Die 21 Star-Wars-Actionfiguren, die 1978 und 1979 von dem amerikanischen Spielzeughersteller Kenner herausgebracht wurden, haben einen besonderen Platz in den Herzen der Fans und sind bei Sammlern sehr begehrt. Sie waren das erste Beispiel für Film-Merchandise, denn zuvor gab es keine Produkte dieser Art, mit denen das Branding und Marketing von Filmen unterstützt wurde.
Entdecken Sie in unserer Bildergalerie, wie viel die Kult-Spielzeugobjekte heute wert sind ...
Die Preise wurden der Website „The Toy Collectors Guide“ entnommen und sind in Euro umgerechnete US-Dollar-Beträge.
Adaptiert von Barbara Geier
Star Wars war der erste Film, für den Spielzeug in großem Stil lizenziert wurde. Der Hersteller Kenner stieg mit Verspätung in dessen Produktion ein, nachdem ein anderes Unternehmen den entsprechenden Vertrag letztlich nicht unterzeichnet hatte. Aufgrund dieser Verzögerung waren die Figuren zu Weihnachten 1977 noch nicht auf dem Markt, obwohl der erste Star-Wars-Film „Krieg der Sterne“ im Mai desselben Jahres in die Kinos gekommen war.
Die Nachfrage war allerdings so groß, dass Kenner für die weihnachtliche Verkaufssaison leere Verpackungen mit „Early-Bird-Zertifikaten“ für vier der kommenden Actionfiguren auf den Markt brachte: Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Chewbacca und R2-D2. Diese wurden Anfang 1978 zusammen mit acht weiteren Figuren veröffentlicht, gefolgt von einer zweiten Welle mit nochmal acht Figuren später im Jahr. Die letzte der ursprünglich 21 Figuren, Boba Fett, folgte 1979.
Als die Figuren auf den Markt kamen, kosteten sie 1,99 US-Dollar, was nach heutigem Geldwert umgerechnet knapp neun Euro entspricht. Allein im Jahr 1978 verkaufte Kenner 40 Millionen dieser Star-Wars-Spielzeuge. Die Erlöse flossen in die Finanzierung künftiger Filme der Reihe ein.
Abgesehen von den Prototypen sind die Plastikkreationen keineswegs selten. Allein die Tatsache, dass sie bei Star-Wars-Fans und Sammlern so extrem beliebt sind, hat den Wert der Figuren in die Höhe getrieben.
Die wertvollsten Exemplare sind noch originalverpackt, aber auch lose Actionfiguren, die schon durch spielende Hände gegangen sind, erzielen noch respektable Preise – und das schauen wir uns vom günstigsten bis zum teuersten Beispiel jetzt an …
Die Power-Droid-Figur wurde 1978 im Rahmen der zweiten Welle von Kenner veröffentlicht und ist heute von allen 21 Originalen am wenigsten wert. In der Star-Wars-Welt sind diese Power-Droiden im Endeffekt nicht mehr als wandelnde Batterien, die auf Anweisung Fahrzeug und Maschinen aufladen. Das gibt nicht viel her für eine attraktive Actionfigur, sodass ihre Schlusslichtposition im Ranking der wertvollsten Star-Wars-Figuren nicht wundert.
Exemplare in ihrer Originalverpackung werden für umgerechnet zwischen 240 und 330 Euro gehandelt. Lose Figuren bringen bis zu 35 Euro ein.
Auch der „Walross-Mann“ wurde 1978 als Teil der zweiten Welle veröffentlicht. Alle Original-Star-Wars-Figuren von Kenner sind recht grobe Darstellungen der Filmcharaktere, die sie verkörpern – und der Kopfgeldjäger Walrus Man, der eigentlich Ponda Baba heißt, ist besonders schlecht geraten.
Die Figur ist nicht viel mehr wert als der Power Droid und wird originalverpackt für bis zu 350 Euro verkauft. Lose Exemplare werden für zwischen 22 und 35 Euro gehandelt.
