Die offiziellen Gehälter von Staats- und Regierungschefs reichen von bescheiden bis ziemlich großzügig. Allerdings haben viele Politiker bereits vor ihrer Amtszeit Reichtümer angehäuft oder aber sich während der Zeit an der Macht auf Kosten ihres Landes bereichert. Wie viele Millionen bzw. Milliarden die reichsten Staatenlenker der Gegenwart und Vergangenheit aus nicht königlichem Hause zu Spitzenzeiten ihr Eigen nannten, zeigen wir Ihnen hier. Das Nettovermögen ist dabei inflationsbereinigt nach heutigem Wert angegeben, alle Euro-Beträge basieren auf US-Dollar-Werten. Klicken oder scrollen Sie sich durch ...
Im September 2022 trat William Ruto die Nachfolge von Uhuru Kenyatta – ebenfalls auf unserer Liste – als Präsident von Kenia an. Zum Zeitpunkt seiner Amtseinführung war er mit einem Alter von 55 Jahren das bisher jüngste Staatsoberhaupt des Landes. Mit einem geschätzten Vermögen von 43 Milliarden Schilling im Jahr 2022 – heutiger Geldwert umgerechnet rund 278 Millionen Euro – gehört er zu den reichsten Politikern der Welt. Inoffiziellen Quellen zufolge soll er sogar knapp 420 Millionen Euro auf der hohen Kante haben.
Der amtierende Präsident wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen auf und verkaufte Hühner am Straßenrand, um seine Familie über Wasser zu halten. Er selbst bezeichnet sich als „Schlitzohr“, das sich durchgebissen und kontinuierlich die soziale Leiter hochgearbeitet habe. Heute besitzt Ruto Hotels in den größten Städten Kenias, Mombasa und Mara, und ist Anteilseigner der Africa Merchant Assurance Company (AMACO).
Napoleon wuchs in relativ armen Verhältnissen auf Korsika auf. Nach der Französischen Revolution avancierte er zum selbsternannten Kaiser der Franzosen und eroberte Anfang des 19. Jahrhunderts weite Teile Europas. Zu dieser Zeit hatte Napoleon angeblich bereits ein Vermögen von 100 Millionen Francs angehäuft. Ein Franc war damals umgerechnet 0,17 Euro wert, was einem heutigen Vermögen von rund 372 Millionen Euro entsprechen würde.
Der langjährige südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa ist einer der reichsten demokratischen Staatenlenker der Welt. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzte das Nettovermögen des Politikers zuletzt 2015 auf 450 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem heutigen Geldwert von umgerechnet rund 419 Millionen Euro. Seitdem dürfte sein Reichtum sogar noch gewachsen sein.
Verdient hat sich Ramaphosa diese enormen Summen durch eine abwechslungsreiche Geschäftskarriere. So hatte er leitende und beratende Funktionen für südafrikanische Unternehmen inne. Er war zum Beipsiel Vorsitzender der MTN Group und der Alexander Forbes Africa Holdings sowie Vorstandsmitglied von SAB Miller und der Standard Bank. Auch bei Weltfirmen wie McDonald's und der Coca-Cola Company hatte er seine Hände im Geschäft.
Paul Kagame ist seit 2000 Präsident von Ruanda. Zuvor war er als Rebellenführer maßgeblich an der Beendigung des Völkermords im Land beteiligt. Um die Wirtschaft zu stützen, setzt Kagame auf ein Konglomerat, das ausgerechnet seiner Partei, der Ruandischen Patriotischen Front (RPF), gehört. Die Investmentgruppe soll über ein Vermögen von umgerechnet mindestens 465 Millionen Euro verfügen.
Neben Ruandas größtem Milchverarbeitungsbetrieb, den teuersten Immobilien und Sicherheitsfirmen gehören ihr zahlreiche Tochterunternehmen, darunter ein Tiefbauunternehmen mit lukrativen Energieaufträgen im Ausland. Kagame hält den Vorsitz bei Crystal Ventures. Sein Nettovermögen wird somit auf umgerechnet 465 Millionen Euro geschätzt.
