Von Produkten, die niemand brauchte, über Geschäftsideen, die kläglich scheiterten, bis hin zu umstrittenen Social-Media-Plänen: Als Unternehmer ist Donald Trump ebenso unberechenbar wie als Politiker. Hier blicken wir auf die schlimmsten Fehltritte des kontroversen Geschäftsmanns und selbsternannten „Dealmakers“ von 1970 bis heute ...
Mit seinem Geschäftssinn lag Trump 1983 gründlich daneben, als er das Football-Team New Jersey Generals der Liga USFL für neun Millionen Dollar kaufte. Bereits im Herbst desselben Jahren hatte er 30 Millionen Dollar durch den Deal verloren. Kritiker beschuldigen Trump sogar, die gesamte USFL in den Ruin gestürzt zu haben. Trump versuchte die NFL wegen ihres Monopols der TV-Rechte auf 1,69 Milliarden Dollar Schadenersatz zu verklagen, was allerdings spektakulär nach hinten los ging. Das Gericht sah es zwar als erwiesen an, dass die NFL ein Monopol hatte, doch habe die USFL durch zu hohe Ausgaben ihr eigenes Scheitern verursacht.
In den 1980er-Jahren hatte Trump ein ganzes Casino-Imperium in Atlantic City, für das er sich viel Geld zu hohen Zinssätzen geliehen hatte. Als Trump mit dem Taj Mahal ein weiteres Casino eröffnete, in das er Geld pumpen musste, und seine bereits bestehenden Casinos vernachlässigte, begann der Schuldenberg drastisch zu wachsen. Nur ein Jahr später hatte Trump Schulden in Höhe von drei Milliarden Dollar und musste für seine Casinos Taj Mahal, Trump Marina und Trump Plaza Insolvenz anmelden. Trump strukturierte zwar seine Casino-Holdinggesellschaft um, verpasste jedoch eine weitere Zinszahlung für eine Anleihe in Höhe von 53,1 Millionen Dollar und musste erneut Insolvenz anmelden. Doch das war noch nicht alles...
Nach der Finanzkrise 2009 hangelte sich Trumps Holdinggesellschaft Trump Entertainment Resorts von einer Insolvenz zur nächsten, was 2014 zur Schließung des Trump Plaza sowie zum Ausscheiden von Trump und seiner Tochter Ivanka aus dem Unternehmensvorstand führte. 2016 hatte sich das Unternehmen unter dem neuen Eigentümer, Milliardär Carl Icahn, neu aufgestellt. Obwohl Trump versuchte, seinen Namen von den Casinos zu lösen, sieht er seine Geschäfte in Atlantic City bis heute nicht als Flop an. In einem Interview mit der „New York Times“ prahlte er 2016 mit dem „Wachstum“, das ihm die Stadt beschert, und dem „unglaublichen Geld“, das er dort verdient habe. Erfolg und Misserfolg scheinen also eine Frage der Perspektive zu sein...
Obwohl sich seine Bücher als unterhaltsam erwiesen, war Trumps Brettspiel „Trump: The Game“ in jeder Hinsicht ein Misserfolg. 1989 wurde es unter dem Slogan „Es geht nicht darum, ob Sie gewinnen oder verlieren, es geht darum, dass Sie gewinnen!“ veröffentlicht. In einem Fernsehwerbespot rechnete Trump damals mit über zwei Millionen verkauften Exemplaren. Tatsächlich verkauften sich aber nur 800.000 Stück, was Trump damit begründete, das Spiel sei „zu kompliziert“. Das Spiel wurde schließlich vom Markt genommen.
1989 war nicht gerade Trumps Jahr, da er ein weiteres Vermögen durch ein schlechtes Geschäft verlor: seine Airline Trump Shuttle. Um seine eigene Fluggesellschaft aufzubauen, nahm Trump ein Darlehen in Höhe von 245 Millionen Dollar auf, mit dem er die Airline Eastern Air Shuttle für 365 Millionen Dollar übernahm. Nach einer sehr teuren Umfirmierung und nur zwei Jahren im Geschäft konnte sich Trump die hohen Zinsrückzahlungen in Höhe von 1,1 Millionen Dollar nicht mehr leisten. Das Unternehmen verlor 128 Millionen Dollar.
Die Trump University ist wohl einer der umstrittensten Unternehmensflops von Donald Trump. 2010 verklagten vier ehemalige Studierende das Unternehmen, das weder als Universität noch als Bildungseinrichtung anerkannt war, wegen irreführender Bildungsangebote und illegaler Geschäftspraktiken. Der Bundestaat New York reichte eine Klage in Höhe von 40 Millionen Dollar wegen Betrugs gegen Trumps Unternehmen ein, die 2016 schließlich in einem Vergleich endete. Trump versuchte zwar, den Vorfall hinter sich zu lassen und benannte das Unternehmen in The Trump Entrepreneur Initiative um, doch Kurse werden keine mehr angeboten.
Als Trump ins Geschäft mit Hypotheken einstieg, boomte der US-Immobilienmarkt. Damals prahlte er gegenüber CNBC noch: „Wer weiß schon mehr über Finanzierungen als ich?“ Doch der Mann, den Trump für die Führung seines Unternehmens ausgewählt hatte, hatte nur sechs Tage an der Wall Street gearbeitet. Trumps Gewinnprognose von drei Milliarden Dollar für das erste Jahr wurde schnell auf eine Milliarde Dollar nach unten korrigiert. Wegen Gehaltsnachforderungen in Höhe von 298.274 Dollar und 3.555 Dollar nicht gezahlter Steuern war das Unternehmen im September 2007 pleite, als der Immobilienmarkt zusammenbrach.
2012 kaufte Trump dieses historische Gebäude in Washington D.C. und machte daraus ein Luxushotel, was damals ein umstrittener Schritt war. Einem Bericht von „Buzzfeed“ zufolge soll Trump den Zuschlag nur unter dem Versprechen bekommen haben, einen Architekten für die Gebäuderestaurierung einzustellen – ein Versprechen, das er schnell brach. Der Ausbau zum Hotel kostete 170 Millionen Dollar (150,6 Mio. Euro) und die Instandhaltung war alles andere als günstig. Während seiner Präsidentschaft soll Trump 70 Millionen Dollar (62 Mio. Euro) Verlust mit dem Hotel gemacht haben. Im November 2021 verkaufte die Trump Organization das Hotel schließlich für 375 Millionen Dollar (332 Mio. Euro) an die Investmentgruppe CGI Merchant Group. Es galt als Symbol für den Interessenskonflikt des damaligen Präsidenten zwischen Politik und Geschäftsinteressen.
Nicht einmal einen Monat nach der Freischaltung war Trumps neuer Blog schon wieder offline. Amerikas Ex-Präsident startete nach der Sperre seiner Accounts bei Facebook und Twitter im Mai 2021 seine eigene Plattform „From the Desk of Donald J. Trump“ und begann darüber Botschaften zu veröffentlichen, da ihn die etablierten Social-Media-Dienste infolge des Sturms seiner Anhänger auf das US-Kapitol ausgeschlossen hatten. Das Ende des Blogs kam jedoch, nachdem Facebook die Sperre von Trumps Account auf zwei Jahre verlängerte. Berichte, seine Plattform habe nur wenige Besucher gehabt, wies Trump als „falsch“ zurück und kündigte eine neue Plattform an, woraus 2022 Truth Social entstand.
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