Wie die bisherigen spielt auch der Charakter des Todesstern-Droiden im Star-Wars-Universum eine untergeordnete Rolle, dessen Actionfigur mit der zweiten Welle 1978 herauskam. Laut der „Toy Collectors Guide“-Website hat der Hersteller Kenner bei diesem Modell einen Fehler gemacht, da diese Droiden schwarz und nicht silbern sind. Diese Kreation ähnelt eher den Droiden im Inneren der Jawa-Sandkriecher.
Heute sind Exemplare des Death Star Droid, die noch originalverpackt sind, zwischen 265 und 400 Euro wert. Lose Figuren können bis zu 35 Euro einbringen.
R5-D4 mag eine Nebenfigur sein, aber der Droide spielt für die Handlung des ersten Star-Wars-Films eine entscheidende Rolle: Da er nicht funktionierte, wurde er gegen R2-D2 ausgetauscht, der die Pläne für den ersten Todesstern überbrachte und in dieser Aufstellung natürlich auch auftauchen wird.
Eine originalverpackte R5-D4-Figur verkauft sich für bis zu 400 Euro. In losem Zustand ist das Plastikspielzeug noch maximal 40 Euro wert.
Dieser weniger bekannte Star-Wars-Charakter taucht im „Krieg der Sterne“ in der berühmten Schießerei-Szene in der Mos Eisley Cantina auf, in der Han Solo in das Universum eingeführt wird. Sein eigentlicher Name ist Zutton, sein Spitzname „Snaggletooth“ bezieht sich auf seine schiefen Zähne.
Im Film ist dies Figur klein und stämmig und trägt rote Kleidung. Da die Spielzeugdesigner bei Kenner allerdings nur ein Schwarzweißfoto des Oberkörpers von Zutton zur Verfügung hatten, ging zunächst eine schlanke, größere und blaue Figur in Produktion und den Verkauf. Später wurde sie durch die hier zu sehende akkuratere Darstellung in Rot ersetzt.
Blaue Snaggletooth-Figuren, die nicht in der üblichen Verpackung verkauft wurden, sind bis zu 350 Euro wert. Rote und originalverpackte Exemplare werden für bis zu 400 Euro verkauft.
Hammerhead ist ein weiterer kleiner Star-Wars-Charakter, der in der Szene der Mos Eisley Cantina auftaucht und später als Mamow Nadon bekannt wurde.
Als eines der markanteren Designs des Herstellers erzielt die 1978 mit der zweiten Welle veröffentlichte Hammerhead-Figur heute einen Preis von bis zu 440 Euro, sofern sie noch originalverpackt ist. In loser Form wird sie für bis zu 35 Euro gehandelt.
Die Figur des Todesschwadron-Kommandanten gehörte zu den ersten zwölf Figuren, die Anfang 1978 auf den Markt kamen. Der Hersteller Kenner hat ihren Namen angeblich später in Star Destroyer Commander geändert, um das brachiale Wort „Death Squad“ loszuwerden. Andere meinen, dass der Namenswechsel vollzogen wurde, weil der Todesstern, der von dem Kommandanten bewacht wird, im zweiten Star-Wars-Film „Das Imperium schlägt zurück“ (1980) nicht vorkommt.
Auch wegen dieser Spekulationen ist diese Figur recht begehrt. Von den ersten zwölf ist sie dennoch die am wenigsten wertvolle und bringt in ihrer Originalverpackung normalerweise bis zu 490 Euro ein oder lose 44 Euro.
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Als ein Hauptcharakter im Star-Wars-Universum war Obi-Wan Kenobis Actionfigur natürlich auch unter den zwölf ersten, die auf den Markt kamen. Zu dem Jedi-Meister, der Anakin Skywalker ausbildete, bevor er zum bösen Darth Vader wurde, gehören zwei Accessoires: ein Vinyl-Umhang und ein blaues Lichtschwert. Die meisten der insgesamt 21 ersten Star-Wars-Figuren haben nur ein Accessoire, eine Feuerwaffe, oder gar keines.