Der Autokrat Ilham Alijew ist seit 2003 Präsident Aserbaidschans. Dem antidemokratischen Politiker wird nicht nur vorgeworfen, die Meinungsfreiheit im Land einzuschränken. Seiner Familie wird zudem vorgeworfen, Milliardenbeträge veruntreut zu haben. Laut einem Steueroasen-Leak sollen sie und enge Vertraute über Briefkastenfirmen Immobilien in London im Wert von umgerechnet 550 Millionen Euro erworben haben. Insgesamt wird Alijews Nettovermögen auf umgerechnet 465 Millionen Euro geschätzt.
Der ehemalige kenianische Präsident Uhuru Kenyatta besitzt mindestens 200.000 Hektar Ackerland, das er von seinem Vater Jomo Kenyatta, dem ersten Staatspräsidenten Kenias, geerbt hat. Der Politiker ist auch an der größten Molkerei des Landes, an einer Bank und einem Fernsehsender beteiligt. Im Jahr 2011 schätzte das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ sein Nettovermögen auf 500 Millionen US-Dollar. Jüngsten Berichten zufolge dürfte es umgerechnet jedoch eher bei 493 Millionen Euro liegen.
George Washington war der zweitreichste US-Präsident aller Zeiten. Er hielt Hunderte von Sklaven, die auf seiner mehr als 3.000 Hektar großen Plantage mit fünf Gutshöfen in Mount Vernon arbeiteten. Der US-amerikanische Gründervater war auch so etwas wie ein Immobilienmogul: Er besaß Land von Virginia bis New York. Washingtons Nettovermögen würde unter Berücksichtigung der Inflation heute umgerechnet beachtliche 540 Millionen Euro betragen.
Rishi Sunak ist nicht nur einer der reichsten britischen Premierminister, die jemals in Downing Street 10 in London residiert haben, sondern auch einer der reichsten Politiker der Welt. Laut der jüngsten „Sunday Times Rich List“ – einer jährlich von der Sonntagszeitung „Sunday Times“ erstellten Liste der wohlhabendsten Einwohner Großbritanniens – verfügen Sunak und seine Frau zusammen über ein geschätztes Nettovermögen von umgerechnet 620 Millionen Euro.
Vor seiner politischen Karriere war er 2010 Mitbegründer der Investmentfirma Theleme Partners. Einen sehr großen Teil des Vermögens brachte allerdings die Unternehmerin Akshata Murty mit in die Ehe. Sie hält Aktien im Wert von rund 463 Millionen Euro am väterlichen Technologieunternehmen Infosys. Laut der britischen Zeitung „The Sun“ ist die Chefin einer Risikokapitalfirma außerdem Direktorin oder direkte Anteilseignerin von fünf weiteren britischen Unternehmen.
Teodoro Obiang Nguema Mbasogo ist seit 1979 Präsident des ölreichen Äquatorialguineas. Im Jahr 2006 schätzte das Wirtschaftsmagazin Forbes" sein Vermögen auf 600 Millionen US-Dollar, was heute inflationsbereinigt umgerechnet 711 Millionen Euro entspricht. Der Aufforderung des Internationalen Währungsfonds, sein Nettovermögen offen zu legen, um weitere Hilfsgelder für sein verarmtes Land zu erhalten, kam der diktatorische Staatschef nicht nach.
Sein Sohn, der ehemalige Vizepräsident Teodoro Nguema Obiang Mangue, hatte kein Problem damit, seinen Reichtum offen zur Schau zu stellen. Er leistete sich unter anderem luxuriöse Anwesen in Malibu, Luxuskarossen wie einen Bugatti Veyron, mehrere Bentleys, einen Lamborghini und eine Luxusyacht. Sein aufwendiger Lebensstil, den er vermutlich mit veruntreuten Millionen und mit Korruptionsgeschäften finanzierte, währte nicht lange. Verschiedene Regierungen beschlagnahmten sein Vermögen und seine Besitztümer. In Frankreich wurde der Präsidentensohn zu drei Jahren Haft verurteilt.
