und behandelte Angehörige der Londoner Elite. Das Herzstück des Museums ist seine berühmte Couch, die aus seiner Wiener Wohnung in der Berggasse 19 hierhergebracht wurde – jenem Haus, in dem er 47 Jahre lang lebte.
Auf diesem Sofa praktizierten seine Patientinnen und Patienten die für Freud typische Methode der freien Assoziation: Dabei soll ohne Zensur und Bewertung geäußert werden, was spontan in den Sinn kommt, um das Unterbewusste an den Tag zu bringen.
1957 leistete sich der King of Rock ’n’ Roll in seiner Heimatstadt Memphis für 102.500 US-Dollar das heute legendäre Graceland-Anwesen. Nach heutigem Geldwert entspricht der damalige Kaufpreis rund 1,2 Millionen US-Dollar (eine Million Euro). Elvis Presley lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 1977.
Das Anwesen wurde 1939 erbaut und nach der ursprünglichen Besitzerin Grace Toof benannt. Zuvor war es eine Rinderfarm, zu der knapp sechs Hektar Land gehörten. Die Eltern des Musikers hatten die Immobilie entdeckt und eine Anzahlung in Höhe von 1.000 US-Dollar geleistet, was inflationsbereinigt heute etwa 12.000 US-Dollar (10.000 Euro) wären. Zu dieser Zeit war Presley gerade mit den Dreharbeiten für seinen Musikfilm „Jailhouse Rock“ beschäftigt.
Das rund 1.580 Quadratmeter große Herrenhaus zieht bis heute jährlich mehr als 600.000 Fans an, die das Zuhause der weltberühmten Musikikone mit eigenen Augen sehen möchten.
Auf diesem Foto sieht man den Kultstar in seinem Wohnzimmer beim Bassgitarre spielen. Dort empfing er damals auch seine Gäste. Nach seinem Tod 1977 erbte seine damals neunjährige Tochter Lisa Marie Presley Graceland. Nach ihrem Tod im Januar 2023 ging das Anwesen wiederum an ihre Töchter über.
Presley ließ das Haus, das ursprünglich nur rund 930 Quadratmeter groß war, im Laufe der Jahre umfangreich umbauen. 1957 kamen etwa die berühmten eisernen Eingangstore hinzu, die mit Noten und Silhouetten des Sängers mit Gitarre verziert sind.
Die Einrichtung wiederum spiegelt deutlich den Stil der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre wider. Besonders ins Auge fallen die prachtvollen Glasfenster mit Pfauenmotiven hinter der cremefarbenen Sofagarnitur.
Im Keller ist ein opulentes Billardzimmer untergebracht. In Sachen Design und Ausstattung geht es auf ein Foto eines Billardsaals aus dem 18. Jahrhundert zurück, das Presley in einer Zeitschrift entdeckt hatte.
Die Wände und Decken des Zimmers sind mit rund 365 Metern gemustertem Stoff bespannt – drei Männer sollen zehn Tage gebraucht haben, um alles zuzuschneiden und anzubringen. Der Billardtisch, versehen mit einem „Bitte nicht berühren“-Schild, steht dort seit 1960 unverändert. Angeblich war er eines der ersten Dinge, die der Musiker nach seiner Zeit beim Militär gekauft hat.
Gleich nebenan liegt übrigens sein berühmtes Fernsehzimmer, in dem er drei Bildschirme gleichzeitig laufen ließ.
Auf einem Rundgang durch Graceland können Besucherinnen und Besucher auch den berühmten Jungle Room besichtigen – ein Zimmer im exotisch-hawaiianischen Stil. Mit Holzimitat an den Wänden, grünem Hochflorteppich, rustikalen Holzmöbeln und jeder Menge Animal-Prints ist der Raum ein wahrlich passender Rückzugsort für den Mann, der glitzernde Schlaghosenoveralls zu seinem Markenzeichen machte.
In dem gemütlichen Anbau, der 1965 auf der Rückseite des Hauses entstand, entstanden 1976 die letzten Aufnahmen des King of Rock ’n’ Roll.
Gefällt Ihnen dieser Artikel? Dann klicken Sie oben auf Daumen hoch und folgen Sie uns für weitere loveMONEY-Themen