#Vanlife gehört zu den Trendthemen in den sozialen Medien. Den festen Wohnsitz gegen ein individuell gestaltetes Wohnmobil oder einen Campervan mit Sonderausstattung zu tauschen und sich auf große Fahrt zu begeben, wird gerade bei jungen Menschen immer beliebter. Wir haben uns weltweit umgesehen und Menschen gefunden, die alle Arten von Fahrzeugen in maßgefertigte Wohnräume verwandelt haben. Die Mini-Häuser auf Rädern kombinieren dabei platzsparende Einrichtungstricks mit stilvoller Einrichtung.
Werfen Sie hier mit uns einen Blick ins Innere dieser originellen Tiny Houses auf Rädern, die einmal ganz normale Fahrzeuge waren.
(Geldbeträge wurden von US-Dollar in Euro umgerechnet.)
Adaptiert von Barbara Geier
Die Deutsche Stephanie Schmidt, die in den sozialen Medien als @stephs_lifelance unterwegs ist, lebt in einem Wohnmobil, das sie als Häuschen auf vier Rädern im Boho-Stil gestaltet hat.
Schmidt kaufte sich den Fiat Ducato, Baujahr 1997, für 13.700 Euro und renovierte ihn vollständig. Das Ergebnis ist ein entspanntes Refugium in Naturfarben.
Verblichene graue Polster, alles in allem sehr altbacken – zum Zeitpunkt des Kaufs im Januar 2021 sah der Camper noch ganz anders aus.
Schmidt renovierte den Fiat Ducato neben ihrem Vollzeitjob. Schon drei Monate später war sie im März bereit, mit einem komplett verwandelten Fahrzeug ihr Vanlife-Abenteuer zu starten …
Kaum wiederzuerkennen, oder? Die Holzoberflächen wurden abgeschliffen, in einem kreidigen Weißton neu gestrichen und mit passenden Glasgriffen ausgestattet. Statt Polster sind die Möbel jetzt mit natürlichen Leinenstoffen bezogen. Für die Besitzerin des Boho-Campers ist die Farbgestaltung ihres „beigefarbenen Traums“ besonders wichtig: „Egal, ob die Sonne scheint oder nicht, die hellen Farben versetzen mich automatisch in gute Laune.“
Abgesehen von den umgestrichenen Schränken wurde die winzige Küche mit einer neuen Arbeitsplatte aus Holz im skandinavischen Stil und weißen Aufklebefliesen neu gestaltet.
Voile-Vorhänge, Makramee-Wandbehänge und viele Fransenkissen vervollständigen den Boho-Look. Sogar die Sitze und das Lenkrad wurden mit cremefarbenem Häkelwerk bezogen.
Der schwierigste Teil beim Umbau des alten Fiat Ducato war die Modernisierung des Badezimmers, da es komplett entkernt werden musste. Aber auch das ist offensichtlich gelungen und heute genießt Schmidt Reisen und Wochenendausflüge in ihrem stylischen Wohnmobil. Lieblingsziel bisher: die Toskana.
Das US-amerikanische Paar Hope und Manny Hernandez kaufte sich einen Amazon-Lieferwagen und verwandelte das Gefährt in sein eigenes kleines Haus auf Rädern. Bei nur 8,8 Quadratmetern Platz mussten die beiden sehr kreativ vorgehen, um das Fahrzeug in ein reisetaugliches Zuhause zu verwandeln …
Im Frühjahr 2021 zog das Paar aus seiner 111 Quadratmeter großen Wohnung in Florida in einen 17,3 Quadratmeter großen Shuttlebus, den sie selbst umgebaut hatten. Nach zehn Monaten auf großer Fahrt verkauften die beiden das Wohnmobil und kehrten zu ihrem sesshaften Leben in Florida zurück – nicht für lange allerdings, denn bald folgte das nächste Vanlife-Projekt:
Die beiden kauften für rund 47.000 Euro einen Amazon-Lieferwagen von einem Ford-Händler, der so ähnlich wie dieser aussah, mit nur zwei Vordersitzen und Regalen für Pakete.
Beim Umbau legte das Paar Wert auf Bequemlichkeit und häuslichen Komfort und setzte sich keine Budgetgrenzen. Wichtiger waren qualitativ hochwertige Materialien und Haushaltsgeräte, um später Probleme oder Kosten zu vermeiden.
Bei der Inneneinrichtung ließen sich die Hernandez' vom Japandi-Stil inspirieren, der japanische und skandinavische Designelemente kombiniert und schlicht genug ist, um den kleinen Raum nicht zu überfrachten. Sie entschieden sich für einfache weiße Wände und helle Holzböden, Arbeitsplatten und Deckenleisten, um das Innere des Vans freundlich und geräumig zu gestalten. Ein besonderes Highlight ist die Küche mit ihren maßgefertigten salbeigrünen Schränken.