Nursultan Nazarbajew war vom 24. April 1990 bis zu seinem Rücktritt am 19. März 2019 Präsident von Kasachstan. Während seiner 29-jährigen Amtszeit wurden dem Staatsoberhaupt Menschenrechtsverletzungen und Korruption vorgeworfen. Er soll ein Vermögen von umgerechnet 930 Millionen Euro angehäuft haben.
Islam Karimow war von 1989 bis zu seinem Tod 2016 Staatspräsident von Usbekistan bzw. der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Er regierte das Land mit eiserner Faust – Menschenrechtsverletzungen waren an der Tagesordnung und die Pressefreiheit war stark eingeschränkt. Karimow genoss es auch, seine eigenen Taschen mit Geld aus der Staatskasse zu füllen. Sein Vermögen wurde 2016 auf umgerechnet 930 Millionen Euro geschätzt.
Ali Bongo Ondimba ist wegen seines enormen Vermögens, das ebenfalls auf umgerechnet 930 Millionen Euro geschätzt wird, wiederholt in die Kritik geraten. Der ehemalige Präsident Gabuns soll die Öl- und Bodenschätze des Landes geplündert haben, um sein Luxusleben zu finanzieren. 2009 erstattete die Berliner Organisation Transparency International Anzeige gegen seine Familie. Die daraufhin eingeleiteten Korruptionsermittlungen förderten zahlreiche Vermögenswerte zutage, darunter 39 Immobilien in Frankreich und neun Luxusautos. 2017 wurde das Verfahren jedoch eingestellt.
Bereits im Januar 2019 soll eine Gruppe von fünf Soldaten zur „Wiederherstellung der Demokratie“ erfolglos versucht haben, Ali Bongo zu stürzen. Am 30. August 2023 konnte er jedoch durch einen Militärputsch gestürzt werden. Übergangspräsident ist der gabunische Brigadegeneral Brice Clotaire Oligui Nguema.
Kubas langjähriges Staatsoberhaupt Fidel Castro, von 1959 bis 1976 Regierungschef und von 1976 bis 2008 Staatspräsident, befürwortete zwar marxistisch-leninistische Werte, die auf einer gerechten Verteilung von Wohlstand basieren. Doch hinderte das Castro offenbar nicht daran, sich ein ziemlich immenses Vermögen anzulegen. 2006 schätzte das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ das Vermögen von Castro auf 900 Millionen US-Dollar, was einem heutigen Wert von umgerechnet rund 1,1 Millionen Euro entspricht.
Edward Smith-Stanley war der reichste Premierminister, den Großbritannien je hatte. Für gleich drei Amtszeiten war der 14. Earl of Derby in den 1850er- und 1860er-Jahren Regierungschef und ging als dienstältester Premierminister der Konservativen Partei in die Geschichte ein. Der Aristokrat, der auch ein Großgrundbesitzer war, hatte damals ein Vermögen von rund 9,3 Millionen US-Dollar, was heute etwa 1,2 Milliarden Euro wären.
Akbar Hashemi Rafsandschani, von 1989 bis 1997 vierter Staatspräsident des Iran, wurde in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Er war in mehrere Geschäfte involviert, was ihn zu einem sehr reichen Mann machte. 2006 besaß der 2017 verstorbene Politiker laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ ein Nettovermögen in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar. Das wären inflationsbereinigt heute rund 1,35 Milliarden Euro.
Syriens brutaler Anführer, der seit 2000 Präsident des Bürgerkriegslandes ist, wird beschuldigt, bis zu 120 Milliarden Euro aus der Staatskasse entwendet zu haben. Doch eine realistischere Analyse, die 2012 durchgeführt und in der britischen Zeitung „Guardian“ veröffentlicht wurde, beziffert sein Vermögen auf umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro.
