Sie werden staunen, was Menschen so alles in ihren Gärten finden. Goldmünzen zum Beispiel, Diamantringe und sogar hochwertige Antiquitäten. Doch bevor Sie sich jetzt die Schaufel schnappen und ihre Beete umgraben, lesen Sie hier über die unglaublichsten Gartenfunde aller Zeiten. (Alle Euro-Beträge wurden von US-Dollar-Werten umgerechnet.)
Ein Gärtner mit einem eher goldenen als grünen Daumen ist Andreas K. aus der Wiener Neustadt in Österreich. Beim Ausheben eines Teiches stieß er im Jahr 2007 auf einen sensationellen Schatz.
Der Fund umfasst insgesamt 200 Schmuckstücke aus dem 14. Jahrhundert, darunter mit Edelsteinen besetzte Goldringe, perlenbesetzte Broschen und kunstvoll verzierte Gürtelschnallen.
Mehrere Jahre lang behielt Andreas K. seine Ausgrabungen, die er für wertlos hielt, für sich. Im April 2011 meldete er den Fund aber dann doch den österreichischen Behörden. Der Wert der Preziosen wurde von Experten auf über 111.000 Euro beziffert. Anstatt aber den Fund bei einer Versteigerung zu Geld zu machen, spendete der Finder die Objekte einem örtlichen Museum.
Im Jahr 2007 fanden Bewohner im Londoner Stadtteil Hackney ein Marmeladenglas in ihrem Garten vergraben. Der Inhalt: 80 US-amerikanische Goldmünzen „Double Eagle“. Die Finder fragten sich, wie die historischen Münzen von der anderen Seite des Atlantiks in ihren Großstadtgarten kamen.
Der Fund wurde dem Museum of London gemeldet, das nach intensiver Recherche herausfand, dass die Münzen dem deutsch-jüdischen Flüchtling Martin Sulzbacher gehörten. Aus Angst vor einer Nazi-Invasion vergrub der Bruder des Bankiers im Jahr 1940 die Münzen in seinem Garten und teilte nur seinen direkten Familienangehörigen mit, wo genau sie sich befanden.
Tragischerweise kamen Sulzbachers Bruder und die vier Familienmitglieder kurz darauf bei einem Bombenangriff ums Leben. Sie nahmen das Wissen um den Ort des Verstecks mit in den Tod. Glücklicherweise konnte das Museum aber die Nachkommen des rechtmäßigen Besitzers ausfindig machen, denen die Goldmünzen letztendlich auch zugesprochen wurden. Der Schatz kam 2011 bei einer Versteigerung für umgerechnet rund 121.000 Euro unter den Hammer.
Beim Unkrautjäten in ihrem Hinterhof in Alberta verlor die Seniorin Mary Grams 2004 ihren diamantbesetzten Verlobungsring. Auch wenn die Kanadierin absolut nicht mehr damit rechnete, ihr geliebtes Schmuckstück jemals wiederzufinden, gab sie zwar die Hoffnung nicht auf. All ihre Suchaktionen blieben allerdings erfolglos.
Im August 2017 – also 13 Jahre später – tauchte der lang vermisste Ring dann auf ganz kuriose Weise wieder auf. Grams Schwiegertochter zog das Schmuckstück bei der Gemüseernte aus dem Boden. Der Ring steckte festgewachsen in einer Karotte.
Mary Grams wertvollstes Schmuckstück ist übrigens nicht das einzige, das in einer Karotte gefunden wurde. Im Jahr 2011 fand auch die Schwedin Lena Paahlsson auf ganz ähnliche Weise ihren lang verlorenen goldenen Ehering in ihrem Garten in der Nähe von Mora wieder (hier im Bild).
Als sich der Engländer Ken Allen im März 2004 anschickte, einen Teich in seinem Garten in Thornbury auszuheben, machte er einen sensationellen Fund: Er entdeckte insgesamt 11.460 alte kupferlegierte Münzen.