Exemplare in ihrer Originalverpackung erzielen zwischen 400 und 530 Euro, für lose Figuren gibt es zwischen 27 und 44 Euro.
Chewbacca ist einer der beliebtesten Bewohner der Galaxis. Der Co-Pilot des Millennium-Falken und Han Solos rechte Hand gehört zum Volk der Wookie und war eine der vier Figuren, die zu Weihnachten 1977 als „Early-Bird-Zertifikate“ verkauft wurden.
Exemplare in ihrer Originalverpackung werden für bis zu 530 Euro gehandelt. Lose Chewbaccas können zwischen 27 und 44 Euro einbringen.
Korrekterweise heißen diese Charaktere Tusken-Räuber, aber Kenner gab der Figur den Namen „Sandleute“, als sie 1978 in der Gruppe der ersten zwölf auf den Markt kam. Später wurde er in Tusken-Räuber („Tusken Raider“) geändert. Zu dem Plastikspielzeug gehört ein Gaderffii-Stock, die Waffe der Tusken-Räuber, und ein Vinyl-Umhang.
Heute kann eine dieser originalverpackten Figuren zwischen 400 und 530 Euro erzielen. Lose Exemplare werden für bis zu 44 Euro verkauft.
Die Figur des Star-Wars-Charakters Greedo wurde 1978 mit der zweiten Welle veröffentlicht. Sie war einzeln verpackt erhältlich oder wurde exklusiv bei der amerikanischen Kaufhauskette Sears als Teil des „Cantina Adventure Playsets“ verkauft, zu dem außerdem Walrus Man, Hammerhead und Snaggletooth gehörten.
In Originalverpackung erzielt eine Greedo-Figur heute bis zu 580 Euro. Lose Exemplare sind für zwischen 27 und 44 Euro zu haben.
Der treue Astromech-Droide R2-D2, der in den Abenteuern der Skywalker-Familie und der Rebellenallianz eine zentrale Rolle spielt, ist ein Star-Wars-Liebling. Kenner veröffentlichte die Figur daher als eine der vier „Early Birds“ in Zertifikatsform.
Der ungewöhnliche Name ist übrigens reiner Zufall: „R2-D2“ ist eine Abkürzung, die beim Filmschnitt benutzt wird. „R2“ steht dabei für die zweite Filmrolle, „D2“ für die zweite Dialogspur. „Krieg der Sterne“-Regisseur hörte den Begriff beim Dreh eines seiner anderen Filme und nutzte ihn für sein Star-Wars-Drehbuch, an dem er gerade schrieb.
R2-D2-Figuren in ihrer Originalverpackung sind für zwischen 440 und 620 Euro zu haben und kosten als lose Exemplare bis zu 44 Euro.
Den zentralen Charakter der ursprünglichen Star-Wars-Trilogie brachte Kenner unter den 21 Originalfiguren gleich zweimal raus.
Diese Luke-Skywalker-Figur erschien 1978 mit der zweiten Welle und zeigt den Helden in seinem X-Wing-Piloten-Outfit. Originalverpackt ist sie bis zu 620 Euro wert, während lose Versionen mit 27 bis 44 Euro beziffert werden.
Die Darstellung des Protokolldroiden C-3PO ist Kenner sehr gut gelungen und die silbern glänzende Figur wurde 1978 mit der Welle der ersten zwölf veröffentlicht.
Heute können originalverpackte Exemplare zwischen 440 und 620 Euro erziehen und lose Figuren haben einen Wiederverkaufswert von bis zu 50 Euro.
Auch die erste Stormtrooper-Actionfigur kam 1978 mit der Gruppe der ersten zwölf auf den Markt und ist für eingefleischte Star-Wars-Fans ein Muss. Sie war ein Bestseller, da Kinder für ihre eigene Stormtrooper-Truppe immer mehrere Exemplare haben wollten.