Robert Mugabe – von 1980 bis 2017 Ministerpräsident von Simbabwe – war für den wirtschaftlichen Zusammenbruch einer einst wohlhabenden Nation verantwortlich. Um sich selbst und seine Familie zu bereichern, plünderte er die Staatskasse. Von Wikileaks veröffentlichte US-Diplomatendepeschen zeigen, dass der verstorbene Diktator eine Reihe von Farmen und Luxusimmobilien besaß. Im Jahr 2001 wurde sein Vermögen auf über eine Milliarde US-Dollar geschätzt, was heute mindestens 1,4 Milliarden Euro entspricht.
Wen Jiabao, von 2003 bis 2013 Premier von China, häufte in seiner zehnjährigen Amtszeit Milliarden an. Einer umfassenden Analyse der Zeitung „New York Times“ von 2012 zufolge verfügt der ehemalige Chef der Kommunistischen Partei Chinas über ein Vermögen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.
Saddam Hussein hatte von 1979 bis zu seiner Amtsenthebung 2003 ein riesiges Vermögen als irakischer Präsident angehäuft. Der berüchtigte Diktator, der sich großzügig am Geld seines Volkes bediente, verfügte 2003 laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ über ein Vermögen von zwei Milliarden US-Dollar, was einem heutigen Wert von 2,6 Milliarden Euro entspricht. Dazu zählten etwa 89 Paläste, zahlreiche Luxusautos sowie große Beteiligungen an Medienunternehmen wie dem französischen Konzern Lagardère SCA.
Der ehemalige chilenische Präsident Sebastian Piñera machte mit dem von ihm bereits 1976 gegründeten Kreditkartenunternehmen Bancard ein Vermögen. Der südamerikanische Politiker, der das Land von 2010 bis 2014 und von 2018 bis 2022 regierte, soll laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ umgerechnet 2,6 Milliarden Euro angehäuft haben. Das große Geld stammt angeblich aus Verkäufen: So trennte sich Piñera für umgerechnet 1,4 Milliarden Euro von seinen Anteilen an der chilenischen Fluggesellschaft LAN. Außerdem verkaufte er seine Beteiligung am Fernsehsender „Chilevisión“ an Time Warner für angeblich 140 Millionen Euro.
Daniel Arap Moi war von 1978 bis 2002 Präsident von Kenia. Während seiner Amtszeit ließ der inzwischen verstorbene Politiker mehr als eine Milliarde US-Dollar auf geheimen Bankkonten und in privaten Immobilien auf der ganzen Welt verschwinden. Dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ zufolge zählen zu Mois Vermögenswerten Anteile an mehreren Ölgesellschaften, 100.000 Hektar Land in Australien sowie Anteile an Banken und Reedereien. Zum Zeitpunkt seines Todes verfügte Moi angeblich über umgerechnet 2,7 Milliarden Euro.
Francisco Franco herrschte von 1939 bis zu seinem Tod 1975 über Spanien und war für die Ermordung von Hunderttausenden von Menschen verantwortlich, darunter vor allem Republikaner und andere politische Dissidenten. Schätzungen zum Reichtum, den der Diktator bis 1975 angehäuft hatte, belaufen sich auf bis zu 100 Milliarden Peseten, was einem heutigen Wert von rund 3,7 Milliarden Euro entspricht.
Ein weiterer Diktator, der seinem Volk das Leben zur Hölle machte, war Kim Jong-il. Der Nordkoreaner stahl geschätzte vier Milliarden US-Dollar (3,7 Mrd. Euro), während viele seiner Bürger verhungerten. Die Schwarzgeldkasse des Despoten wurde von Ri Su-yong verwaltet, dem ehemaligen Botschafter Nordkoreas in der Schweiz, der das Geld auf geheimen Schweizer Bankkonten anlegte.
Der reichste US-Präsident aller Zeiten ist kein geringerer als Donald Trump. Der umstrittene Immobilienmagnat und inzwischen in vier Strafverfahren angeklagte Populist schwamm bereits im Geld, als er im November 2016 die Wahlen gewann. Laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ lag Trumps Nettovermögen 2016 bei umgerechnet rund 4,2 Milliarden Euro, ist seitdem jedoch auf 2,3 Milliarden Euro geschrumpft.