Den spektakulären Römer-Fund datierten die Experten auf die Zeit zwischen 260 und 348 nach Christus. Allen meldete seine Entdeckung, und ein örtlicher Verwaltungsbeamter erklärte den Fund mit einem Wert von etwa 44.000 Euro zum Schatz.
Die historisch bedeutsamen Münzen wurden vom Bristol City Museum and Art Gallery mit finanzieller Unterstützung des UK Heritage Lottery Fund aufgekauft. Der Schatz von Thornbury ist dort für die Öffentlichkeit zugänglich.
Es wurden ja schon viele Dinosaurierknochen in Hinterhöfen entdeckt. Der pensionierte Atomphysiker Bill Shipp aber fand auf seinem Grundstück gleich eine ganz neue Art.
Der Hobby-Fossilienjäger entdeckte die besonderen Dinosaurierknochen 2005 auf seiner Ranch in Montana. Die Knochen, zu denen ein halber Schädel, ein Rückgrat, Hüften und Beine gehören, wurden kurze Zeit später zur Analyse an das Canadian Museum of Nature geschickt.
Nach zehn Jahren akribischer Forschung stellte das Museum fest, dass die Knochen zu einer neu entdeckten Spezies „Spiclypeus shipporum“ gehörten. Das stachelköpfige Tier lebte vor 80 Millionen Jahren auf der Erde und ist eng mit dem Triceratops verwandt.
Allein einen einzigen Schatz im Garten zu finden ist schon ein unwahrscheinlicher Glücksfall. Jan Long aus dem englischen Hertfordshire aber könnte mit ihren Gartenausgrabungen bereits ein Antiquitätengeschäft füllen. Laut Long stößt sie beim Gärtnern eigentlich immer auf etwas Wertvolles.
Longs erster Fund 2004 war eine Sammlung verschnörkelter viktorianischer Flaschen. Im Laufe der Jahre entdeckte die pensionierte Firmenchefin in ihrem Garten in Ledbury aber eine ganze Reihe von Schätzen.
Zu Longs vielen lukrativen Funden gehörten eine viktorianische Uhr aus massivem Gold, eine Sammlung seltener römischer Münzen, ein antiker Gold- und Diamantring, eine Auswahl an verzierten Medaillen und ein geschnitztes Ebenholzmedaillon.
Im März des Jahres 2012 begutachtete Dr. Owen Johnson in seinem Garten im englischen Ackworth ein von einem Bauunternehmen ausgehobenes Loch, als er auf eine aus der Erde ragende Keramik aufmerksam wurde.
Der entdeckte Tontopf war mit 52 Gold- und 539 Silbermünzen aus dem Englischen Bürgerkrieg sowie einem Goldring mit der Aufschrift „Wenn du dies siehst, erinnere dich an mich“ gefüllt. Es wird angenommen, dass die Münzen und der Ring aus dem 17. Jahrhundert von Royalisten-Anhängern vergraben wurden.
Dies war einer der faszinierendsten archäologischen Funde in der Region und wurde – mit einem geschätzten Wert von rund 61.000 Euro – offiziell zum Schatz erklärt. Die wertvolle Ausgrabung wurde schließlich von der Stadtverwaltung Wakefield mit Lotteriefördermitteln erworben und dem Pontefract Museum gestiftet, wo die Fundstücke dauerhaft ausgestellt sind.
Im September 2012 räumte der Antiquitätenhändler Guy Schwinge vom Auktionshaus Duke's ein verfallenes Herrenhaus im englischen Dorset aus. In einer dunklen Gartenecke entdeckte er etwas im Gestrüpp, was er zunächst für einen alten, von Unkraut überwucherten Trog hielt.
Bei näherer Betrachtung entpuppte sich die alte Wanne allerdings als ein wunderschön geschnitzter römischer Sarkophag. Das aus dem zweiten Jahrhundert stammende Artefakt aus massivem Marmor wurde 1913 von der Familie des Hauses erworben, geriet aber im Laufe der Jahre in Vergessenheit.