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Der umgebaute Van ist voller cleverer Stauräume und platzsparender Ideen. So verbergen sich hinter den schicken Einbauschränken versteckte Fächer, eine ausziehbare Speisekammer und ein ausziehbares Bett.
Eine speziell angefertigte Sitzbank wird zu einem bequemen Sitz mit zwei Sicherheitsgurten, wenn der Bus in Bewegung ist. Die Sitzbank erfüllt sogar noch zwei weitere Funktionen: Sie lässt sich nach oben klappen, um ein Staufach darunter freizulegen, und kann herausgezogen werden, um ein zusätzliches Bett zu schaffen. Sogar der ursprüngliche Beifahrersitz wurde so modifiziert, dass er sich zum Innenraum hindrehen lässt.
Alles in allem hat der Umbau um die 34.000 Euro gekostet und der Van hat jetzt einen geschätzten Wiederverkaufspreis von etwa 144.000 Euro.
Der Ire Shane Monks O'Byrne ist schon seit mehreren Jahren mit einem umgebauten Kleintransporter vom Typ Ford Transit unterwegs, den er für 7.000 Euro gekauft und „Beans“ getauft hat. Der Umbau kostete ihn weitere 7.000 Euro.
Inzwischen betreibt der Vanlife-Profi, der sein mobiles Zuhause derzeit im französischen Chamonix geparkt hat, nicht nur die Website thevanconversion.com mit Online-Kursen für DIY-Wohnmobil-Enthusiasten, sondern hat auch ein Buch zum Thema veröffentlicht.
O'Byrne gab seinen Job als Ingenieur auf, nachdem ihn der Dokumentarfilm „Free Solo“ inspiriert hatte, aus seinem konventionellen Büroalltag auszubrechen. 2019 kündigte er seinen Job und baute den Transit-Van in ein praktisches Wohnmobil um.
Wenn der Ire die hinteren Doppeltüren des Transits öffnet, kann er direkt von seinem Bett aus die Aussicht genießen. Im Inneren ist das Fahrzeug im Stil einer Berghütte mit Holz verkleidet.
Besonders im kalten Winter muss es im Van so kuschelig wie möglich sein. Dazu gehört für den ehemaligen Ingenieur neben Lichterketten und Kerzen auch ein Projektor an der Decke mit ausziehbarer Leinwand für gemütliche Filmabende.
Ungewöhnlich ist auch das eingebaute Aquarium, in dem allerdings keine Fische schwimmen, sondern Sukkulenten ein Zuhause gefunden haben.
Bei wenig Platz ist Multifunktionalität bei der Einrichtung entscheidend. Der Esstisch dient daher oft auch als Schreibtisch und die gemütliche Fahrerkabine ist perfekt für geschäftliche Telefonate.
Apropos Essen: Kochen gehört zu O'Byrnes Lieblingsbeschäftigungen im Van. Drinnen wird umgeben von Lichterketten gespeist, bei schönem Wetter ermöglicht ein aufklappbarer Picknicktisch Essen unterm Sternenhimmel.
Die Britin Heather Young Heather und ihr Mann kauften 2017 einen VW T5 Transporter – die Art von Auto, in der normalerweise Handwerker unterwegs sind. Das Paar hatte schon seit Jahren von einem eigenen Wohnmobil geträumt und taufte das neue Gefährt auf den Namen „Algie“.
Der Transporter in seinem Vorher-Zustand verdeutlicht, wie umfangreich die Umbauarbeiten waren: Fenster mussten eingebaut sowie Elektrik und Sanitäranlagen installiert werden. Anschließend wurde das Fahrzeug isoliert, schallgedämmt und mit einem Sperrholzboden ausgestattet. Die Beifahrersitze wurden angepasst und lassen sich jetzt zu einem Bett zurückklappen. Auch das Dach ist aufklappbar. Damit bietet der Lieferwagen jetzt Platz für die vierköpfige Familie plus Hund.
Während sich Youngs Mann um die technischen Fragen kümmerte, verantwortete die Redakteurin mit der Spezialisierung Einrichtung und Wohnen das Design.
Der verwandelte Algie ist gemütlich und einladend – ideal für Familienreisen in Großbritannien und Europa. Das Dekor spiegelt den Stil der Youngs wider, der Rustikales mit modernen und originellen Elementen mischt.
Wie bei allen Van-Umbauten wurde auch hier jeder Zentimeter genutzt: Der Deckel der hier zu sehenden Sitzbank lässt sich hochklappen und darunter verbirgt sich eine Kühltruhe. Eine Leiste an der Vorderseite macht die Sitzbank zusätzlich zu einem kleinen Bücherregal. In der Küchenzeile stellen Ablagehaken und Rattankörbe sicher, dass Geschirr und Besteck unterwegs sicher aufbewahrt sind.