Der heutige Staatschef von Nordkorea, Kim Jong-un, steht seinem Vater in Sachen Barbarei in nichts nach und toppt dessen Reichtum sogar. Der sogenannte „Oberste Führer“ genießt angeblich ein Leben im Luxus mit Yachten, teuren Autos, Kaviar und Vintage-Weinen. Er soll über ein Vermögen von umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro verfügen.
Sani Abacha war von 1993 bis zu seinem Tod 1998 der faktische Anführer Nigerias. Seine Militärdiktatur war durch Menschenrechtsverletzungen und Korruption gekennzeichnet. Nach Abachas Tod stellte die nigerianische Regierung fest, dass der Tyrann vier Milliarden US-Dollar auf geheimen Bankkonten in der Schweiz und anderswo angelegt hatte. Das wären heute umgerechnet stolze 5,9 Milliarden Euro.
Adolf Hitler, der wohl schlimmste Diktator aller Zeiten, ließ Millionen von Menschen ermorden. Zugleich betrog der Führer des Deutschen Reichs, der sich 1945 das Leben nahm, sein Land um Milliarden. Hinzu kamen Millionen, die aus dem Verkauf seines Buches „Mein Kampf“ stammten. Laut einer Dokumentation von 2014 verfügte Hitler über ein Vermögen von 1,1 Milliarden Reichsmark, was heute rund sechs Milliarden Euro wären.
Silvio Berlusconi war zwischen 1994 und 2011 für drei Amtszeiten Premierminister Italiens. Nach einem Berufseinstieg im Bauwesen ging Berlusconi 1973 in die Medien, womit er das große Geld machte. Der ehemaliger Eigentümer des Fußballclubs AC Mailand war allerdings auch ein verurteilter Steuerbetrüger. 2014 erreichte sein Vermögen einen Höchststand von rund 8,4 Milliarden Euro. Zum Zeitpunkt seines Todes im Juni 2023 sollen davon laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ nur noch 6,3 Milliarden übrig gewesen sein.
Der von seinem Volk verabscheute tunesische Ex-Staatschef Zine El Abidine Ben Ali soll während seiner Amtszeit Macht über 30 bis 40 Prozent der gesamten Wirtschaft des Landes gehabt haben. Zusammen mit seiner Familie betrug sein Vermögen im Jahr 2011, in dem er abgesetzt wurde, schätzungsweise 9,3 Milliarden Euro.
Mobutu Sese Seko war von 1965 bis 1997 Präsident von Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo. Der Despot, der genauso freizügig mit dem Geld seines Volkes wie die anderen Diktatoren dieser Auflistung umging, schaffte für sich selbst fünf Milliarden US-Dollar beiseite, wie 1984 geschätzt wurde. Das wären heutzutage rund 11,2 Milliarden Euro. Seko besaß Paläste in Zaire sowie prächtige Residenzen in Paris und in der Schweiz und interessierte sich für Luxus wie Vintage-Rosé-Champagner.
Der frühere Ministerpräsident von Angola hortete während seiner Amtszeit von 1979 bis 2017 enorme Geldsummen. Die Not seines Volkes, das größtenteils in Armut lebte, ignorierte er und entschied sich stattdessen für die Bereicherung seiner Familie. 18,6 Milliarden Euro soll sein Vermögen betragen haben.
Seine Tochter Isabel dos Santos war bis vor Kurzem die reichste Frau Afrikas, doch wurde ihr Vermögen aufgrund von Korruptionsvorwürfen in drei verschiedenen Ländern eingefroren. Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ führt sie inzwischen nicht mehr unter den reichsten Menschen Afrikas auf.
Ibrahim Babangida war von 1985 bis 1993 Präsident von Nigeria und ist ein weiterer Staatschef des Landes, der Milliarden veruntreute. Der schamlose Militärgeneral soll allein im Jahr 1992 während des Golfkrieges 12,4 Milliarden Dollar von Nigerias Ölsegen abgegriffen haben. Inflationsbereinigt entspricht das einem heutigen Wert von umgerechnet rund 21,1 Milliarden Euro.