Heute geht sie in ihrer Originalverpackung für zwischen 620 und 800 Euro über den Tisch. Lose Versionen kosten bis zu 50 Euro.
Prinzessin Leia ist der einzige weibliche Charakter, dem Kenner eine der 21 Originalfiguren widmete und gehört für jeden ernsthaften Sammler zum Star-Wars-Portofolio. Sie komplettiert neben Chewbacca, R2-D2 und Luke Skywalker die vier „Early Birds“.
Die heldenhafte Anführerin der Rebellen wurde bis zu ihrer kultigen Frisur sehr detailliert dargestellt und originalverpackte Figuren sind heute bis zu 800 Euro wert. Lose Exemplare können bis zu 90 Euro einbringen.
Die Kenner-Figur des ultimativen Bösewichts der Star-Wars-Saga verkaufte sich 1978 als eines der zwölf ersten Plastikspielzeuge wie warme Semmeln. Sie war mit einem Vinyl-Umhang und einem roten Lichtschwert ausgestattet.
Darth Vader ist bis heute beliebt, denn originalverpackte Exemplare erzielen zwischen 660 und 890 Euro. In losem Zustand wird die Figur für bis zu 58 Euro verkauft.
Auch Han Solo im Plastikfigur-Format gehörte zur Riege der ersten zwölf Figuren, allerdings gab es zwei Versionen. Die hier zu sehende Originalfigur hatte einen kleineren Kopf, der vom Hersteller gegen Ende der ersten Produktionsserie vergrößert wurde. Während viele Sammler die Version mit dem kleineren Kopf bevorzugen, ist die mit dem größeren Kopf seltener und wertvoller.
Im originalverpackten Zustand kann die Han-Solo-Figur bis zu 970 Euro einbringen. Unverpackte Exemplare ohne Verpackung erzielen bis zu 80 Euro.
Diese originale Luke-Skywalker-Figur von Kenner ist ein Muss für Sammler und auch bei einem Verkaufspreis von bis zu 1.320 Euro heute noch heiß begehrt. Wie bei Han Solo gibt es zwei Versionen: Die frühere Early-Bird-Variante unterscheidet sich durch ein längeres Teleskop-Lichtschwert. Da diese Version seltener ist, erzielt sie im Wiederverkauf die höchsten Preise.
Die kleinste Star-Wars-Actionfigur von Kenner gibt es ebenfalls in zwei Versionen: Der erste Jawa-Humanoid in Plastikform, der 1978 in der Gruppe der ersten zwölf Figuren auf den Markt kam, trug einen Umhang aus Vinyl. Der Spielzeughersteller tauschte diesen dann für eine hochwertigere Stoffversion aus (Bild), um sicherzustellen, dass Eltern auch bei einer kleinen Figur wie dieser den gleichen Preis zu zahlen bereit sind.
Die Wollmantel-Variante wird heute für bis zu 530 Euro verkauft. Für die frühere und äußerst seltenen Version mit Vinyl-Umhang geben Sammler bis zu 2.210 Euro aus.
Boba Fett ist der „heilige Gral“ der Star-Wars-Actionfiguren von Kenner und wurde 1979 exklusiv im Versandhandel verkauft. Der Prototyp wurde mit einem Raketenrucksack entwickelt, der mit einer Feder für den „Abschluss“ ausgestattet war. Aufgrund von Sicherheitsbedenken ging diese Funktionalität aber nicht in Serie, da ein Kind durch eine ähnliche Vorrichtung an einem Battlestar-Galactica-Spielzeug ums Leben gekommen war.
Die regulären Boba-Fett-Figuren werden heute für bis zu 4.430 Euro verkauft. Die sehr seltenen Prototypen mit dem Raketenrucksack liegen dagegen preislich in einer ganz anderen Galaxie. So wurde eines dieser Exemplare 2024 bei einer Auktion als teuerstes Spielzeug aller Zeiten für unglaubliche 1,2 Millionen Euro verkauft.
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