Zu den vielen originellen Details gehört in der blauen Küche ein Gasherd unter einer anhebbaren Arbeitsplatte, die aus einem Laborraum des englischen Internats Eton College stammt. Die kleine Spüle ist eine alte Puddingform, die mit einem Abflussrohr versehen wurde, und die Tafel an der Wand führt das Schulthema führt.
Der gemusterte Bodenbelag ist aus Vinyl. Die praktische IKEA-Fußmatte hält sauber und sieht gut aus.
Wer wenig Platz hat, muss fantasievoll gestalten: Im Van der Youngs gehören dazu Schubladen, die sich unter Sitzbänken verbergen, oder eine abnehmbare Regalplatte, die im Außenbereich zur Frühstücksbar oder abends zu einem Getränketisch für Drinks unter den Sternen wird. Auf Instagram kann man die Familie bei ihren Abenteuern mit Algie begleiten.
2016 trafen Ashley und Brandon Trebitowski aus New Mexico eine Entscheidung, die sich nicht viele trauen: Sie verkauften ihr Haus, packten ihre drei Kinder ein und waren ab dann für mehrere Jahre mit einem umgebauten Schulbus in ganz Amerika unterwegs.
Das Paar kaufte den Schulbus (Baujahr 1999) des US-Herstellers Blue Bird für umgerechnet knapp über 4.000 Euro von einer Kirche in Texas. Für den Umbau in ein Zuhause auf Rädern gaben sie etwa 34.000 Euro aus.
Brandon Trebitowski ist Inhaber eines Softwareunternehmens, seine Frau Ashley kümmerte sich um die Social-Media-Aktivitäten der Familie auf Tour. Das Paar konnte also problemlos von unterwegs aus arbeiten. Die Kinder wurden im Bus unterrichtet.
Für die Kinder bauten die Trebitowskis drei Schlafkojen ein. Direkt anschließend wurde das Elternschlafzimmer im hinteren Teil des Busses integriert.
Die Küche ist familientauglich ausgestattet, einschließlich Herd und großer elektrischer Tischbackofen. Die Stromversorgung läuft größtenteils über Solarbatterien. Daneben gibt es einen Stromanschluss, wenn der Bus an Wohnmobilstellplätzen geparkt wird.
Weiß gestrichene, verkleidete Wände und viele Fenster lassen die 26,8-Quadratmeter-Fläche des Hauses auf Rädern größer erscheinen.
Im Wohnbereich im vorderen Teil des Busses gibt es zwei Sitzbänke. Direkt über der Fahrerkabine ist ein Fernseher angebracht.
Nachdem die Trebitowskis mehrere Jahre lang mit dem Bus auf Reisen waren, kehrte die Familie zurück in die sesshafte Welt und lebt jetzt wieder in einem konventionellen Haus. Die Zeit im Bus bleibt aber ein absoluter Höhepunkt für die amerikanischen Abenteurer.
Wacholder – auf Englisch „Juniper“ – heißt dieser ehemalige Pferdetransporter, der sich jetzt in den Kieferwäldern der schottischen Grafschaft Perthshire versteckt. Die romantische Unterkunft mit Blick auf die Highlands liegt auf dem Gelände des Anwesens Alexander House und wurde von dessen Besitzern Jon und Jo Lewis renoviert.
Juniper, die jetzt schicke Glamping-Option mit Whirlpool im Freien, entstand aus einem ganz gewöhnlichen Pferdetransport-Anhänger. In seiner umgebauten Version wurde er auf der Ladefläche eines Lastwagens zu seinem neuen Standplatz gebracht.
Im Rahmen des Umbaus wurden die Wände und Decke des alten Pferdetransporters mit natürlichem Holz verkleidet und die Türen und Fensterrahmen in einem blaugrünen Farbton gestrichen.
Die originelle, freistehende Badewanne bietet einen Hauch von Luxus. Der schottische Tartan-Teppich reflektiert die Umgebung.
Von Elektrizität bis Heizung – der alte Pferdetransporter ist komplett ausgestattet. Neben der Badewanne mit Duschvorrichtung gibt es im Heck des Fahrzeugs auch eine Toilette.
In der gemütlichen Unterkunft würde sogar eine ganze Familie Platz finden. Dafür sorgen ein großes Doppelbett im Innenraum sowie ein zusätzliches Bett für zwei Kinder im Dach über der Fahrerkabine.
Die rustikale Eckküche im Landhausstil bietet ein Induktionskochfeld, einen Kühlschrank und eine Spüle. Alles in allem ist Juniper ein rundum gemütliches Mini-Haus im Wald.
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