Der bis zu seinem Rücktritt im Februar 2020 älteste Premierminister der Welt, Mahathir Mohamad, hatte bereits eine lange Amtszeit von 1981 bis 2003 inne, bevor er die Machtposition von 2018 an erneut übernahm. Über seinen Bevollmächtigten Tun Daim Zainuddin soll Malaysias Ex-Regierungschef Milliarden beiseite geschafft und bei 50 Banken auf der ganzen Welt angelegt haben. Sein Vermögen wird auf rund 41,8 Milliarden Euro geschätzt.
Ferdinand Marcos, von 1972 bis 1986 Präsident der Philippinen, war grausam und korrupt. Zusammen mit seiner Frau Imelda, die für ihre Sammlung aus mehr als 1.000 Designerschuhen bekannt ist, schaffte der Despot Milliarden beiseite – Berichten zufolge soll es sich um einen heutigen Wert von bis zu 49,6 Milliarden Euro handeln.
Suharto war 31 Jahre lang Präsident Indonesiens, bis er 1998 zurücktrat. Der Despot, der 2004 von Transparency International als korruptester Staatsmann seit 20 Jahren bezeichnet wurde, plünderte während seiner Amtszeit bis zu 35 Milliarden US-Dollar durch ein System, das seine Gegner „Korruption, Kollusion, Nepotismus“ nannten. Das entspricht einem heutigen Wert von rund 51,2 Milliarden Euro.
Ali Abdullah Saleh, von 1990 bis 2012 Präsident des Jemen, war so korrupt wie man nur sein kann. Vor seinem Sturz im Zuge der Proteste des Arabischen Frühlings wurde Saleh vorgeworfen, dem jemenitischen Volk unvorstellbare Geldsummen gestohlen zu haben. Laut einem Bericht, der dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen 2015 vorgelegt wurde, belief sich sein Nettovermögen auf bis zu 59,6 Milliarden Euro.
Ein weiterer Präsident, der nach den Protesten des Arabischen Frühlings gestürzt wurde, war Hosni Mubarak. Bis 2011 war er 30 Jahre lang in Ägypten an der Macht. Im selben Jahr berichteten „ABC News“ und der „Guardian“, der Politiker habe seinem Volk inflationsbereinigt umgerechnet rund 65,2 Milliarden Euro gestohlen. Einem Bericht der „Washington Times“ zufolge soll sich die Summe sogar auf 700 Milliarden US-Dollar (652 Mrd. Euro) belaufen haben.
Den zweifelhaften Titel des reichsten Staatsmannes aller Zeiten teilen sich gleich zwei Despoten. Wladimir Putins offizielles Jahresgehalt belief sich 2021 auf 10,2 Millionen Rubel, was umgerechnet knapp 100.000 Euro entspricht. Tatsächlich aber soll der russische Präsident 2017 über ein Vermögen von bis zu 186 Milliarden Euro verfügt haben. Das sagte zumindest der CEO des Investmentfonds Hermitage Capital, Bill Browder, unter Eid vor dem Justizausschuss des US-Senats aus. Das Geld sei bei zahlreichen Banken und Investmentgesellschaften im Westen angelegt, wenn auch nicht immer direkt in seinem Namen.
Der reichste Staatsmann aller Zeiten Nummer zwei ist der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi, der von 1977 bis 2011 an der Macht war. 2011 hatte Gaddafi, so schätzten Beamte, rund 186 Milliarden Euro auf geheime Bankkonten geschafft und in dubiose Investitionen und fragwürdige Immobiliengeschäfte gesteckt. Das Geld stammte aus den lukrativen Ölgeschäften seines Landes. Nach seinem Tod profitieren heute Unbekannte von den eingefrorenen Geldanlagen des Diktators und wo sich das meiste Geld befindet, ist noch immer ein Rätsel.
Lesen Sie jetzt: So viel verdient Putin offiziell – und so reich ist sein Clan wirklich