Im Haus fand Schwinge sogar noch den originalen Auktionskatalog mit allen Einzelheiten zum Kauf. Der antike Steinsarg wurde im Oktober 2012 versteigert und erzielte einen stolzen Preis von rund 108.000 Euro.
Einen rund 2.000 Jahre Steinsarg im Garten zu finden, ist schon kurios genug. Was aber Luke Irwin im April 2016 auf seinem Grundstück im englischen Wiltshire entdeckte, ist eigentlich kaum zu toppen. Bei Umgrabungsarbeiten stieß er auf die gut erhaltenen Ruinen einer riesigen römischen Villa.
Der Teppichdesigner wollte ein Stromkabel verlegen, als er ein buntes Mosaik entdeckte. Er machte ein Foto davon und schickte es an die Stadtverwaltung, die am nächsten Tag ein Archäologenteam in seinen Garten schickte.
Acht Tage lang arbeiteten die Experten an der Ausgrabung und förderten eine prächtige, relativ gut erhaltene römische Villa zutage (dies ist ein künstlerischer Eindruck davon, wie sie ausgesehen haben könnte). Die Villa gehört zu den bedeutendsten Römerfunden des Landes.
Ein Ehepaar aus Nordkalifornien, das sich anonymisiert Mary und John nennt, stieß im Februar 2014 auf rund 1.400 Goldmünzen, die auf ihrem Land in der Sierra Nevada Gold Country vergraben waren.
Das Paar bemerkte eine rostige alte Dose, die in der Nähe eines Baumes aus dem Boden ragte, und kehrte – mit einer Schaufel bewaffnet – zu der Stelle zurück. Am Ende ihrer Ausgrabung förderten sie nicht nur eine, sondern acht Dosen zutage, die alle bis zum Rand mit glänzenden Goldmünzen aus dem 19. Jahrhundert gefüllt waren.
Das glückliche Paar durfte die Beute behalten. Einen Großteil des sogenannten „Saddle Ridge“-Schatzes boten die Finder der Firma Kagin's zur Versteigerung an. Das Auktionshaus schätze den Fund auf etwa 9,3 Millionen Euro. Mary und John sind mit diesem unfassbar wertvollen Fund zu Millionären geworden.
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Im Jahr 2020 staunte eine Familie aus der englischen Region New Forest nicht schlecht. Beim Unkrautjäten stießen sie in ihrem Garten auf 64 Tudor-Münzen. Die gefundenen 63 Goldmünzen und eine Silbermünze stammen aus der Regierungszeit von Edward IV. und Heinrich VIII. und wurden über einen Zeitraum von 100 Jahren geprägt.
Vier der Münzen aus der Regierungszeit Heinrichs VIII. tragen die Initialen seiner ersten drei Ehefrauen: Katharina von Aragon, Anne Boleyn und Jane Seymour. Experten gehen davon aus, dass die Münzen im späten 15. bis 16. Jahrhundert als Zahlungsmittel verwendet wurden, bevor sie – möglicherweise von einem Priester – beiseitegeschafft wurden.
In der Tudorzeit hatten die Münzen einen Wert von 24 Pfund, was einem heutigen Geldwert von umgerechnet etwa 16.000 Euro entspricht. Heute gelten sie jedoch als unbezahlbare Artefakte.
Im Jahr 2020 wurde in einem Garten in der englischen Stadt Milton Keynes 50 moderne südafrikanische Krügerrand-Münzen aus Massivgold entdeckt.
Die Münzen waren in den 1970er-Jahren während der Apartheid von der „Rand Refinery“ im südafrikanischen Germiston aus 22-karätigem Gold geprägt worden. Wie sie im englischen Milton Keynes gelandet sind, ist ein Rätsel.
Es wird geschätzt, dass jede Münze zwischen 1.700 Euro und 2.300 Euro wert ist. Ob die Anlagemünzen als Schatz deklariert wurden, ist nicht bekannt. Das Britische Museum versucht, den ursprünglichen Besitzer oder dessen Erben ausfindig zu machen.
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